DEUTSCHLAND/WELT

08.04.2010 | Berlin (dpa)
Merkel nimmt an Trauerfeier für Gefallene teil
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an der Trauerfeier für die drei am Karfreitag in Kundus getöteten Soldaten teilnehmen. «Das ist ihr ein persönliches Anliegen», erklärte am Donnerstag ein Regierungssprecher in Berlin.
Die Trauerfeier findet an diesem Freitag im niedersächsischen Selsingen nahe des Heimat- Standorts Seedorf der getöteten Fallschirmjäger statt. Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bundeswehr- Generalinspekteur Volker Wieker und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) werden teilnehmen.
Mehrere Koalitions- und Oppositionspolitiker hatten zuvor eine Teilnahme Merkels gefordert. Bereits am Sonntag fand eine Trauerfeier im nordafghanischen Kundus statt. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte seine Afghanistan-Reise um einen Tag verlängert, um daran teilzunehmen. Anschließend waren die Särge mit den Leichen der gefallenen Soldaten nach Deutschland überführt worden.

Von den vier schwer verletzten Soldaten, die im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus behandelt werden, sind zwei weiter auf dem Weg der Besserung. Die beiden anderen befinden sich immer noch auf der Intensivstation, wie der Presseoffizier des Sanitätsführungskommandos, Hauptmann Michael Walbeck, auf Anfrage sagte. Ihr Zustand sei unverändert stabil.
Unterdessen beschäftigt der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zunehmend die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Behörde prüft sowohl den Angriff auf die Bundeswehr in Nordafghanistan mit drei toten und acht verletzten Soldaten am Karfreitag als auch die Tötung afghanischer Streitkräfte durch deutsche Soldaten. Wie ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, wurde ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Es geht um den Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, um Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Zum Tod der afghanischen Soldaten werde geprüft, ob es einen Anfangsverdacht für eine Straftat gibt.




Kommentare