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DEUTSCHLAND/WELT

 

26.04.2010 | Houston/Hamburg (dpa)  

Öl-Teppich im Golf von Mexiko breitet sich aus

Der Öl-Teppich im Golf von Mexiko breitet sich weiter aus. Das Rohöl, das nach dem Versinken der Bohrinsel ausläuft, bedecke inzwischen etwa 1500 Quadratkilometer Meeresfläche vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana, berichtete die Zeitung «Houston Chronicle» am Montag.

Täglich sollen in etwa 1500 Metern Tiefe schätzungsweise 140 Tonnen Öl ins Meer fließen. Starker Wind und hohe Wellen störten die Versuche, eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Schiffe, die das Öl aufsaugen sollten, mussten am Sonntag wegen des schweren Seegangs im Hafen von Venice in Louisiana bleiben. Das stürmische Wetter halte aber auch den Öl-Teppich von der Küste weg. Meteorologen hoffen, dass sich das Öl in den nächsten Tagen nicht weiter als bis etwa 50 Kilometer dem Festland nähert.

Das Öl soll an zwei Stellen austreten: am letzten Bohrloch der versunkenen Plattform und aus einem Leck in einer Rohrverbindung, die zu dem Bohrloch führt. Der britische Ölkonzern BP hatte gehofft, dass ein automatisches Ventil-Verschlusssystem einen Ölaustritt verhindern würde. Doch das scheint nicht geklappt zu haben. Ein Unterwasser- Roboter sollte das System aktivieren, berichtete der Sender CNN. Noch ist auch nicht klar, ob der Einsatz des ferngesteuerten Mini-U-Boots Erfolg hatte.

BP-Experten wollten nach Angaben des «Houston Chronicle» zudem versuchen, eine kuppelartige Konstruktion über das Bohrloch zu stülpen. Das austretende Öl könnte dann in einen Tank an der Meeresoberfläche geleitet werden. Insgesamt sind 1000 Helfer im Einsatz.

Die Bohrinsel «Deepwater Horizon», die BP vom Unternehmen Transocean geleast hat, war am vergangenen Dienstag nach einer schweren Explosion in Brand geraten und am Donnerstag im Meer versunken. An Bord waren zum Zeitpunkt des Untergangs auch schätzungsweise 2100 Tonnen Diesel zum Antrieb der Maschinen. Elf der mehr als 120 Arbeiter sind vermisst. Die Suche nach ihnen wurde eingestellt.

 

Hier die Pressemitteilung von BP lesen...»

26.04.2010 | Washington (dpa)

Roboter soll Ölfluss in Golf von Mexiko stoppen

Nach der Explosion und dem Untergang einer Bohrinsel im Golf von Mexiko laufen die Bemühungen auf Hochtouren, eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Experten versuchten am Sonntag mit Hilfe eines Unterwasser-Roboters, den Austritt von Rohöl in 1500 Meter Tiefe zu stoppen.

Demnach könnte es aber bis Montagabend dauern, bevor klar ist, ob der Einsatz des ferngesteuerten Mini-U-Boots Erfolg hatte, wie der Sender CNN berichtete.

Die vom britischen Ölkonzern BP geleaste Bohrinsel «Deepwater Horizon» war am vergangenen Dienstag nach einer schweren Explosion vor der Küste des US-Staates Louisiana in Brand geraten und am Donnerstag schließlich im Meer versunken. Elf der mehr als 120 Arbeiter sind vermisst, die Suche nach ihnen wurde eingestellt.

Erst am Samstag war entdeckt worden, dass wahrscheinlich bereits seit dem Untergang größere Mengen Rohöls an der Unglücksstelle austreten - nach Schätzungen bis zu 140 Tonnen pro Tag. Ein Ölteppich auf dem Wasser breitete sich am Wochenende auf einer Fläche von mehr als 30 Quadratkilometern aus, schlechtes Wetter erschwerte die Reinigung. Aber der Ölfleck war immer noch Dutzende Kilometer von der Küste entfernt: Genügend Zeit, so hofften Experten, um den Spill zu stoppen und die Ölpest in Schach zu halten.

Nach den Erkenntnissen vom Wochenende tritt das Öl an zwei Stellen aus, am letzten Bohrloch der versunkenen Plattform und dann aus einem Leck in einer Rohrverbindung, die zu dem Bohrloch führt. BP hatte gehofft, dass ein automatisches Ventil-Verschlusssystem einen Ölaustritt verhindern würde, was aber anscheinend nicht geschah. Am Sonntag wurde nach Angaben von CNN mit Hilfe des Mini-U-Boots nun versucht, das System zu aktivieren.

Klappt das nicht, gibt es einen anderen, aber weitaus langwierigeren Weg: die Schaffung eines «Nebenzugangs» zu dem ursprünglichen Bohrloch zur Eindämmung des Ölflusses. Durch diese Öffnung könnte dann eine spezielle schwere Flüssigkeit gepumpt und der Ölaustritt bis zur endgültigen Versiegelung des Bohrlochs gestoppt werden, hieß es in einer BP-Mitteilung. Eine Plattform mit entsprechender Ausrüstung sei unterwegs zur Unglücksstelle. Auf der Bohrinsel befanden sich beim Untergang auch schätzungsweise mehr als 2100 Tonnen Diesel - was mit ihnen passiert, ist weiter unklar.

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