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DEUTSCHLAND/WELT

 

17.11.2010 | Grefrath

Suche nach Mircos Leiche beendet

 

Die Polizei hat am Mittwoch die Suche nach Mircos Leiche in einem Waldgebiet nördlich von Grefrath erfolglos beendet. Etwa 100 Polizisten hatten sich durch das vier Quadratkilometer große Gelände gekämpft, das bereits vor zwei Monaten von der Polizei durchforstet worden war.

«Das Unterholz ist jetzt aber deutlich lichter, die Blätter sind weg», sagte ein Polizeisprecher. Auch eine Gruppe Taucher kam zum Einsatz und suchte einen Sumpf nach dem Kind ab.

Die Ermittler vermuten, dass das Handy des vor zweieinhalb Monaten verschwundenen Jungen in dem Wald ausgeschaltet wurde und der Täter dort auch die Leiche versteckt hat. Das Gebiet ist nördlich von der Stelle, an der das Handy gefunden wurde. In der vergangenen Woche hatten Straßenarbeiter das Mobiltelefon des Schülers gefunden.

Mirco war am 3. September östlich vom niederrheinischen Grefrath entführt worden. Den Ermittlungen zufolge ist der Entführer dann in großem Bogen nördlich um Grefrath herumgefahren.

21.09.2010 | Grefrath

Fall Mirco: Viele DNA-Spuren gesichert

 

Die Polizei hat im Fall des verschwundenen Mirco nicht nur an dessen Kleidung fremde DNA-Spuren sichern können. Auch an Mircos Fahrrad, im Gelände am Ort seiner Entführung, auf dem Parkplatz und an der Stelle, wo der Entführer an der Landstraße 39 geparkt haben soll, sei DNA gesichert worden.

 

Das sagte Polizeisprecher Willy Theveßen der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem bekamen die Ermittler einen überraschenden Anruf: Der Müll vom Parkplatz, auf dem Mircos Kleidung entdeckt wurde, ist doch nicht verbrannt, wie die Sonderkommission bislang geglaubt hatte. Er lagerte zwei Wochen lang unbemerkt auf einem Bauhof in einem großen Müllcontainer, bestätigte Theveßen am Dienstag einen Bericht der «Bild»-Zeitung.

 

Erst bevor der Müll tatsächlich verbrannt werden sollte, informierte die Bauhof-Leitung die Polizei. Die Beamten stoppten die Abfuhr des Mülls. Nun stehen sie vor einem Berg von 17 Kubikmetern Abfall aus den öffentlichen Mülleimern der Region, der akribisch durchsucht werden muss - etwa nach Mircos Handy.

 

Mirco (11) war am 3. September auf dem Heimweg von einer Skater- Anlage verschwunden. Eine 80-köpfige Sonderkommission ermittelt. Bislang gingen 1800 Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Quelle: dpa

E-Mail-Adresse für Hinweise an Polizei... »

Polizeiseite zur Fahndung... »

08.09.2010 | Grefrath - update

Suche nach Mirco - die Hoffnung schwindet

 

Auch am fünften Tag seit dem Verschwinden von Mirco ging die Suche nach dem 10 Jahre alten Jungen am Mittwoch weiter. Doch die Hoffnung, das Kind lebend zu finden, ist gering. Die Ermittler gehen davon aus, dass Mirco Opfer eines Verbrechens wurde.

«Wir hoffen alle, dass wir Mirco noch lebend finden», sagte Peter Spiertz, Sprecher der Polizei in Mönchengladbach. Die Wahrscheinlichkeit schwinde jedoch mit jedem Tag. Deshalb werde auch mit solch einem großen Aufwand gesucht.


Am Morgen machten sich erneut rund 1000 Einsatzkräfte auf, um in dem ländlichen Gebiet nördlich von Grefrath am Niederrhein bis zur Autobahn 40 jeden Winkel zu durchsuchen. Unterstützung erhielten sie von Spürhunden aus ganz Nordrhein-Westfalen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Taucher und ein Polizeihubschrauber hielten sich für einen möglichen Einsatz in Bereitschaft.

Schon den zweiten Tag durchkämmten rund 1000 Einsatzkräfte das Gebiet. Der Aufwand sei sehr außergewöhnlich und mit Sicherheit eine der größten Suchaktionen in der Geschichte des Landes, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. «Ich kann mich an keine größere Aktion erinnern», sagte auch ein Polizeisprecher.

Zwischenzeitlich wurden Suchplakate ausgehängt und Handzettel verteilt. Sie sollen für einen Schub an Hinweisen sorgen. Nach wie vor fehle den Ermittlern der entscheidende Hinweis auf den Typ des dunklen Wagens, der am Freitagabend am Ortsausgang von Grefrath an einem Feldrang geparkt war. Zeugen hatten das Auto genau an der Stelle gesehen, an der später Mircos Fahrrad entdeckt wurde.

Am Dienstag hatten die Einsatzkräfte einige Gegenstände gefunden: «Kleidung, Messer, Tonnen, alter Krempel, den die Leute so wegwerfen», so die Sprecherin weiter. Es werde untersucht, ob die Sachen mit dem Verschwinden des Jungen in Verbindung stehen könnten.

Der Junge hatte sich am Freitag mit einem Freund auf einer Skater- Anlage in Grefrath-Oet aufgehalten. Am Abend brachte er seinen Freund nach Hause und machte sich gegen 21 Uhr auf den Heimweg, nachdem seine besorgte Mutter ihn angerufen hatte. Seitdem ist er verschwunden.

Quelle: dpa

Mitteilung der Polizei... »

07.09.2010 | Berlin

Verschwundene Kinder - aufsehenerregende Fälle

Jährlich werden tausende Kinder als vermisst gemeldet. Viele von ihnen tauchen wieder auf. Allerdings kommt es auch immer wieder zu schrecklichen Verbrechen. Beispiele:

14. September 2009: Kassandra (9) aus Velbert bei Essen kommt von der Hausaufgabenbetreuung nicht nach Hause. Sie war im Spieltreff, der nur wenige hundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt liegt. Am folgenden Tag entdeckt ein Spürhund das schwer verletzte Mädchen in einem Kanalschacht. Ärzte retten ihr Leben in einer Not-Operation. Im April 2010 wird der Täter zu achteinhalb Jahren Jugendhaft wegen versuchten Mordes verurteilt. Die Verteidigung legt Revision ein.

12. Januar 2009: Kardelen (8) aus Paderborn kommt am Nachmittag vom Spielen nicht nach Hause. Zwei Tage später werden am etwa 60 Kilometer entfernten Möhnesee im Sauerland mehrere ihrer Kleidungsstücke gefunden. Am 15. Januar wird Kardelens Leiche entdeckt. Das Mädchen wurde gewaltsam erstickt und sexuell missbraucht. Der Täter wird im Dezember zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

18. August 2008: Michelle (8) verschwindet in Leipzig nach dem Besuch einer Ferienbetreuung in ihrer Schule. Ihre Leiche wird am 21. August gefunden. Ein Passant entdeckt das tote Kind in einem kleinen Teich in der Nähe der Schule von Michelle. Der Mörder wird im Oktober 2009 zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt.

24. Februar 2007: Mitja (9) aus Leipzig wird tot in einer Kleingartenanlage am Rande der Stadt gefunden. Der Junge wurde seit zwei Tagen vermisst. Er war auf dem Weg von einem Hort nach Hause verschwunden und wurde zuletzt in einer Straßenbahn gesehen. Im März wird der Täter gefasst. Er hatte versucht, sich umzubringen, indem er sich vor eine Straßenbahn warf. Der wegen Kindesmissbrauchs mehrfach vorbestrafte Mann wird im September zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem ordnet das Gericht eine Sicherungsverwahrung danach an.

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