DEUTSCHLAND/WELT

13.06.2010 | Kundus/Potsdam
Zwei Bundeswehrsoldaten bei Anschlag verletzt
Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Bundeswehr-Konvoi westlich von Kundus in Nordafghanistan sind am Sonntag zwei deutsche Soldaten verletzt worden, einer davon schwer.
Das bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam am Morgen der Nachrichtenagentur dpa. Der Anschlag auf die Patrouille habe sich nach den bisherigen Informationen gegen 07.00 Uhr MESZ ereignet.
Ein Sprecher der radikal-islamischen Taliban bekannte sich telefonisch zu der Tat und erklärte, bei der Explosion seien zwei Militärfahrzeuge zerstört und alle Insassen getötet worden. Angaben der Extremisten gelten als äußerst unzuverlässig.

Das gepanzerte Fahrzeug der Bundeswehr sei im Unruhedistrikt Char Darah von einem am Straßenrand versteckten Sprengsatz getroffen und beschädigt worden, sagte Distrikt-Gouverneur Abdul Wahid Omarchel. Von der Bundeswehr in Potsdam hieß es, der schwer verletzte Soldat werde im Rettungszentrum in Kundus medizinisch versorgt. In der Region Kundus sowie in der Nachbarprovinz Baghlan gibt es immer wieder Angriffe auf die Bundeswehr. Erst im April waren dort bei mehreren Anschlägen sieben deutsche Soldaten ums Leben gekommen.
In der südafghanischen Provinz Kandahar haben afghanische und amerikanische Soldaten bei heftigen Gefechten mindestens 39 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban getötet. Wie das Innenministerium am Sonntag in Kabul mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall bereits am Freitagabend im Norden der Provinz. Ebenfalls in der Region Kandahar kamen den Angaben zufolge sechs afghanische Polizisten bei zwei Bombenanschlägen ums Leben. In der Taliban-Hochburg Kandahar plant die Internationale Schutztruppe ISAF in den kommenden Monaten eine Großoffensive gegen die Aufständischen.




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