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  • Unfall bei Flugschau

DEUTSCHLAND/WELT

 

Unglück bei Flugschau in Bayern
Fotos
06.09.2010 | Lillinghof

Flugschau-Unglück: Noch ein Mensch in Lebensgefahr

 

Nachdem ein Doppeldecker bei einer Flugschau in der Nähe von Nürnberg in die Zuschauermenge gerast war, schwebte am Montagmorgen noch ein Opfer in Lebensgefahr. Vier weitere Schwerverletzte befanden sich auf dem Weg der Besserung, wie die Polizei mitteilte.

 

Am Sonntag waren auf dem Flugfeld bei dem Unglück bei Schnaittach-Lillinghof insgesamt 38 Menschen verletzt worden, eine 46 Jahre alte Frau starb. Sie war Augenzeugenberichten zufolge in den Propeller des Kleinflugzeugs geraten. Der Pilot blieb unverletzt. Das Flugzeug war beim Start zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerast.

Die Unfallursache war zunächst unklar. Zwei Experten des Luftfahrtbundesamtes waren noch am Sonntagabend am Unglücksort eingetroffen und hatten Ermittlungen aufgenommen. Polizeiangaben zufolge forderten diese inzwischen in ihrer Behörde Unterstützung an, die Montag eintreffen soll. Am späten Sonntagabend waren die Untersuchungen aufgrund der Dunkelheit unterbrochen worden. Die rund 70 Jahre alte Maschine wurde in der Nacht von Polizisten bewacht, um Manipulationen zu verhindern.

 

Der Doppeldecker - ein Original-Oldtimer vom Typ Tiger Moth - war bei dem jährlich vom Segelclub Lauf veranstalteten Flugtag eine der Hauptattraktionen. Zum Programm gehörten auch Segelkunstflug, Fallschirmformations-Sprünge sowie Rundflüge mit Hubschraubern.

Mehrere Augenzeugen berichteten, die Maschine habe anscheinend nicht ausreichend Tempo gehabt, um abzuheben. Der frühere Vorsitzende des Segelflug-Clubs Lauf, Thomas Horz, vermutete dagegen, der Flugzeug-Oldtimer könnte von einer starken Windböe nach rechts gedrückt worden sein. Er habe beobachtet, wie der Flügel kurz den Boden berührt habe. Dadurch sei das Flugzeug destabilisiert worden.

 

Die Maschine fuhr sich den Berichten zufolge daraufhin geradewegs durch die Zuschauermenge und kam rund 20 Meter vor dem Kontrollturm zum Stehen. Dort kippte sie auf die Nase. «Wir waren gerade beim Kaffeetrinken, als auf einmal Tische und Bänke durch die Luft flogen - und auf ein Mal hatten wir den Propeller der Maschine vor uns», sagte ein Augenzeuge.

Quelle: dpa
05.09.2010 | Berlin

Chronologie: Immer wieder tödliche Unfälle bei Flugschauen

Bei Flugschauen sind in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Menschen ums Leben gekommen. Einige der Unglücke:

26. April 2008 - Eisenach: Zwei Menschen sterben, als ein Propellerflugzeug in einen Verkaufsstand rast. 15 Verletzte.

28. August 1988 - Ramstein: 70 Menschen sterben, als drei Jets der italienischen Kunstflugstaffel «Frecce Tricolori» zusammenprallen und in die Zuschauermenge stürzen. 352 Verletzte.

23. Mai 1983 - Frankfurt/Main: Sechs Mitglieder einer Familie verbrennen in ihrem Auto, als ein kanadischer Düsenjäger bei einer Flugschau abstürzt und auf der Autobahn das Fahrzeug trifft.

11. September 1982 - Mannheim: 46 Insassen eines US-Militärhubschraubers sterben, als die Maschine während der «Internationalen Luftschiffertage» auf die Autobahn Mannheim-Heidelberg stürzt. Die meisten Opfer sind Fallschirmspringer.

5. September 1982 - Bad Dürkheim: Fünf Menschen werden durch einen abgestürzten Doppeldecker getötet. Der Pilot wird schwer verletzt.

Quelle: dpa

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