DEUTSCHLAND/WELT
05.03.2009

17.08.2009
Ein Drittel aller Dopingproben schon entnommen
590 Dopingkontrollen sind bis Montag bei der Leichtathletik-WM in Berlin genommen worden - 450 Blut- und 140 Urintests. 350 der Blutkontrollen dienen dabei zum Erstellen von individuellen Blutprofilen der Athleten, 100 werden in den Dopinglaboren in Köln und Kreischa auf Wachstumshormone untersucht. Bei den 140 Urintests geht es um das Aufspüren von Dopingsubstanzen wie EPO oder Anabolika.
Rund 1500 Tests wird es während der WM geben. Das ist eine rund 33-prozentige Steigerung gegenüber Osaka vor zwei Jahren (1132) und eine Verdopplung gegenüber Olympia in Peking, als Leichtathleten gar nur 700-mal Blut oder Urin lassen mussten. 300.000 Euro kostet das Berliner Testprogramm, mit dem am 11. August bei der Ankunft der ersten Athleten in den Mannschaftshotels begonnen wurde.
© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

15.08.2009
Bortschin holt erstes Gold, Höhne enttäuscht
Russlands Ex-Doper Waleri Bortschin vollendete seinen Triumphmarsch am Brandenburger Tor, für Lokalmatador Andre Höhne endeten die heimlichen Medaillenträume mit einem enttäuschenden 14. Rang. Der Olympiasieger von Peking gewann im 20-km-Gehen nach 1:18:41 Stunden die erste von 47 Goldmedaillen der 12. Leichtathletik-WM in Berlin. Silber holte der Chinese Hao Wang (1:19:06), Bronze der Mexikaner Eder Sanchez (1:19:22).
15.000 Zuschauer trieben Höhne auf Berlins Prachtboulevard Unter den Linden an. In Viererreihen standen sie entlang des 1-km-Kurses. "Das war sehr emotional", sagte der 31-Jährige, der im Ziel nach 1:21:59 Ehefrau Janin und Söhnchen Luca Laurin in die Arme fiel. "Die Familie am Streckenrand hat mir Kraft gegeben."
Heimlich hatte der WM-Vierte von 2005 auf eine Medaille gehofft. Doch die Konkurrenz zeigte ihm von Beginn an die Grenzen auf. "Ich habe mir mein Tempo gut eingeteilt, konnte aber leider am Schluss nichts mehr draufpacken."
Höhne: "Die Zuschauer haben uns lautstark unterstützt"
Zwei Jahre nach der Hitzeschlacht von Osaka, als Höhne als Viertplatzierter 200m vor dem Ende stehenblieb, weil er sich im Ziel wähnte, ließ er sich dieses Mal von den äußeren Bedingungen tragen. "Berlin hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Die Zuschauer haben uns lautstark unterstützt."
Ob er nun am Freitag auch die 50 km in Angriff nimmt, will Höhne erst in ein paar Tagen entscheiden. "Ich habe eine Fersenprellung, muss jetzt zwei Tage abwarten und dann weitersehen."
Gold gewann ausgerechnet Ex-Doper Bortschin, der schon vor einem Jahr bei den Sommerspielen in Peking zum jüngsten Geher-Olympiasieger der Geschichte geworden war. Der 23-Jährige stammt aus der Trainingsgruppe, aus der kurz vor den Sommerspielen fünf Weltklasse-Geher mit dem Blutdopingmittel EPO erwischt worden waren. Bortschin selbst hat schon eine Sperre wegen Dopings mit Ephidrin hinter sich (Juni 2005 bis Mai 2006).
Bortschin: "Das ist die Krönung der Saison"
"Das Rennen war fast so wie ich es geplant hatte", sagte der Russe, der erst mit 17 das Geher-Training unter Profi-Bedingungen aufnahm und trotz zweier Goldmedaillen binnen zwei Jahren tiefstapelt. "Heute war das Glück auf meiner Seite. Das ist die Krönung der Saison. Ob ich jetzt auch der beste Geher der Welt bin, weiß ich aber nicht."
Erstaunlich war seine Renneinteilung. In der ersten Hälfte ließ es Bortschin erstaunlich ruhig angehen und hielt sich nur unter den Top-Ten auf. Eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Athen-Olympiasieger Ivano Brugnetti dominierte zu diesem Zeitpunkt. Auf dem zweiten Streckenabschnitt drehte er auf.
© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss




Kommentare