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DEUTSCHLAND/WELT

 

Einweihnung Hochsee-Windpark
Fotos
27.04.2010 | Norddeich (dpa)

Erster Hochsee-Windpark per Knopfdruck gestartet

 

In der Nordsee ist der weltweit erste Hochsee-Windpark mit zwölf Windkraftanlagen der 5-Megawatt-Klasse offiziell in Betrieb. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gab am Dienstag per Knopfdruck das Startsignal für das Pilotprojekt «alpha ventus» 45 Kilometer nördlich von Borkum. «Die Nutzung der Windenergie wird die zentrale Rolle im Energiemix der Zukunft spielen», sagte Röttgen bei der Eröffnung im ostfriesischen Norddeich. Ziel bis zum Jahr 2030 sei eine Leistung von 25 000 Megawatt durch auf See erzeugten Windstrom.

Schlechtes Wetter und der enorme logistische Aufwand hatten das Offshore-Projekt um mehrere Monate verzögert. Die Kosten verteuerten sich um 60 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro. Die Stromkonzerne EWE, Eon und Vattenfall hatten 2006 für den Bau von «alpha ventus» das Konsortium Doti gegründet. In dem Test-Windpark sehen die drei Energieversorger ein Zukunftsthema. Sie wollen künftig getrennt weitere Tiefwasserprojekte fern von der Küste in Angriff nehmen. Dabei sollen die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt allen künftigen Offshore-Windparks zu Gute kommen.

Insgesamt sieht die deutsche Windindustrie sehr gute internationale Marktchancen für den technologisch anspruchsvollen Offshore-Bereich. Bisher sind in Nord- und Ostsee 29 Windparks mit zusammen 1894 einzelnen Windrädern genehmigt. Aktuell sind zwei weitere Parks im Bau, darunter «Bard Offshore 1» mit 80 Anlagen (Nordsee) und «Baltic 1» mit 21 Turbinen vor der Ostsee-Insel Darß (Mecklenburg-Vorpommern).

Das Thema Offshore-Windparks spielt auch zunehmend eine Rolle in der Umwelt-Debatte um Atomkraft und erneuerbare Energien. Die Grünen sehen die von der Bundesregierung versprochenen 30 000 Arbeitsplätze an Nord- und Ostsee in Gefahr, wenn die Restlaufzeiten für alte Atomkraftwerke verlängert werden. Die Stromkonzerne hätten dann kein Interesse mehr am Ausbau der Offshore-Anlagen, erklärte am Dienstag die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn.

Umweltschützer vermissen eine weitreichende Raumplanung für Meeres-Windparks. Zudem seien die Risiken für die Meeresumwelt zu wenig bekannt. Forscher untersuchen die Auswirkungen des Baulärms bei Rammarbeiten auf Meeressäuger wie Schweinswale. Bisher gebe es auch zu wenig Erfahrungen über Kollisionen von Zugvögeln mit Windrädern.

Windpark: www.alpha-ventus.de
EWE: www.ewe.com/konzern/windenergie.php
Eon: www.eon.com/de/media/news-detail.jsp?id=9276&year=2009
Vattenfall: www.vattenfall.de/www/vf/vf_de/225583xberx/228647erneu/2014373neu-w/2014942offsh/2016004offsh/index.jsp?WT.ac=search_success
Webcam: www.fino-offshore.de/_content/webcam/cam05r.jpg
Forschungsprojekt Rave: rave.iset.uni-kassel.de/rave/pages/welcome

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