DEUTSCHLAND/WELT

21.08.2011 | Jerusalem
Raketenhagel auf Israel - Bomben auf Gaza
Israelis und Palästinenser sind nach der Serie blutiger Anschläge im Süden Israels in einer Spirale zunehmender gegenseitiger Gewalt gefangen. Palästinensische Extremisten schossen nach israelischen Armeeangaben binnen 48 Stunden etwa 75 selbst gebaute Kleinraketen auf Israel ab.
Am Samstag wurde ein Israeli getötet, als eines der Geschosse in ein Wohnhaus in der Stadt Beerscheba einschlug. Medienberichten zufolge wurden mindestens zehn weitere Menschen verletzt. Israels Regierung erörtere nun weitere Vergeltungsschläge, berichteten nationale Medien. Eine Bodenoffensive wie zuletzt 2009 wurde jedoch nicht erwartet. Bei israelischen Luftangriffen waren seit Donnerstag 15 Menschen getötet und mindestens 45 verletzt worden.
Ägypten hat die israelische Entschuldigung für die Todesschüsse auf fünf ägyptische Grenzwächter als nicht ausreichend bezeichnet. «Obwohl die israelische Erklärung positiv erscheint, entspricht sie nicht der Schwere des Vorfalls und der Verärgerung der Ägypter über die israelischen Taten», erklärte das Kabinett nach einem Online-Bericht der halboffiziellen Zeitung «Al-Ahram» vom Sonntag. Außerdem müsse es ein klares Enddatum für die gemeinsame Untersuchung des Zwischenfalls geben.

Das Nahostquartett warnte angesichts der Entwicklungen vor einem «Risiko der Eskalation». Beide Seiten sollten Zurückhaltung üben. Die internationalen Vermittler aus UN, EU, USA und Russland verurteilten zugleich in einer gemeinsamen Erklärung die Anschläge in Israel. Sie sprachen von einem «feigen Akt» und «vorsätzlichem Terrorismus». Zugleich äußerte sich das Quartett besorgt über die «unhaltbare Situation» im Gazastreifen und die Sicherheitslage auf der Sinai-Halbinsel.
Nach Demonstrationen vor der israelischen Botschaft in Kairo demonstrierten auch in Jordanien zahlreiche Menschen gegen die Bombardierung des Gazastreifens durch Israel. In Tel Aviv beteiligten sich mehrere tausend Menschen an einem Schweigemarsch. Dazu hatten die Organisatoren der im Juli begonnenen Sozialproteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und ungleiche Lebensverhältnisse aufgerufen. Die ursprünglich geplanten Demonstrationen waren wegen der blutigen Anschläge vom Donnerstag. Auf mitgeführten Plakaten war zu lesen: «Solidarität mit dem Süden und mit Gaza».




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