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Hochwasser an der Oder in Brandenburg

 

» Aktuelle Tageswerte der Wasserstände und Abflüsse... «

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» Interaktive Karte: Die aktuellen Oder-Pegelstände «

Mehr Informationen erteilt das Landesumweltamt:

www.mluv.brandenburg.de/info/lua und www.luis-bb.de/w/

Hier finden Sie eine Karte mit deutschlandweiten Pegelständen...»

31.05.2010 | Frankfurt (Oder)

Höchste Hochwasser-Alarmstufe aufgehoben

 

Die höchste Hochwasser-Alarmstufe ist am deutschen Ufer der Oder wieder überall aufgehoben worden. Der südlich gelegene Landkreis Oder-Spree nahm die Stufe 4 - wie schon zuvor die Stadt Frankfurt (Oder) - am Montagabend zurück.

 

Nun gilt fast überall am Fluss die Alarmstufe 3. Mit Stufe 3 ist ein Wachdienst und der Einsatz von Deichläufern verbunden.

 

Der Hochwasserscheitel bewegte sich zu Wochenbeginn weiter gen Norden, wo aber voraussichtlich die Richtwerte für Alarmstufe 4 nicht mehr erreicht werden. Bei Alarmstufe 4 ist mit der Überschwemmung von Deichen zu rechnen. In den ersten Orten in Flussnähe begannen unterdessen die Aufräumarbeiten.

 

Experten zeigten sich optimistisch, dass auch die Lage an der Warthe, die aus Polen kommend bei Küstrin-Kietz in die Oder mündet, unter Kontrolle bleibt. Laut Prognosen des Hochwassermeldezentrums in Frankfurt werden die Pegelstände in Ratzdorf und Eisenhüttenstadt schon am Dienstag unter die Richtwerte für Alarmstufe 3 sinken. Für Frankfurt (Oder) wird dies am Mittwoch erwartet. Zum Wochenende soll der Scheitel der Warthe bei Küstrin-Kietz eintreffen.

Brandenburgs Innenminister Rainer Speer (SPD) äußerte sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit der Katastrophenschutzstäbe und unter den Hilfsorganisationen bei der Abwehr des Oder-Hochwassers. Sie klappe «nahezu perfekt», sagte er im Potsdamer Brand- und Katastrophenschutzstab des Landes. «Die Deiche sind in einem guten Zustand», ergänzte Speers zuständiger Referatsleiter Frank Stolper. Am Nordabschnitt der Oder habe die Flutung zweier Polder Ende vergangener Woche eine deutliche Entlastung gebracht.

 

Insgesamt waren am Montag nach Angaben des Innenministeriums noch rund 700 Hilfskräfte im Einsatz. Sie dichteten Sickerstellen ab, bargen Treibholz oder sicherten sonstwie die Deiche. Allein bei Güstebieser Loose liegen Stolper zufolge rund 25 000 Sandsäcke bereit. Dazu kommen Reisigbündel zur Uferbefestigung.

 

Die Gefahr sei noch nicht vorbei, warnte der Präsident des Landesumweltamtes in Brandenburg, Matthias Freude, im Inforadio des RBB. Wegen des erwarteten Zuflusses aus der Warthe werde die Alarmbereitschaft noch etwa eine Woche andauern. Die Deiche seien an dieser Stelle von Grund auf erneuert worden. Passieren könne dennoch immer etwas, erklärte der Experte.

 

Quelle: dpa
Hochwasser: Toni Schmitt vor Ort (2)
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Hochwasser an der Oder
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28.05.2010 | Frankfurt (Oder)

Höchste Alarmstufe in Frankfurt an der Oder

 

In Frankfurt an der Oder ist am Freitagnachmittag die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4 ausgerufen worden. Zwar sei der Richtwert von 6 Metern noch nicht erreicht, der Pegel liege aber mit 5,97 Metern nur knapp darunter, sagte ein Stadt- Sprecher.

 

Im Landkreis Oder-Spree gilt Stufe 4 bereits seit Mitte der Woche. Einige Straßenzüge der Grenzstadt stünden bereits seit der Nacht unter Wasser, sagte der Sprecher. Damit die Deiche nicht überflutet werden, wurden Spundwände aufgestellt. Außerdem liegen tausende Sandsäcke bereit.

 

Zwar sanken vom Morgen an im südlichen Brandenburg die ersten Pegelstände wieder, die Wassermassen drängten aber unvermindert stark gegen die Deiche. Der Präsident des Landesumweltamts, Matthias Freude, rechnet damit, dass die Pegelstände in den nächsten zwei Tagen kaum sinken. In der Nähe von Ratzdorf wurde in der Nacht ein erster Deichschaden entdeckt. Nach Angaben des Innenministeriums wurde der Riss noch am Vormittag mit Sandsäcken und Reisig gesichert.

Bei Schwedt nördlich von Frankfurt (Oder) wurde am Nachmittag ein rund 1700 Hektar großer Polder geflutet, um Druck von den Deichen zu nehmen. Am Abend sollten die Wassermassen auf ein zweites Areal weiterströmen, sagte die Sprecherin des Landesumweltamtes, Frauke Zelt. Insgesamt sei die Auslauffläche rund 4500 Hektar groß.

 

Bei Slubice, der polnischen Nachbarstadt Frankfurts, wurden zwei Dörfer evakuiert. Schulen und Kindertagesstätten blieben geschlossen. Zunächst hielten die Deiche auch dort. Die Stadtbrücke, die Frankfurt mit Slubice verbindet, sollte zunächst nicht geschlossen werden.

 

Weiter nördlich in Brandenburg verschärfte sich die Lage. In der Uckermark sollte am Nachmittag verboten werden, die Deiche zu betreten, wie der Landkreis mitteilte. Vermutlich werde Alarmstufe 3 ausgerufen.

 

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zeigte sich bei einem Besuch des Katastrophenschutzstabes Märkisch-Oderland optimistisch. Das Oderbruch, ein stark überschwemmungsgefährdeter Landstrich, sei sehr gut auf die aktuelle Flutwelle vorbereitet, sagte er. Dort stünden hochmoderne Deichanlagen. «Die Wackelpudding-Erscheinungen der Deiche, wie wir sie hier 1997 flächendeckend hatten, können wir eigentlich ausschließen.»


Oder-Hochwasser
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27.05.2010 | Frankfurt (Oder)/Ratzdorf

Hochwasserscheitel kommt - Teile Slubices geräumt

 

Der Höhepunkt der Oderflut hat Deutschland so gut wie erreicht. Wie ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums in Frankfurt (Oder) mitteilte, stand das Wasser am ersten Pegel hinter der polnischen Grenze, in Ratzdorf, am frühen Morgen bei 6,30 Meter. Es stieg aber nur noch langsam. Bei der verheerenden Flut 1997 waren in Ratzdorf 6,91 Meter gemessen worden.

In Frankfurt (Oder) werde der Flutscheitel erst am Abend erwartet, sagte der Sprecher. Am Morgen wurden hier 5,89 Meter gemeldet. Der Richtwert für die höchste Alarmstufe 4 liegt bei 6,00 Metern. Sie werde voraussichtlich noch am Freitagmorgen ausgerufen, sagte Stadt-Sprecher Sven Henrik Häseker. Dann droht die Überflutung von Deichen und Dämmen. Eine Entscheidung des zuständigen Katastrophenstabs stand am Morgen aber noch aus.

In der zwei Meter tiefer liegenden polnischen Nachbarstadt Slubice wurden bereits zwei Ortsteile evakuiert. Nach Angaben des Hochwassermeldezentrums fallen die Pegelstände des Flusses rund 60 bis 70 Kilometer flussaufwärts aber bereits wieder.

Zwar standen am Donnerstagabend der Uferbereich im Eisenhüttenstädter Fürstenberg sowie einige Seegrundstücke in der Gemeinde Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) unter Wasser, dies sei aber «völlig normal», sagte Landrat Manfred Zalenga (parteilos). Kritische Abschnitte entlang der Oder wurden am Donnerstag mit tausenden Sandsäcken vor dem andrängenden Wasser geschützt.

15 000 Säcke verbauten die Helfer allein an einem bislang unsanierten Deichabschnitt in der Neuzeller Niederung. Bisher hielten alle Wälle stand. Im Landkreis Oder-Spree gilt schon seit geraumer Zeit die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4.

Auf deutscher Seite herrscht Zuversicht. «Alle Vorkehrungen sind getroffen, damit Menschenleben, Hab und Gut geschützt werden», sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Abend. Die derzeitige Lage an der Oder sei ernst. «Wir stehen zwar derselben Gefahr gegenüber wie 1997, haben aber das Gefühl, besser gewappnet zu sein.»

Es wird erwartet, dass sich das maximale Hochwasser zwei bis drei, eventuell auch vier Tage hält. Nach 1997 wurden rund 90 Prozent der rund 170 Kilometer Oderdeiche in Brandenburg saniert. Am Freitag wollen Platzeck und Umweltministerin Anita Tack (Linke) an einer Sitzung des Katastrophenschutzstabes im Landkreis Märkisch-Oderland in Seelow teilnehmen. Am frühen Nachmittag wird dann in ihrem Beisein ein Polder - eine Auslauffläche für Hochwasser - im Nationalpark Unteres Odertal geflutet.

 

Quelle: dpa
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