DEUTSCHLAND/WELT

03.06.2010 | Istanbul
Katholischer Bischof in Türkei erstochen
Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, Luigi Padovese, ist am Donnerstag im Süden der Türkei erstochen worden. Der für Anatolien zuständige katholische Bischof sei in seinem Haus in Iskenderun angegriffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Der 63-jährige wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb. Der türkische Fernsehsender NTV berichtete, als mutmaßlicher Täter gelte der Fahrer des Bischofs. Zum Hintergrund der Tat wurde zunächst nichts bekannt.
Nationalistische Extremisten hatten in der Türkei in den vergangenen Jahren mehrfach christliche Priester angegriffen oder entführt. Zuletzt hat sich die Lage aber wieder beruhigt. Der aus Mailand stammende Padovese hatte mehrfach mehr Rechte für die in der Türkei lebenden Christen gefordert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, verurteilte den «brutalen und feigen Mord». Padovese habe in den vergangenen sechs Jahren als Bischof viel für die Christen in der Türkei bewirkt.
Anfang 2006 hatte ein 16-jähriger in der türkischen Schwarzmeer- Stadt Trabzon den italienischen Priester Andrea Santoro beim Gebet in der Kirche hinterrücks erschossen. Im Juli 2006 stach ein Mann in der türkischen Hafenstadt Samsun auf den französischen Geistlichen Pierre Brunissen ein. Im April 2007 wurden ein deutscher und zwei türkische Christen in der südosttürkischen Stadt Malatya gefoltert und ermordet.




Kommentare