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DEUTSCHLAND/WELT

 

11.03.2009

11.03.2009 | Washington (dpa)Amoklauf im US-Bundesstaat Alabama

 

Der Amoklauf eines Mannes im US-Bundesstaat Alabama hat mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Der Mann richtete in zwei Ortschaften ein Blutbad an, tötete unter anderem die Ehefrau und das Kind eines lokalen Sheriffs, bevor er selbst den Tod fand.

 

Die genaue Zahl der Opfer war über sechs Stunden nach der Tat am Dienstagabend (Ortszeit) noch unklar. Ungeklärt war auch, ob der Amokläufer sich selbst umbrachte oder durch Schüsse der ihn verfolgenden Polizisten starb. Das Motiv der Tat war der Polizei ein Rätsel.

 

Das Blutbad ereignete sich in Geneva County im Südosten Alabamas nahe der Grenze zu Florida. Ersten Ermittlungen zufolge begann der Amoklauf an einer Tankstelle in der Ortschaft Samson, später schoss der Mann auch bei sich zu Hause wild um sich. Kurz darauf sei der Täter rund 20 Kilometer in die Ortschaft Geneva gefahren und habe erneut um sich gefeuert und mehrere Menschen getötet und verletzt. "Es handelt sich um sehr schwierige Ermittlungen mit mehreren Tatorten", sagte die Polizei. Der Täter habe ein halbautomatische Waffe gehabt. Er habe allein gehandelt. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben.

 

Der lokale TV-Sender NBC15 berichtete von bis zu zwölf Opfern. "Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam", meinte ein Polizist. "Wenn wir ihn nicht getötet hätten, hätte er weitergemacht." Allein in Samson habe es sieben Opfer gegeben, darunter ein Kind. Auch auf der Landstraße nach Geneva habe der Amokläufer um sich geschossen und wahllos auf Autos gezielt.

 

In den USA kommt es immer wieder zu spektakulären Amokläufen. Erst vergangene Woche hatte ein Mann in Cleveland im Bundesstaat Ohio in einem Familiendrama fünf Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Einer der schlimmsten Bluttaten dieser Art ereignete sich im April 2007 auf einem Universitätscampus in Blacksburg im Bundesstaat Virginia, als ein Student 32 Menschen und sich selbst tötete. Experten bekräftigen immer wieder, einer der Ursachen seien die Waffengesetze in den USA, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlauben. Auch gebe es in den USA beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.


 

Chronologie: Amokläufe in den USA

In den vergangenen Jahren haben mehrere Amokläufe in den USA für Aufsehen gesorgt:

- Februar 2008: Während einer Vorlesung an einer Hochschule im US-Bundesstaat Illinois eröffnet ein Schütze das Feuer und tötet fünf Menschen. Anschließend nimmt er sich selbst das Leben.

 

- 8. Oktober 2007: Auf einer Pizza-Party erschießt ein 20 Jahre alter Hilfssheriff in Crandon (Wisconsin) seine Ex- Freundin und fünf ehemaligen Schulkameraden. Später wird der Amokläufer von Polizisten getötet.

 

- 16. April 2007: Ein Amokläufer erschießt an der Universität in Blacksburg (Virginia) 32 Studenten und Dozenten. Später nimmt sich der 23 Jahre alte Student aus Südkorea das Leben.

 

- 12. Februar 2007: In einem Einkaufszentrum in Salt Lake City (Utah) erschießt ein aus Bosnien stammender 18-Jähriger fünf Menschen. Polizisten töten ihn.

 

- 16. Dezember 2006: Bei einem Beziehungsdrama in Kansas City (Missouri) erschießt ein 35-jähriger Mann sechs Menschen, darunter vier Kinder. Danach tötet er sich selbst.

 

- 12. Oktober 2006: Ein Milchfahrer erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

 

- 25. März 2006: Auf einer Zombie-Party in Seattle (Washington) erschießt ein 28-Jähriger sechs Gäste und sich selbst. Der ganz in Schwarz gekleidete Mann tötet seine jungen Opfer ohne sichtbare emotionale Regung.

 

- 21. März 2005: In einem Indianerreservat im Bundesstaat Minnesota erschießt ein 16-Jähriger zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School sieben Menschen und sich selbst.

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