DEUTSCHLAND/WELT

14.09.2010 | Berlin
Jugend optimistischer - aber Milieukluft wächst
Deutschlands Jugendliche blicken optimistischer in die Zukunft - aber bei der Einschätzung ihrer persönlichen Perspektiven klafft die Schere zwischen den sozialen Milieus immer weiter auseinander. Das geht aus der jüngsten Shell-Jugendstudie hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Ob Politikinteresse, Bildungschancen oder soziales Engagement: Die 12- bis 25-Jährigen aus sozial benachteiligten Familien zeigen in allen Bereichen deutlich weniger Zuversicht. Während insgesamt fast drei Viertel der 2500 Befragten zufrieden mit ihrem Leben sind, äußern sich nur 40 Prozent der Jugendlichen aus der Unterschicht positiv.
Quelle: dpa
Shell Jugendstudie 2010 in Zahlen
Mehr Optimismus, aber nicht bei allen - einige Ergebnisse der 16. Shell-Jugendstudie, für die mehr als 2500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren befragt wurden, in Zahlen:
- Insgesamt 59 Prozent blicken positiv in ihre persönliche Zukunft (2006: 50 Prozent), 35 Prozent unentschieden, 6 Prozent düster. Bei sozial benachteiligten Jugendlichen sind nur 33 Prozent optimistisch.
- 71 Prozent insgesamt sind überzeugt, ihre beruflichen Wünsche verwirklichen zu können. Bei den Jugendlichen aus der Unterschicht sind es nur 41 Prozent.
- Internetnutzung: 96 Prozent sind online, im Schnitt 13 Stunden pro Woche im Netz. Aber während kompetente «Multi-Nutzer» (34 Prozent) vor allem aus oberen Schichten stammen, sind es bei den 24 Prozent «Gamern» vor allem ärmere Jugendliche.
- Politisches Interesse steigt wieder an: Bei den 12- bis 14-Jährigen hat es sich seit 2002 fast verdoppelt (auf 21 Prozent), bei den 15- bis 17-Jährigen stieg es von 20 auf 33 Prozent.
- In den neuen Bundesländern glauben nur 8 Prozent der Jugendlichen an einen Gott, im Westen 23 Prozent. Bei den Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln insgesamt sind es 44 Prozent.
Quelle: dpa
Studie 2010: www.shell.de/jugendstudie








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