DEUTSCHLAND/WELT

21.05.2010 | Heidenheim - update
Blutspur in Auto der entführten Bankiersfrau
Im Fall der entführten Bankiersfrau aus Heidenheim hat die Polizei angeblich Blut im Auto des Opfers gefunden. Die Hoffnung der Behörden, Maria B. noch zu finden, ist weiter gesunken. Die flächendeckende Suche wurde eingestellt.
Es werde nun punktuell gesucht, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Spur auf der Beifahrerseite stamme eindeutig von der entführten 54-Jährigen, berichtete die «Bild»-Zeitung. Zudem zitierte das Blatt einen Ermittler, Maria B. habe zu ihrem Mann am Telefon gesagt, sie werde «mit dem Tode» bedroht. Der Polizeisprecher wollte die Informationen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommentieren.

Die Hundertschaften seien jederzeit wieder einsatzbereit, genauso wie 50 weitere Ermittler, erklärte er. Die 80 Ermittler der Sonderkommission «Flagge» gingen nun den knapp 1200 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Allein nach der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» waren rund 100 Tipps eingegangen.
Die Polizei konzentriert sich vor allem auf die Suche nach «Geocaching»-Sportlern, die in der Nähe des Klosters Neresheim unterwegs waren, wo das Auto der Entführten entdeckt wurde. Die Gruppe sei an sich schon ausfindig gemacht worden, sagte der Sprecher. Doch wüssten die Fahnder noch nicht, wer genau zur relevanten Zeit in der Gegend auf digitaler Schnitzeljagd (Geocaching) war.
Ebenso wie die Sportler könnten Ferienhausbesitzer aus der Region wichtige Zeugen sein, hieß es. Sie sollten nachsehen, ob es verdächtige Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass sich dort Fremde aufgehalten haben.
Quelle: dpa

20.05.2010 | Heidenheim
Mehr als 90 neue Hinweise zum Entführungsfall
Im Fall der entführten Bankiersfrau Maria B. sind nach der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ungelöst» bei der Heidenheimer Polizei 91 Hinweise eingegangen. Es gebe aber keine neuen Erkenntnisse, wo sich die 54-jährige Frau befinde, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.
Er bestritt, dass es bei der gescheiterten Lösegeldübergabe vor einer Woche zu einer schweren Panne gekommen sei. Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung sammelten die Angestellten der Autobahnmeisterei den Müllsack mit den 300 000 Euro Lösegeld ein, der 16 Stunden zuvor dort platziert worden war. Zivilpolizisten hätten den Sack kurze Zeit später zurückgebracht.
Die Polizei bestätigte zwar, dass der Sack unbeabsichtigt von der Autobahnmeisterei abtransportiert wurde. Er sei aber nicht zurückgebracht, sondern von der Polizei sichergestellt worden. «Wir hätten das Geld eh kurze Zeit später ohnehin abgeholt», sagte der Polizeisprecher. Die Autobahnmeisterei wollte sich dazu nicht äußern.

Noch am Abend der Fernsehsendung überprüfte die Polizei sieben eingegangene Hinweise. Doch auch diese Ermittlungen blieben erfolglos. Die Bankiersfrau war am Mittwoch vergangener Woche aus dem Haus der Familie entführt worden. Die meisten Zeugen, die sich nach der TV-Sendung meldeten, hatten das im Kloster Neresheim gefundene Auto oder die Deutschlandflagge am Ort der gescheiterten Geldübergabe an der Autobahn 7 gesehen.
Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 1100 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Fall. Die Polizei setzte am Donnerstag ihre Suche in den Wäldern der Region fort. Die engmaschige «Flächensuche» werde aber vermutlich demnächst eingestellt, sagte ein Polizeisprecher. Danach würden die Ermittler die Hinweise weiter auswerten und auf deren Grundlage nur noch gezielt in der Region suchen.
Mit einem verzweifelten Appell hatte sich die Familie der entführten Bankiersfrau Maria B. in der Fernsehsendung an die Täter gewandt. «Wir flehen sie an, die für uns alle so qualvolle Situation positiv zu beenden», sagte der Sohn. Seine Schwester ergänzte weinend: «Bitte geben Sie uns ein Zeichen, wo unsere Mutter ist.»
Quelle: dpa
Telefon für anonyme Hinweise: +49 7321 2770406

20.05.2010 | Heidenheim
Bankiers-Familie appelliert an Entführer
Mit einem verzweifelten Appell hat sich die Familie der entführten Bankiersfrau Maria B. in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» an die Täter gewandt. «Wir flehen Sie an, die für uns alle so qualvolle Situation positiv zu beenden», sagte der Sohn am Mittwoch in der Sendung. Seine Schwester ergänzte weinend: «Bitte geben Sie uns ein Zeichen, wo unsere Mutter ist.» Es gebe unzählige Möglichkeiten, anonym einen Hinweis zu machen. Der Ehemann der Entführten aus Heidenheim (Baden-Württemberg) appellierte an die Menschlichkeit der Täter. Seit dem Verschwinden der 54-Jährigen am Mittwoch vergangener Woche sucht die Polizei erfolglos nach der Frau.
«Unsere Zuversicht nimmt nach einer Woche auch ab», sagte Hartmut Schröppel, der Leiter der Sonderkommission «Flagge» in der Fernsehsendung. Die Hoffnung aufgeben, die 54-Jährige noch lebend zu finden, wollten die Beamten aber noch nicht. Die Ermittler hoffen nun auf weitere Hinweise durch die Fernsehfahndung. Bislang sind bei der Polizei um die 1000 Hinweise eingegangen. Darunter seien aber auch viele unbrauchbare Tipps von Hellsehern, sagte ein Polizeisprecher.

Auch am Mittwoch durchkämmten wieder zwei Hundertschaften die Wälder rund um den Ort der misslungenen Geldübergabe und den Fundort des Autos der 54-Jährigen, sagte ein weiterer Sprecher. Das Auto war am Freitag an einem Kloster entdeckt worden. Die Beamten durchleuchteten auch einige Höhlen im Kalkgestein der Schwäbischen Alb, in denen man einen Mensch verstecken könnte, sagte der Polizeisprecher. Doch auch dort blieb die Suche erfolglos.
Maria B. war am Mittwoch vergangener Woche aus dem Haus der Familie in ihrem eigenen Auto entführt worden. Wenig später rief ein Erpresser den Ehemann an und forderte Geld. Bei dieser Gelegenheit konnte Maria B. ihren Mann kurz sprechen und berichtete, sie sei in Lebensgefahr. Das geforderte Lösegeld in Höhe von 300 000 Euro wurde neben der Autobahn 7 hinterlegt, aber nicht abgeholt. Seitdem ist der Kontakt zu dem Entführer oder den Entführern abgebrochen.




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