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DEUTSCHLAND/WELT

 

10.05.2010 | Hamburg

Aschewolke bleibt Risiko für Europas Luftverkehr

 

Drei Wochen nach dem heftigen Flugchaos hat die Asche aus dem Eyjafjallajökull-Gletscher den Luftverkehr über Teilen Deutschlands und Europas erneut massiv behindert.

Beeinträchtigungen gab es auch in anderen Ländern Europas - darunter Frankreich, Spanien und Österreich - sowie auf den Transatlantikstrecken. In Deutschland waren Flughäfen in Bayern und Baden-Württemberg bis Sonntagabend für mehrere Stunden von den Sperrungen betroffen. Das stieß bei den beiden größten deutschen Airlines auf heftige Kritik.

Für Montag sagten Meteorologen noch «punktuell» Behinderungen durch die Asche in mehreren Kilometern Höhe voraus. Ab Dienstag sei dann mit keinen Beeinträchtigungen mehr zu rechnen. «Der Regen über Süddeutschland hat die Aschekonzentration nach den uns vorliegenden Daten bereits teilweise ausgewaschen», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Montagmorgen.

Flughafen München stundenlang dicht

Der Luftraum am zweitgrößten deutschen Flughafen in München war am Sonntag zwischen 15.00 und 21.00 Uhr gesperrt, teilte die Flugsicherung in Langen bei Frankfurt mit. Vor den Schaltern der Airlines drängten sich Passagiere auf hunderten Metern Länge. Flüge waren sowohl nach Instrumenten als auch auf Sicht untersagt.

Am Abend wurden auch die Airports Memmingen und Augsburg wieder geöffnet. Der ebenfalls am Nachmittag geschlossene Flughafen Stuttgart nahm bereits um 18.00 Uhr seinen Betrieb wieder auf. Gestrichene oder verspätete Flüge verärgerten auch viele Passagiere in anderen Bundesländern.

Asche trifft erstmals Portugal

Erstmals wurden am Sonntag auch Teile des portugiesischen Luftraumes wegen der Asche geschlossen. Nach Angaben der nationalen Luftverkehrskontrollbehörde NAV sollte der Flughafen Francisco Sa Carneiro in Porto im Norden des Landes aller Voraussicht nach am Montag um 7.00 Uhr Ortszeit (8.00 MESZ) wieder geöffnet werden. Der von Lissabon um 13.00 Uhr Ortszeit. Am Sonntag waren auch alle Flughäfen auf den Azoren etwa 1500 Kilometer westlich vom europäischen Festland geschlossen worden, hieß es.

Der Flughafen von Luxemburg blieb bis 6.00 Uhr am Montagmorgen geschlossen. Nach Einschätzung von Eurocontrol entfielen am Sonntag in Europa rund 500 von normalerweise etwa 25 000 Flügen. Am Samstag waren rund 200 Flüge ausgefallen. Auf den Strecken über den Atlantik kam es zu mehrstündigen Verspätungen, weil die Maschinen die Aschewolke umfliegen mussten.

Betroffen von der Vulkanasche in der Luft waren laut Eurocontrol Flughäfen im Norden Portugals, im Nordwesten Spaniens und im Norden Italiens. Vorübergehend waren nach Angaben der Behörde die Flughäfen Mailand, Pisa und Florenz gesperrt. Auch Österreich schloss die Flughäfen Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien. Die Schweiz schloss sich der Sperrung zwar nicht an; dennoch fielen am Sonntag zahlreiche Flüge in Genf, Basel und Zürich aus.

Heftige Kritik der Airlines

Die Lufthansa kritisierte ebenso wie Air Berlin die deutschen Flugverbote als «falsch». «Es gibt keinen konkreten Hinweis auf eine Gefährdung», sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Erneut seien für die Entscheidung nur Computersimulationen herangezogen worden. Die Schweiz, die eigene Messungen durchgeführt habe, lasse weiter den Flugverkehr zu.

Die Vulkanasche zog am Wochenende nach Angaben des DWD von nördlichen Winden getrieben von Island aus bis vor die Küste Portugals. Von dort bog sie mit den Luftströmen ab nach Osten über Spanien und Frankreich und in einen Teil des norditalienischen und süddeutschen Luftraums. Der Wetterdienst berief sich auf Daten der Vulkanasche-Spezialisten aus London. In dem Luftraum gebe es daher eine hohe Konzentration an Vulkanasche. Die Partikel gelten zwar für Menschen nicht als schädlich, können in hoher Konzentration aber Triebwerke moderner Jets schädigen oder gar zum Ausfall bringen.

Mitte April waren fast sechs Tage lang weite Teile des europäischen Luftraums gesperrt: Zehntausende Flugausfälle führten zu Schäden in Milliardenhöhe. In Deutschland setzten mehrere Airlines auf Sichtflüge, für die sie eine Sondergenehmigung erhielten. Die EU- Verkehrsminister beschlossen ein Modell mit drei Gefährdungsstufen, um eine einheitliche Regelung zu haben.

09.05.2010 | Frankfurt/Main

Alle deutschen Flughäfen wieder geöffnet

 

Nur drei Wochen nach dem letzten Flugchaos hat Vulkanasche aus Island wieder den Luftverkehr in Deutschland massiv behindert. Mittlerweile sind aber alle deutschen Flughäfen wieder offen.

 

Beeinträchtigungen gab es am Wochenende auch in anderen Ländern Europas - darunter Frankreich, Spanien und Österreich - sowie auf den Transatlantikstrecken. In Deutschland waren Flughäfen in Bayern und Baden-Württemberg für mehrere Stunden von den Sperrungen betroffen. Dies stieß bei den beiden größten deutschen Airlines auf heftige Kritik. Für Montag sagten die Meteorologen weitere Beeinträchtigungen voraus.

 

Der Luftraum am zweitgrößten deutschen Flughafen in München wurde am Sonntag zwischen 15.00 und 21.00 Uhr gesperrt, teilte die Flugsicherung in Langen bei Frankfurt mit. Vor den Schaltern der Airlines drängten sich Passagiere auf mehreren hundert Metern Länge. Flüge nach Instrumenten und auf Sicht waren verboten. Am Abend wurden auch die Airports Memmingen und Augsburg wieder geöffnet. Der ebenfalls am Nachmittag geschlossene Flughafen Stuttgart nahm bereits um 18.00 Uhr seinen Betrieb wieder auf. Gestrichene oder verspätete Flüge verärgerten auch viele Passagiere in anderen Bundesländern.

Heftige Kritik der Airlines


Die Lufthansa kritisierte ebenso wie ihr Konkurrent Air Berlin die deutschen Flugverbote als «falsch». «Es gibt keinen konkreten Hinweis auf eine Gefährdung», sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Erneut seien für die Entscheidung nur Computersimulationen herangezogen worden. Die Schweiz, die eigene Messungen durchgeführt habe, lasse weiter den Flugverkehr zu. In Deutschland habe es dagegen keine Messflüge gegeben. «Wir haben keinerlei hinreichende Beweise vom Deutschen Wetterdienst, was da in der Luft ist», sagte auch Air Berlins Pressesprecher Christoph Noack.

 

Die Vulkanasche aus Island sei über Spanien und Frankreich in einen Teil des süddeutschen Luftraums gezogen, erklärte die Flugsicherung aufgrund von Daten des Deutschen Wetterdienstes und von Vulkanasche-Spezialisten aus London. In dem Luftraum gebe es daher eine hohe Konzentration an Vulkanasche. Die Partikel gelten zwar für Menschen nicht als schädlich, können in hoher Konzentration aber Triebwerke moderner Jets schädigen oder gar zum Ausfall bringen.

 

Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes sagte, es sei für Montag noch mit lokalen Ascheresten über Deutschland zu rechnen. Von Dienstag an soll es keine Beeinträchtigungen mehr geben.

Frankfurt nicht direkt betroffen


Bereits Mitte April waren fast sechs Tage lang weite Teile des europäischen Luftraums gesperrt worden. Zehntausende Flugausfälle führten zu Schäden in Milliardenhöhe. In Deutschland setzten mehrere Airlines auf Sichtflüge, für die sie eine Sondergenehmigung erhielten. Die EU-Verkehrsminister beschlossen daraufhin ein Modell mit drei Gefährdungsstufen, um eine einheitliche Regelung zu haben.

 

Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt war von der Asche nicht direkt betroffen. Allerdings fielen allein am Sonntag 31 von knapp 1400 Flügen aus, weil andere Flughäfen in Europa geschlossen waren.

 

Einige andere Lufträume in Deutschland waren am Sonntag nach Einstufung der Flugsicherung «potenziell kontaminiert». Dort waren Flüge aber weiter möglich. Nach einem vom Bundesverkehrsministerium festgelegten Plan müssen Airlines dann alle besonderen Vorkommnisse melden und Flugzeuge unverzüglich auf mögliche Schäden untersuchen.

Nach Einschätzung von Eurocontrol vom Mittag sollte es am Sonntag in Europa rund 24 500 Flüge geben, etwa 500 weniger als normal. Am Samstag waren rund 200 Flüge ausgefallen. Auf den Strecken über den Atlantik kam es zu mehrstündigen Verspätungen, weil die Maschinen die Aschewolke umfliegen mussten. Betroffen von der Vulkanasche in der Luft waren laut Eurocontrol Flughäfen im Norden Portugals, im Nordwesten Spaniens und im Norden Italiens. Vorübergehend seien die Flughäfen Mailand, Pisa und Florenz gesperrt. Auch Österreich schloss die Flughäfen Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien.

 

Die Schweiz schloss sich der Sperrung zwar nicht an; dennoch fielen am Sonntag zahlreiche Flüge in Genf, Basel und Zürich aus. Die Fluggesellschaft EasyJet strich sämtliche Flüge von und nach Genf, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtete. Die Schweizer Luftaufsicht hatte am Samstagabend entschieden, dass der Luftraum über der Schweiz offen bleiben soll. Die Dichte der neuen Aschewolke des isländischen Vulkans stelle für Flugzeuge derzeit keine Gefahr dar, hieß es.

 

Weiter Kritik an Sichtflügen

 

Unterdessen stoßen die Sichtflüge von Verkehrs-Jets während der Luftraumsperrung im April nach einem Bericht des «Spiegel» weiter auf Kritik. Flüge im kontrollierten Sichtflug seien riskanter gewesen als die Gefahr durch die Vulkanwolke, schreibt das Magazin unter Berufung auf Piloten. Lufthansa-Sicherheitspilot Jürgen Steinberg hat demnach seine Zustimmung zu den Sichtflügen inzwischen bedauert. «Das darf sich nicht wiederholen. Heute würde meine Empfehlung in der gleichen Situation lauten: "Don`t do it" (Tue es nicht)», schrieb er nach den Angaben. Die Lufthansa wies die Kritik als Privatmeinung zurück.

Quelle: dpa

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