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  • Fliegerbombe explodiert

DEUTSCHLAND/WELT

 

02.06.2010 | Göttingen

Bombenexplosion reißt drei Sprengstoffexperten in den Tod

Die Explosion eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Dienstagabend in Göttingen drei Sprengstoffexperten in den Tod gerissen. Warum die Zehn-Zentner-Bombe kurz vor ihrer geplanten Entschärfung detonierte, ist immer noch völlig unklar. In der Nähe der Explosionsstelle wurden keine weiteren Bomben gefunden. Das teilte Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse am Mittwoch mit. Er sprach von einem «sehr traurigen Tag».

Bei der Explosion hatte es auch zwei Schwerverletzte im Alter von 46 und 49 Jahren gegeben, die aber außer Lebensgefahr sind. Vier weitere Männer erlitten einen Schock.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte, bei den Toten im Alter von 38, 52 und 55 habe es sich um erfahrene Sprengstoffexperten gehandelt. Die drei Männer seien zwischen 20 und 30 Jahren im Dienst und an der Entschärfung von 600 bis 700 Bomben beteiligt gewesen. Schünemann zeigte sich «tief bestürzt» über ihren Tod. Er betonte, der Kampfmittelbeseitigungsdienst habe eine ganz wichtige Funktion.

Polizeipräsident Kruse sagte, die Bombe sei am Dienstagabend um 21.36 Uhr detoniert, offenbar bei der Vorbereitung der Entschärfung. Diese war etwa eine Stunde später geplant. «Die Lage ist noch nicht ganz klar», sagte er. Es sei eine 25-köpfige Sonderkommission gebildet worden.

Die Polizei riegelte die Explosionsstelle am Mittwochmorgen in einem Umkreis von 300 Metern weiterhin ab. Experten waren dabei, Spuren zu sichern. Im abgesperrten Gebiet liegen zwei Schulen und mehrere Firmen. Die Schulen sowie Kindertagesstätten im Umkreis der Explosionsstelle blieben am Mittwoch geschlossen. Die meisten der rund 7000 Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten, konnten noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) drückte den Angehörigen der Opfer sein tiefes Mitgefühl aus.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatten die Sprengstoffexperten in Göttingen ganz in der Nähe eine Bombe ohne Zwischenfälle entschärft. Beide Sprengsätze waren in sieben Metern Tiefe unter dem Schützenplatz entdeckt worden, wo eine neue Sportarena gebaut werden soll.

Quelle: dpa

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