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DEUTSCHLAND/WELT

 

06.06.2010 | Mainz

Heidenheimer Polizei schließt Suche im Wald ab


Nach der Leiche der entführten und getöteten Bankiersfrau Maria Bögerl hat die Polizei rund um den Fundort noch zahlreiche Gegenstände entdeckt.


Man wisse aber bisher nicht, ob sie im Zusammenhang mit der Tat stehen.

 

«Momentan gibt es keine Anhaltspunkte, woanders zu suchen», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag nach Abschluss der Spürarbeiten.

Am Samstag hatte eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei einen Waldbereich sowie ein benachbartes Rapsfeld durchkämmt. «Diese Suche wurde gestern beendet», sagte der Polizeisprecher. Der Hund eines Spaziergängers hatte am Donnerstagabend die verweste Leiche der 54 Jahre alten Entführten entdeckt. Maria Bögerl wurde erstochen. Eine heiße Spur zu einem Täter fehlt weiter.

Bislang seien mit Bezug zur Tat bundesweit 2550 Hinweise eingegangen, sagte der Polizeisprecher. Zum Phantombild eines Mannes mit Pferdeschwanz, der seit Tagen als Zeuge gesucht wird, gebe es mehr als 500 Hinweise. Eine «entscheidende Spur» war nach Darstellung der Polizei nicht darunter.

Einige Männer, die dem Mann auf dem Phantombild ähnlich sehen, seien bereits vernommen worden.

Die Rekonstruktion zeigt einen 30 bis 40 Jahre alten Mann, der am Tag der Entführung, dem 12. Mai, in Nietheim nördlich von Heidenheim gesehen worden war. Der Mann soll als Anhalter unterwegs gewesen sein. «Wir kennen die Identität des Zeugen immer noch nicht», sagte der Polizeisprecher.

Die Polizei hatte den Wald, in dem die Leiche nun entdeckt wurde, an den Tagen nach der Entführung durchsucht - allerdings ohne Spürhunde und ohne Ergebnis. Diese taktische Entscheidung steht nun auf dem Prüfstand, denn nur einen Kilometer von Fundort der Leiche entfernt war bald das Handy der 54-Jährigen entdeckt worden. Alle an der damaligen Suche im Wald beteiligten Beamten werden nun befragt.

Quelle: dpa
04.06.2010 | Hamburg

Die Daten einer Entführung

Die Entführung der 54 Jahre alten Bankiersfrau aus Heidenheim in Baden-Württemberg sorgte wochenlang für Aufmerksamkeit. Einige wichtige Daten:

12. Mai: Die Mutter von zwei Kindern wird aus ihrem Haus entführt.

13. Mai: Nach einer gescheiterten Geldübergabe ist jeder Kontakt zu den Tätern abgebrochen, teilt die Polizei mit. Von Maria Bögerl fehlt jede Spur. 300 Polizisten und Spezialkräfte sind im Einsatz.

14. Mai: Aus der Bevölkerung sind rund 30 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Die Suche in einem Waldgebiet nahe dem Wohnhaus der Familie bleibt erfolglos. Nach Zeugenhinweisen entdecken die Ermittler das Auto der 54-Jährigen am Abend im Hof eines Klosters. Auch ihr Handy wird gefunden.

15. Mai: Bei der Suche sind mittlerweile 700 Kräfte im Einsatz.

16. Mai: Geplatzte Hoffnung: Ein zunächst tatverdächtiger Mann ist unschuldig und wird kurz nach seiner Festnahme wieder freigelassen.

18. Mai: In einem Wald entdeckte Blutspuren stammen laut Polizei nur von einem Rehbock. Die Belohnung für Hinweise zur Aufklärung des Falls wird auf 100 000 Euro verdoppelt.

19. Mai:
Mit einem verzweifelten Appell wendet sich die Familie in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» an die Täter. Es gehen rund 100 Hinweise ein. Eine neue Spur gibt es nicht. Auch ein als Zeuge gesuchter Hausierer kann nicht weiterhelfen.

21. Mai: Die «Bild»-Zeitung berichtet, im Auto seien Blutspuren des Opfers entdeckt worden. Die Polizei will das nicht kommentieren.

1. Juni: Mit einem Phantombild sucht die Polizei nach einem 30 bis 40 Jahre alten Unbekannten. Der Mann soll als Anhalter unterwegs gewesen sein.

4. Juni: Zehn Kilometer vom Wohnhaus der Familie entfernt entdeckt ein Spaziergänger am Waldrand eine Frauenleiche. Am Nachmittag steht fest: Es handelt sich um Maria Bögerl.

 

Quelle: dpa

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