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Zum 03. April 2010 | Berlin (dpa)
Helmut Kohl wird 80 - Leben für Deutschland und die CDU
Der Platz in den Geschichtsbüchern ist Helmut Kohl sicher. «Rekord-Kanzler», «Rekord-Parteichef», «Wegbereiter der Europäischen Union» - und «Kanzler der Einheit». An die Wiedervereinigung hat er immer geglaubt und nach dem Fall der Mauer die historische Chance gegen alle Widerstände im In- und Ausland ergriffen. Dafür wird ihm Ehre zuteil, und daran ändert auch die CDU-Spendenaffäre nichts, in der er sein «Ehrenwort» über Recht und Gesetz stellte, indem er Geld am Rechenschaftsbericht vorbei für die Partei annahm und den Spendern Anonymität versprach. Bis heute.
Am 3. April wird Kohl 80 Jahre alt. Die CDU wollte ihn in Berlin groß feiern. Doch Helmut Kohl geht es zu schlecht. So wird am 5. Mai eine zentrale Feier in seiner Geburtsstadt Ludwigshafen geben.
Kohl prägte Deutschland über 16 Jahre als Kanzler und die CDU als Vorsitzender während eines Vierteljahrhunderts.

Gekrönt wurde sein Lebenswerk am 3. Oktober 1990. Vor dem Berliner Reichstag feierte Deutschland die Wiedervereinigung. Ein Foto von damals zeigt Kohl zwischen seiner Frau Hannelore und Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Kohl streckt den Kopf zum Himmel. Seine Augen sind geschlossen, ein leichtes Lächeln ist zu sehen. Er wirkt glückselig.
Historiker messen ihm ein fast noch größeres Verdienst bei der Entstehung der Europäischen Union zu. 1991 war er im niederländischen Maastricht einer der Protagonisten bei der Gründung der EU in ihrer heutigen Form. Damit war die Öffnung nach Osteuropa vorgezeichnet.
Kohls Vater war beamteter Steuersekretär, die Mutter Hausfrau. Der Zweite Weltkrieg, die Not und der Tod seines älteren Bruders Walter in den letzten Kriegstagen prägten ihn. 1960 heiratete er die Diplom-Dolmetscherin Hannelore Renner. Das Ehepaar bekam zwei Söhne - Walter und Peter. 2001 nahm sich Hannelore Kohl nach Jahren des Leidens an einer Lichtallergie in ihrem Haus das Leben. Sieben Jahre später schloss er seine zweite Ehe mit der Regierungsdirektorin Maike Richter.

Mehr als 40 Jahre war Kohl Parlamentarier, zuerst im Mainzer Landtag und seit 1976 im Bundestag. Sieben Jahre war er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Wie vor ihm Konrad Adenauer (CDU) und Willy Brandt (SPD) prägte er als Kanzler Deutschland. Als erster deutscher Kanzler war er durch ein konstruktives Misstrauensvotum - gegen Kanzler Helmut Schmidt (SPD) - am 1. Oktober 1982 an die Macht gekommen. In Erinnerung ist auch das Bild von Kohl und dem französischen Präsidenten François Mitterrand, die sich 1984 über den Gräbern von Verdun, wo im ersten Weltkrieg 700 000 Menschen starben, die Hände zur Aussöhnung reichten.
Dass er 1990 wiedergewählt wurde, hatte er Analysten zufolge der Wiedervereinigung zu verdanken. Bis zu seiner Wahlniederlage 1998 gegen Gerhard Schröder (SPD) war kein Regierungschef der westlichen Welt länger an der Macht als er. Eine ganze Generation hatte bis dahin keinen anderen Bundeskanzler erlebt.




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