DEUTSCHLAND/WELT

21.04.2010 | Berlin (dpa)
McChrystal lobt Bundeswehr - Guttenberg dankt USA
Der Kommandeur der internationalen Schutztruppe ISAF, Stanley McChrystal, hat die Bundeswehr für ihren Einsatz in Afghanistan gelobt. Gerade die Deutschen machten im Norden des Landes ihre Arbeit mit «großem Erfolg».
Das sagte der US-General nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Mittwoch in Berlin. «Deutschland bleibt ein sehr wichtiger Partner in unserer Arbeit in Afghanistan.» 2010 werde ein «kritisches Jahr» sein. Die Afghanen müssten jedoch in die Lage versetzt werden, die Zukunft ihres Landes selbst gestalten zu können.

Guttenberg dankte McChrystal für die Unterstützung der US-Truppen im Norden Afghanistans, der unter der Verantwortung Deutschlands steht. Er verlieh 14 US-Soldaten in deren Abwesenheit das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. Die Soldaten hätten bei den schweren Gefechten am Karfreitag ihr Leben riskiert, um das Leben deutscher Soldaten zu retten. «Hierfür sage ich von Herzen Danke», sagte er.
Der Minister räumte ein, dass man wegen eigener Defizite aufeinander angewiesen sei. Als Beispiel nannte er die amerikanischen Rettungshubschrauber, mit denen auch im Norden Afghanistans Verletzte geborgen werden, und Kampfhubschrauber, die den deutschen Truppen ebenfalls fehlen. Die Amerikaner wollten diese Lücken schließen, bis Deutschland selbst dazu in der Lage sei, sagte Guttenberg.
Der Minister bekannte sich trotz der schwindenden Zustimmung in der Bevölkerung abermals klar zum Einsatz. «Wir wollen die Führungsverantwortung weiter so wahrnehmen, wie wir sie wahrgenommen haben», sagte er. Der Einsatz sei «gefährlich, sogar in Teilen sehr gefährlich». Zuletzt waren innerhalb von zwei Wochen insgesamt sieben deutsche Soldaten getötet worden.

Auch die neue Strategie für Afghanistan berge hohe Risiken, räumte Guttenberg ein. Sie beinhaltet unter anderem, dass die Bundeswehr afghanische Soldaten außerhalb der Lager ausbildet und in Einsätzen begleitet. «Es gilt, vor Ort gemeinsam Vertrauen zu schaffen.» Der Minister versprach deshalb, «alles dafür zu tun, um einen bestmöglichen Schutz und eine bestmögliche Ausrüstung gewährleisten zu können».
Guttenberg bezeichnete das Gespräch mit McChrystal als «sehr gut», «offen» und «intensiv». Der US-General habe ihm erneut bestätigt, dass die Führungsverantwortung der Deutschen im Norden Afghanistans akzeptiert und anerkannt werde. Die Amerikaner stocken ihre Truppen dort derzeit massiv auf.
Zuvor hatten der CSU-Politiker und der US-General Kränze am Ehrenmal der Bundeswehr auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums niedergelegt. Damit ehrten sie die sieben deutschen Soldaten, die zuletzt in Afghanistan getötet wurden. Insgesamt kamen in Afghanistan bereits 43 deutsche Soldaten ums Leben, davon 26 bei Gefechten und Anschlägen.




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