DEUTSCHLAND/WELT

29.05.2010 | Berlin
25 000 Karstadt-Mitarbeiter müssen weiter bangen
Wieder keine Entscheidung über die Zukunft von 25 000 Mitarbeitern und bundesweit 120 Standorten der insolventen Warenhauskette Karstadt.
Nach der Präsentation der Rettungskonzepte der drei Interessenten Highstreet, Berggruen und Triton hat der Gläubigerausschuss am Freitag die Entscheidung über einen Zuschlag auf den 7. Juni vertagt. Der Kaufvertrag soll nun am 9. Juni unterschrieben werden. Es seien drei «seriöse Angebote» vorgelegt worden, sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg nach der Sitzung.
Das Angebot des Karstadt Vermieters Highstreet war erst wenige Stunden vor Beginn der Sitzung am Freitag bekanntgeworden. Dem Vernehmen nach will Highstreet auf Entlassungen verzichten. Gleichwohl sollen die 25 000 Karstadt-Mitarbeiter länger arbeiten, ohne mehr Lohn zu erhalten. Im Gegenzug sollen die Arbeitnehmer am Unternehmen beteiligt werden.
Der Vorstoß des mehrheitlich zu Goldman Sachs gehörenden Immobilienfonds war in der Branche erwartet worden. Highstreet besitzt 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser und ist damit nicht nur der wichtigste Vermieter, sondern auch einer der Hauptgläubiger der insolventen Warenhauskette.
Bei dem Karstadt-Konkurrenten Kaufhof bahnt sich unterdessen eine Entscheidung über einen möglichen Verkauf an. Der Handelskonzern Metro hat bereits mehrere Interessenten in die Bücher der Konzerntochter schauen lassen. Zuvor hatte die «Lebensmittel Zeitung» berichtet, dass die potenziellen Investoren bis zum 7. Juni Angebote vorlegen sollen. Nach Informationen der Zeitung sind unter anderem die Finanzinvestoren Permira, Apollo und Blackstone im Rennen um die Warenhauskette. Metro-Konzernchef Cordes hatte Anfang Mai erklärt, ein angemessener Preis für die Warenhauskette mit 140 Häusern und 25 000 Mitarbeitern liege derzeit bei zwei bis drei Milliarden Euro.




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