DEUTSCHLAND/WELT

26.04.2010 | Avendorf (dpa)
Blauer Storch sorgt für Nachwuchs
Der blaue Storch in der Elbmarsch sorgt bereits für Nachwuchs. In seinem Nest an der Elbuferstraße im niedersächsischen Avendorf brüte schon ein weißes Weibchen, sagte am Montag Karl-Heinz Kornberger, Bürgermeister der Gemeinde Tespe. Der gefärbte Storch, der seit dem 1. April dort lebt, ist eine Attraktion für Touristen. Viele Radler und Autofahrer halten an und fotografieren das Tier.
Storchenbetreuer Hubert Horn aus Bleckede schätzt, dass es zwei Jahre dauern wird, bis das Gefieder des Vogels wieder rein weiß ist. «Störche mausern nur einzelne Federn, um flugfähig zu bleiben», sagte der Experte. Wie das Tier zu seinen bunten Federn gekommen ist, ist noch unklar. Es wird vermutet, dass der Vogel möglicherweise in gefärbtes Wasser oder in Farbe geraten ist.

26.04.2010 | Biegen (dpa)
Eis und Karten: Biegens Storch füllt die Dorfkasse
Biegens blauer Storch beschert dem kleinen Ort Biegen im Odervorland einen ungeahnten Besucheransturm und - finanziell - warmen Regen. Tag für Tag kommen Dutzende Schaulustige in das Dorf nahe Frankfurt (Oder), um den exotischen Adebar zu beobachten. «Der blaue Storch ist wie ein Sechser im Lotto», sagt Ortsvorsteher Manfred Wilke. In Biegen habe sich seit der Ankunft des Vogels Anfang April einiges getan. So entstand ein Parkplatz und sogar die vor einem Jahr geschlossene Gaststätte steht wieder offen.
Inhaber Martin Pfeiffer hat sein Haus mit dem Namen «Zur süßen Last» extra für Touristen neu eröffnet. «Das war allein schon nötig, weil die Leute ja auch mal eine Toilette benutzen müssen», sagt er. Außerdem sei der Storch nicht immer in seinem Nest zu beobachten. Die zum Teil stundenlange Wartezeit können sich die Besucher jetzt auf der Terrasse oder im Restaurant vertreiben. Neben Schnitzeln und Gulasch, Kaffee und Kuchen steht ein «Storchen-Eisbecher» mit blauem Eis auf der provisorischen Speisekarte.
«Mit meinem Koch kreiere ich derzeit auch warme Gerichte, die zu unserem neuen Dorfbewohner passen», erzählt Pfeiffer. Dabei sprüht er vor Ideen. So solle eines den Namen «Storchennest» tragen. Was dabei auf den Teller kommt, stehe aber noch nicht fest. Pfeiffer - im Hauptberuf Tischlermeister - hat noch andere Pläne. Beispielsweise kann er sich eine Informationstafel zur Dorfgeschichte vorstellen. Immerhin habe es in dem 400-Seelen-Ort einmal einen Gutshof gegeben.

Ortsvorsteher Wilke wiederum hat in der Nähe des Storchennestes Bänke aufstellen und eine erste Tafel anbringen lassen, die einiges über Weißstörche und ihre Flugrouten erzählt. Außerdem wurden 500 Postkarten gedruckt. «Die verkaufen sich sehr gut», berichtet Wilke. Die Einnahmen aus dem Verkauf - eine Karte kostet 1,50 Euro - kämen der Gemeinde zugute. «Wir wollen damit unser Dorffest am 17. Juni mitfinanzieren.»
Summen wie sie der Berliner Zoo einst mit der Vermarktung von Eisbär Knut eingenommen hat, erwartet Wilke indes nicht. Er wolle auch nicht, dass der blaue Storch kommerziellen Zwecken dient. «Wir warten erst einmal ab, wie sich alles entwickelt. Im August fliegt er ja ohnehin wahrscheinlich wieder weg.»
Auch im niedersächsischen Avendorf hat ein ebenfalls blauer Storch sein Nest bezogen. Experten gehen davon aus, dass die Vögel ein Farbbad genommen haben. «Die Langstreckenflieger lieben Zwischenstopps auf Müllkippen, möglicherweise sind sie dort in einer Farblache gelandet», sagte Biologe Kai Thomsen vom Naturschutzbund Deutschland. Er hält es für wahrscheinlich, dass nach den beiden blauen Störchen von Brandenburg und Niedersachsen noch weitere gefärbte Tiere auftauchen.
http://gutshof-biegen.de
www.amt-odervorland.de/index.php?id=562




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