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13.09.2010 | Duisburg

Duisburger OB bleibt im Amt: Abwahl gescheitert

Duisburgs CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland bleibt im Amt. Sieben Wochen nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und rund 500 Verletzten scheiterte ein von drei Fraktionen getragener Abwahlantrag am Montag im Duisburger Rat. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit kam nicht zustande. Nur 41 Ratsmitglieder stimmten am Montag auf einer Sondersitzung für die Abwahl. Benötigt wurden aber mindestens 50 Stimmen.

Die Fraktionen von SPD, FDP und Linken hatten vom Oberbürgermeister als Konsequenz aus der Katastrophe den Rücktritt verlangt. Sauerland hatte dies abgelehnt. Er wolle an der Aufklärung des Unglücks in seiner Funktion als Oberbürgermeister mitwirken. Die Stadtspitze hatte das Sicherheitskonzept der Loveparade genehmigt.

Vor allem die CDU-Mitglieder stärkten Sauerland den Rücken und stimmten gegen den Abwahlantrag. Sie lehnten das Vorgehen als «Vorverurteilung» ab. Auch aus Reihen von Grünen und einer Wählergemeinschaft blieb die einheitliche Zustimmung versagt. Die Politiker verwiesen auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Sauerland selbst durfte nicht mitabstimmen.

Quelle: dpa
Dokumentation Loveparade
Video
30.08.2010 | Berlin/Duisburg

Loveparade-Veranstalter zeigt Videoaufnahmen

Gut fünf Wochen nach der Loveparade-Katastrophe hat der Veranstalter Lopavent im Internet seine Sicht der Dinge ausführlich dargelegt. Auf einer neuen Internetseite (www.dokumentation-loveparade.com) veröffentlichte Lopavent am Montag wie angekündigt Aufnahmen seiner Überwachungskameras. Das nordrhein-westfälische Innenministerium wollte die Seite und die Aufnahmen nicht kommentieren.

Neben den Aufnahmen der Überwachungskameras stellte das Unternehmen des Fitnesskettenbetreibers Rainer Schaller einen selbstproduzierten, mehr als sechs Minuten langen «Dokumentarfilm». In ihm wird eine Polizeikette auf der Hauptrampe zum Loveparade-Gelände als entscheidende Ursache der Katastrophe dargestellt. Veröffentlicht wurden auch eine Chronologie und weitere Hintergrundinformationen. Darunter befinden sich zahlreiche Dokumente, Grafiken und Medienberichte.

Die Lopavent GmbH als Veranstalterin sehe sich «mit in der moralischen Verantwortung für das tragische Unglück» und wolle einen «Beitrag zur Aufklärung der Ereignisse an diesem Tag leisten», teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. Bei der Techno-Parade in Duisburg waren am 24. Juli 21 Menschen zu Tode gedrückt worden. Mehr als 500 wurden verletzt. Veranstalter, Polizei und Stadt weisen sich seitdem gegenseitig die Schuld für das Unglück zu.

Das Team der Lopavent will nach eigenen Angaben mit der Veröffentlichung des Materials dazu beitragen, «die Vorgänge am 24.7.2010, die zu der Katastrophe geführt haben, nachzuvollziehen und aufzuklären.» Alle Materialien lägen den Ermittlungsbehörden vor. Zu sehen sind rund 22 Stunden Aufnahmen von sieben Überwachungskameras. Die Aufnahmen zeigten aus Rücksichtnahme auf die Opfer und ihre Angehörigen nur das Geschehen bis 16.40 Uhr. Danach starben die ersten Menschen.

Ein Sprecher des Innenministeriums in Düsseldorf sagte zu den Aufnahmen, man wolle der Sitzung des Innenausschusses des NRW-Landtags am kommenden Donnerstag nicht vorgreifen. «Die Polizei wird den Landtag und die Öffentlichkeit im Innenausschuss informieren und dabei die Fakten darlegen.» Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte in den vergangenen Wochen Vorwürfe gegen die Polizei stets zurückgewiesen und die Verantwortlichkeit des Veranstalters für das Konzept betont.

Das Videomaterial sei für die Staatsanwaltschaft «nicht Neues», sagte der Duisburger Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp. Die Veröffentlichung könne dann problematisch sein, wenn Zeugen dadurch beeinflusst würden. Verhindern könne man die Veröffentlichung aber nicht.

Quelle: dpa

www.dokumentation-loveparade.com

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