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14.09.2010 | Berlin

Rekordausgaben für Arznei von 32,4 Milliarden Euro

Der Anstieg der Arzneimittelausgaben hat sich trotz der Spargesetze ungebremst fortgesetzt. Die Medikamente-Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen stiegen im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin präsentierten Arzneiverordnungs-Report 2010 hervor. Nach Angaben der Herausgeber könnten 9,4 Milliarden Euro im Jahr gespart werden. Denn in Deutschland seien patentgeschützte Arzneimittel und Nachahmer-Medikamente (Generika) 50 bis 100 Prozent teurer als in anderen europäischen Ländern.

Seit 1993 seien die Umsätze der Patent-Arzneimittel von 1,6 auf 13,2 Milliarden Euro angestiegen. Vor drei Jahren seien zwar erstmals Höchstbeträge für diese teuren Mittel eingeführt worden. Doch geändert habe sich nichts. Derzeit plant die Koalition eine Nutzenbewertung für diese Patent-Arzneimittel, die zur Grundlage für Rabattverhandlungen zwischen Kassen und Herstellern gemacht werden soll.

Quelle: dpa

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Arzneimittelausgaben in Deutschland ungebremst im Aufwärtstrend

Der Arzneiverordnungs-Report 2010 belegt für das Vorjahr erneut einen deutlichen Kostenanstieg bei den Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) | Auf der Pressekonferenz anlässlich des Erscheinens des Reports appellieren die Herausgeber für eine sozialere Gesetzgebung, um die Kostendynamik zukünftig zu brechen

Die Arzneimittelausgaben ohne Impfstoffkosten verzeichnen im Jahr 2009 einen erneuten Anstieg um 4,8 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent) auf 32,4 Mrd. € (Vorjahr 30,9 Mrd. €). Die Hauptursache dieser Steigerung, so erklären die Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports 2010, Prof. Dr. Ulrich Schwabe und Dr. Dieter Paffrath, sind die fortwährend starken Zuwächse bei patentgeschützten innovativen Arzneimitteln. Die beiden anderen großen Ausgabenblöcke der GKV zeigen höhere Zuwächse: Krankenhauskosten (56,4 Mrd. €, +6,8 Prozent), ärztliche Behandlung (30,6 Mrd. €, +7,0 Prozent). Das gesamte Ausgabenpaket der GKV beläuft sich damit auf 170,8 Mrd. €. Im Vorjahresvergleich, also im Jahr 2008, lagen die Gesamtleistungen bei 160,8 Mrd. €.

Die Herausgeber weisen darauf hin, dass im Jahr 2009 nach wie vor hohe Einsparpotenziale bei Generika, Analogpräparaten und Arzneimitteln mit umstrittener Wirksamkeit bestehen: Bei Berücksichtigung deutscher Preise in Höhe von 4,1 Mrd. €. Aufgrund dessen, dass patentgeschützte Arzneimittel aber auch Generika in Deutschland 50 bis 100 Prozent teurer sind als in anderen europäischen Ländern, ließen sich hier Wirtschaftlichkeitsreserven in Höhe von 9,4 Mrd. € berechnen.

Der aktuelle Arzneiverordnungs-Report liegt in diesem Jahr zum 26. Mal vor. Er basiert auf 740 Millionen Verordnungen (davon 626 Mio. Fertigarzneimittelverordnungen), ausgestellt von 138.709 Vertragsärzten. Die Publikation beschreibt die Einführung neuer Arzneimittel, bewertet den therapeutischen Nutzen, berechnet die Kosten und gibt Ärzten konkrete Verordnungsempfehlungen. Die Verordnungstrends für 40 Indikationsgruppen werden in der Springer Publikation vorgestellt. Darüber hinaus werden Patienten- und Herstellerprofile dargestellt und eine ökonomische Bewertung des Arzneimittelmarktes vorgenommen. Ärzten steht damit eine wichtige Entscheidungshilfe in der Pharmakotherapie zur Verfügung, um eine Verordnung nach therapeutischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten treffen zu können. Der Arzneiverordnungs-Report gilt als Standardwerk und genießt hohe Anerkennung in wichtigen Gremien und Verbänden, die sich mit Fragen der Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik in Deutschland beschäftigen. In Europa gibt es derzeit keine vergleichbare wissenschaftliche Bewertung von Arzneimittelverordnungen.

Arzneiverordnungs-Report 2010... »

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