DEUTSCHLAND/WELT

08.09.2010 | Wiesbaden
Verdienstplus in Deutschland weit unter EU-Schnitt
Die Löhne und Gehälter in Deutschland steigen weitaus langsamer als im Rest Europas. Mit einem bescheidenen Plus der Bruttoverdienste von 21,8 Prozent in den vergangenen zehn Jahren ist Deutschland mit deutlichem Abstand Schlusslicht in der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden anhand von Daten aus 21 der 27 EU-Ländern aus dem ersten Quartal 2010 berichtete.
Im Durchschnitt stiegen die Löhne und Gehälter in dem Zeitraum um 35,5 Prozent in der EU und um 29,5 Prozent im Euroraum. Die kräftigsten Verdienstsprünge gab es im vergleichsweise armen Rumänien mit einem Anstieg um 559,3 Prozent. Neben den Arbeitnehmern in Deutschland mussten sich auch Portugiesen (plus 29,9 Prozent), Franzosen (plus 30,5 Prozent) und Österreicher (plus 30,9 Prozent) mit einem unterdurchschnittlichen Plus auf dem Gehaltszettel begnügen.

Auch die Lohnnebenkosten stiegen in keinem anderen EU-Land so langsam wie in Deutschland. Während die Statistiker hierzulande ein Plus von 9,3 Prozent errechneten, ergab sich im EU-Durchschnitt ein Anstieg um 38,5 Prozent.
Die Lohnentwicklung in Deutschland mit moderaten Tarifabschlüssen hat die Konkurrenzfähigkeit deutscher Produkte am Weltmarkt in den vergangenen Jahren erhöht. EU-Länder wie Frankreich hatten Deutschland deshalb wiederholt vorgeworfen, sich mit Lohndumping Vorteile gegenüber Franzosen, Briten oder Spaniern verschafft zu haben.




Kommentare