DEUTSCHLAND/WELT

08.09.2010 | Berlin
Fast jeder sechste Arbeitnehmer pflegt Bedürftigen
In Deutschland muss fast jeder sechste Arbeitnehmer seinen Beruf mit der Betreuung eines hilfs- oder pflegebedürftigen Menschen in Einklang bringen. Etwa 13 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 40 und 65 Jahren kümmern sich demnach um einen Bedürftigen.
Das geht aus einer Umfrage, dem sogenannten Deutschen Alterssurvey hervor, den das Bundesfamilienministerium heute nach Angaben der «Passauer Neuen Presse» vorstellt. Jeder Dritte, der Hilfe oder Pflege leiste, tue dies für einen nahen Angehörigen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) interpretiert die Zahlen als Beleg für ein im Grundsatz funktionierendes Miteinander in der Gesellschaft. «Ich erlebe, dass der Zusammenhalt zwischen den Generationen so groß ist wie nie zuvor. Auch wenn sich das Familienbild gewandelt hat - der Zusammenhalt bleibt», sagte Schröder der Zeitung.
Schröder will noch im laufenden Jahr 2010 ihr Modell zur Familienpflegezeit umsetzen. Es sieht vor, dass Arbeitnehmer ihre Angehörigen bei halber Arbeitszeit pflegen können und dabei drei Viertel ihres Gehalts beziehen. Später sollen die Arbeitnehmer dann wieder voll arbeiten, bekämen aber für einen ebenso langen Zeitraum weiterhin nur drei Viertel des Gehalts.
Von Sozialverbänden sowie aus der Wirtschaft und der Opposition gibt es Kritik an Schröders Vorstoß. Für die Pflege- und Sozialverbände sind Lohnverzichte während der Pflegezeit nicht akzeptabel. Aus der Wirtschaft kam der Einwand, das Schröder-Modell sei zu kompliziert und zu teuer für die Arbeitgeber.
Quelle: dpa

Tipps von Marion Seigel von „Das Pflegeportal“
Wer in Berlin Antworten und Tipps rund um die Pflege und Betreuung seines pflegebedürftigen Angehörigen benötigt, der kann sich in einem der 26 Pflegestützpunkte, die es seit letztem Jahr in der Stadt gibt, beraten lassen. Wo man sie findet, erfährt man über Bezirks- bzw. Sozialämter.
Die Verbraucherzentrale Berlin bietet außerdem einen über 300 Seiten starken Ratgeber. Er heißt „Pflegefall, was tun?“ und kostet 12,90 Euro. Hier erfährt man alles über Pflegestufen und Pflegeleistungen und im Anhang bietet das Buch umfangreiche Liste mit den Kontaktdaten weiterer Anlaufstellen.
Für die Suche nach einem Pflegedienst oder einem Pflegeheim wird das Internet empfohlen. Über Verzeichnisse wie das Pflegeportal.de kommt mit einem Klickauf die Webseiten der Anbieter und kann sich ein gutes Bild von deren Angebot machen. Dazu werden hilfreiche Checklisten angeboten, die man mitnehmen kann, wenn man eine Einrichtung besichtigt.
Mehr Informationen unter:
www.das-pflegeportal.de
Links zum Thema Pflege in Berlin
Berliner Pflegeportal
Informationen zur Pflege in Berlin finden Sie auf dem Pflegeportal des Landes Berlin:
www.berlin.de/pflege
Berliner Pflegestützpunkte
Im Sommer 2009 wurden wohnortnah 26 Pflegestützpunkte, verteilt auf die Berliner Bezirke, eingerichtet.
Kontakt zu den Pflegestützpunkten... »
Hilfelotze Berlin
Der Hilfelotse soll bei der Suche nach gesundheitlichen und sozialen Hilfsangeboten in Berlin unterstützen.
Tel: 0180- 595 00 59 (14ct/min)
www.hilfelotse-berlin.de
Mobilitätshilfedienste
Diese Dienste bieten Beglietdienste und Rollstuhlschiebedeinste für Ältere und menschen mit Behinderungen an, die ihre Wohnung nicht ohne fremde Hilfe verlassen können.
www.berliner-mobilitätshilfedienste.de
Berliner Koordinierungsstellen Rund ums Alter
Diese Stellen bieten Information und Beratung für ältere Menschen und ihre Angehörige
www.koordinierungsstellen-rundumsalter.de
Berliner Sonderfahrdienst
Für Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind den ÖPNV oder Taxis zu nutzen.
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Pflegeheime in Berlin
Gesamtliste der Pflegeheime nach Bezirken
Liste zum PDF-Download... »
Cariatas Pflegedienste
Tel: 030 - 61 79 79 0
www.caritas-pflegedienste.de
Liste diverser Informationsblätter als PDF
Diese Infoblätter liegen auch auf Russisch und Türkisch vor
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