DEUTSCHLAND/WELT
06.03.2009

16.08.2009
Obergföll und Nerius zittern sich ins Finale
Erst schwächelte Europameisterin Steffi Nerius, dann wankte Vize-Weltmeisterin Christina Obergföll, die auch noch ihre Jahres-Weltbestleistung von 68,59 m an die russische Olympiazweite Maria Abakumowa verlor (68,92). Doch am Ende zitterten sich Deutschlands Vorzeige-Speerwerferinnen dann noch ins Finale der Berliner WM. Dass es dort am Dienstag zwei deutsche Medaillen gibt wie bei den Titelkämpfen 2005 und 2007 ist fraglicher denn je.
"Was heute war ist wurscht, nun fängt alles wieder neu an", sagte die Offenburger Olympiadritte und gab sich damit selbst die Devise für den Kampf um die Medaillen. Dass alles holprig lief auf dem Weg zu den bescheidenen 60,74 m, die sie als Siebte in den Endkampf der zwölf Besten einziehen ließen, konnte die ehemalige Europarekordlerin (70,20) dann auch nicht so recht erklären.
"Das Einwerfen war schon nicht gut. Beim ersten Versuch habe ich die linke Seite zu früh aufgemacht und den Speer nicht richtig auf die Schulter bekommen", erzählte Christina Obergföll von ihrem Qualifikations-Gewürge in drei Akten. "Der zweite Wurf war dann zu kontrolliert - und der dritte war fast wie der erste."
Edelmetall mehr als fraglich
Dabei glaubte sie ihre Probleme seien überwunden. "Im Trainingslager in Kienbaum flogen die Speere doch wieder ganz ordentlich." Gedanken an große Weiten hatten die Sorgen um die Form wieder abgelöst, nachdem Hüft- und Rippenprobleme die Technik gestört und das Wurfbild verändert hatten.
Für Steffi Nerius, die als Sechste mit 61,73 m weiter kam, war Runde eins ebenfalls keine Aktion zum Aufbau von Selbstvertrauen: "Ich habe mich ganz gut eingeworfen, aber dann hat es nicht so richtig geklappt. Ich wollte gleich eine 63 oder 64 raushauen, dann war ich verkrampft und zu", kommentierte die 37 Jahre alte Leverkusenerin ihre halbwegs verkorksten Würfe.
"67 oder 68 Meter muss man für eine Medaille werfen", glaubt Nerius, die fürchten muss, dass es beim Karriereende nicht zum siebten Edelmetall seit 2002 reichen wird. Hinter Tschechiens Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova, mit 63,27 m rasch fürs Finale qualifiziert, sowie Abakumowa bleibt nur ein Platz für den Rest der Welt. In der Qualifikation besetzte diesen die Nerius-Klubkameradin Linda Stahl, die sich mit 63,86 m zwischen die beiden Favoritinnen schob.
© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss




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