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DEUTSCHLAND/WELT

 

» Thailand: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes... «

20.05.2010 | Bangkok

Tote im Tempel in Bangkok

In einem buddhistischen Tempel in Bangkok sind einen Tag nach den Kämpfen zwischen Militär und oppositionellen Rothemden neun Leichen gefunden worden. Das berichteten Augenzeugen am Donnerstag. Die Sicherheitskräfte drangen am Donnerstag auf das Tempelgelände vor, wo hunderte am Mittwoch Zuflucht gesucht hatten. Die Umgebung des Tempels mitten in der einstigen Protestzone war am Donnerstag noch nicht völlig unter Armeekontrolle, teilten die Sicherheitskräfte mit.
 
In den Pat Whatum-Tempel strömten hunderte Rothemden, nachdem ihre Anführer sich am Mittwoch der Polizei ergeben hatten. Doch geriet das Gelände in die Schusslinie zwischen Soldaten und militanten Demonstranten, wie Mark MacKinnon, Reporter für die kanadische Zeitung «Globe and Mail», berichtete, der dort selbst strandete.

Sein Kollege Andrew Buncombe vom britischen «Independent» wurde durch mehrere Schüsse am Bein verletzt. Wegen der anhaltenden Schießereien gelang es erst nach Stunden, Krankenwagen zu organisieren und die Verletzten zu retten. Insgesamt kamen bei den Kämpfen am Mittwoch wahrscheinlich 16 Menschen ums Leben.

Die Regierung kündigte am Donnerstag für drei weitere Tage nächtliche Ausgangssperren an. Sie habe Verständnis für Frustration unter den Rothemden, nicht aber die Zerstörungswut, sagte ein Regierungssprecher. «Das war organisierter Terrorismus», sagte Panitan Wattanayakorn. Wütende Rothemden hatten aus Protest gegen die Militäraktion mindestens 35 Brände gelegt. Ein riesiges Einkaufszentrum brannte vollständig aus.

Quelle: dpa
19.05.2010 | Hamburg 

Fragen & Antworten: Aufruhr im "Land der Freien"

Das südostasiatische Königreich Thailand versinkt in Anarchie. Die seit Mitte März anhaltende Konfrontation von Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in der Hauptstadt Bangkok hat fast 70 Menschen das Leben gekostet. Begonnen hatte die politische Krise 2006, als das Militär den Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra stürzte und ins Exil vertrieb. Was geht im «Land der Freien», wie Thailand auch genannt wird, vor?

Wer sind die Rothemd-Demonstranten?
Viele der sogenannten Rothemden kommen aus dem armen Norden und Nordosten des Landes. In den fünf Thaksin-Jahren hatten sie von dessen  Gesundheits- und Bildungspolitik profitiert und wurden so seine treuen Anhänger. Andere Rothemden sind Intellektuelle aus den städtischen Milieus. Vereint sind die Rothemden im Oppositionsbündnis UDD. Die UDD verlangt den Rücktritt der angeblich illegalen Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva und Neuwahlen.

Wer sind ihre politischen Gegner?
An ihren gelben Hemden sind die Angehörigen des gegnerischen Lagers zu erkennen. Sie tragen Gelb, weil das die Farbe des Königs ist. Die Königstreuen, Geschäftsleute und Angehörigen der städtischen Ober- und  Mittelschicht haben sich in der «Volksallianz für Demokratie» (PAD) organisiert. Anders als die Rothemden sind die Gelben erbitterte Feinde von Thaksin, zu dessen Sturz sie maßgeblich beigetragen hatten. Ende 2008 legten Demonstranten tagelang den Flughafen der Hauptstadt lahm. Danach wurde es still um die Gelben. Jetzt drohten sie mit neuen Aktionen, falls die Regierung nicht energischer gegen die Rothemden vorgeht.

Welche Rolle spielt die Armee?
Zunächst konnte die königstreue Armee dem Aufruhr kein Ende bereiten. Anfangs hielt sie sich zurück. Man wolle nicht gegen wehrlose Menschen vorgehen, erklärte die Führung im April nach der Erstürmung des Parlamentsgebäudes und der Verhängung des Notstands. Dann am Mittwoch die Wende: Mit Soldaten und Panzerfahrzeugen rückte sie in den Stadtteil Bangkoks vor, in dem sich die Regierungsgegner seit Wochen verbarrikadiert hatten.

Warum schweigt der König?
Nur die Integrationsfigur des Landes, König Bhumibol Adulyadej, könnte die Lage beruhigen, glauben viele Thailänder. Doch der 82-jährige  Monarch schweigt zur Krise. Im April hat er vor neu ernannten Richtern lediglich allgemein zur Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten aufgerufen. Vor acht Monaten musste Bhumibol in ein Krankenhaus gebracht werden, die genauen Gründe sind unbekannt. 1973 hatte er das Blutvergießen während eines Studentenaufruhrs gestoppt, 1992 griff er bei Protesten gegen das Militär ein.

Wie steht es mit Urlaub in Thailand?
Die Krise gefährdet den Tourismus, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Allein aus Deutschland reisen jährlich weit mehr als 500 000 der insgesamt 14 Millionen Urlauber an. Angesichts der Lage hat das deutsche Außenministerium von Reisen nach Bangkok «dringend abgeraten». Das gelte auch für die Regionen im Norden und Nordosten des Landes.

 

Quelle: dpa

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