DEUTSCHLAND/WELT

16.06.2010 | Straßburg
Keine Ampel für Fertiggerichte
Aus für europaweite Ampel-Kennzeichnung von Fertiggerichten, Snacks und Limonaden. Inhaltsstoffe wie Fette, Zucker und Salz sollen zwar deutlicher gekennzeichnet werden, aber keine Farbmarkierungen erhalten.
Mit großer Mehrheit stimmte das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg für diese bis zuletzt heftig umstrittene EU-Verordnung. Die von Verbraucherorganisationen befürwortete farbliche Ampellösung ist damit endgültig vom Tisch. Verbrauchersprecher reagierten enttäuscht.

Durchgesetzt hat sich das Konzept der Nahrungsmittelindustrie, Nährwertangaben auf der Grundlage von Portionen oder des durchschnittlichen Tagesbedarfs einzuführen. Ein entsprechendes Gesetz ist nicht vor Frühjahr 2011 zu erwarten. Nun befasst sich erst wieder der EU-Ministerrat mit dem Thema. Dort favorisiert eine Mehrheit der EU-Länder, auch Deutschland, Nährwert-Informationen auf der Grundlage eines Tagesbedarfs, je 100 Gramm oder je Portion.
Linke und Grüne hatten die Ampel-Kennzeichnung als «klarste und einfachste Verbraucherinformation» vorgeschlagen. Rot sollte dabei auf viel Fett, Zucker oder Salz in den Nahrungsmitteln hinweisen, gelb für eine mittlere und grün für eine geringe Menge stehen. Die Ampel-Gegner unter Führung der Christdemokraten befanden dieses System jedoch als willkürlich und wissenschaftlich nicht haltbar. Einzig in Großbritannien gibt es auf freiwilliger Basis ein Ampelsystem.




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