DEUTSCHLAND/WELT

19.08.2010 | Delligsen
Lebensgefährte der Mutter tötete kleinen Julian
Der Mord an dem fünfjährigen Julian aus dem niedersächsischen Delligsen ist aufgeklärt. Der Lebensgefährte der Mutter hat die Tat vor dem Haftrichter gestanden. Der kleine Junge hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hildesheim vor seinem gewaltsamen Tod qualvoll leiden müssen.
Der 26 Jahre alte Mann habe zugegeben, den Fünfjährigen stundenlang schwer misshandelt, gedemütigt und geschlagen zu haben, sagte Sprecher Bernd Seemann am Donnerstag. Die Obduktion habe ergeben, dass das Kind zahlreiche Verletzungen erlitten hat. Es sei in der Nacht zu Dienstag schließlich an inneren Blutungen gestorben.

Ein nachvollziehbares Motiv für das Verbrechen habe der 26-Jährige nicht nennen können, sagte Seemann. Er habe lediglich erklärt, der Junge habe ihn provoziert und zur Weißglut gebracht. Vor der Tat und auch während der Misshandlungen will der 26-Jährige Rauschgift zu sich genommen haben. Die 28-jährige Mutter war mit einem ihrer drei Kinder im Krankenhaus.
Julians Leiche war nach einer groß angelegten Suchaktion am Mittwoch unter Schutt und Abfallsäcken in einem als Garage und Stall genutzten Gebäude in der Nähe des Wohnhauses entdeckt worden. Dutzende Polizisten, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer hatten sich an der Suche nach dem vermissten Kind beteiligt.

Noch am Mittwoch nahm die Polizei den Lebensgefährten von Julians Mutter fest. Nach einer rund fünf Stunden dauernden Vernehmung beim Haftrichter habe der Mann die Tat in der Nacht zum Donnerstag schließlich gestanden, sagte Oberstaatsanwalt Seemann. Der 26-Jährige sitzt seither wegen des Verdachtes des Mordes aus niedrigen Beweggründen in Untersuchungshaft.
Der fünfjährige Julian hatte mit zwei jüngeren Geschwistern, seiner Mutter und deren Lebensgefährten zusammen in einem alten Fachwerkhaus gelebt. Sie waren dort erst Ende vergangenen Jahres eingezogen. Der leibliche Vater lebte von der Familie getrennt.
Nach Angaben des Landkreises Holzminden war das Jugendamt mit der Familie befasst. Einzelheiten nannte ein Sprecher zunächst nicht.
Quelle: dpa

18.08.2010 | Delligsen
Leiche des vermissten Julian gefunden
Verzweifelte Suche mit schrecklichem Ende: Die Polizei hat einen vermissten Fünfjährigen in unmittelbarer Nähe seiner elterlichen Wohnung in Niedersachsen tot gefunden. Der Junge war seit Dienstagnachmittag aus dem Elternhaus in Delligsen verschwunden. Am Mittwochmorgen entdeckten Beamte Julians Leiche zwischen Schutt und Abfallsäcken in einer benachbarten Garage. «Wir gehen von einem Verbrechen aus», sagte Polizeisprecher August Wilhelm Winsmann. Eine Mordkommission wurde eingesetzt.
Julian habe bei seiner Mutter (28) und deren Lebensgefährten (26) gelebt, der Vater sei von der Familie getrennt gewesen. Alle drei würden als Zeugen vernommen, erklärte die Polizei. Bei der Vermisstenanzeige hatte der Lebensgefährte angegeben, er sei mit Julian und seinen drei und fünf Jahre alten Brüdern alleine in der Wohnung gewesen. «Er sagte, er habe den Einjährigen gebadet und plötzlich sei der Fünfjährige weg gewesen», sagte Winsmann.

Aus taktischen Gründen nannte die Polizei zunächst keine Einzelheiten, etwa zur Todesursache oder zu Tatverdächtigen.
In dem Fachwerkhaus im Zentrum der Kleinstadt sei Julian zuletzt am Dienstag gegen 17.00 Uhr gesehen worden, sagte Winsmann. Zunächst hätten Verwandte und Bekannte alleine nach dem Jungen gesucht. Gegen 21.30 Uhr meldete die Mutter ihn auf der Wache als vermisst. Die Beamten veranlassten eine große Suchaktion, an der sich mehr als 60 Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr beteiligten. Dabei waren auch Suchhunde im Einsatz. Auch Julians Vater beteiligte sich die ganze Nacht an der Suche.
Am Mittwochmorgen wurde die Aktion mit einem Hubschrauber und Beamten der Bereitschaftspolizei fortgesetzt. Gegen 11.00 Uhr entdeckten Polizisten das Kind in einem als Garage und Stall genutzten Nachbargebäude.




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