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DEUTSCHLAND/WELT

 

16.09.2010 | Berlin

TÜV-Report: Jeder achte Bus hat Mängel

Achsenprobleme, mangelhafte Bremsen und schlechte Beleuchtung: Jeder achte Bus in Deutschland weist erhebliche Mängel auf. Zugleich sind aber auch mehr als die Hälfte aller Busse in einwandfreiem Zustand. Das sind die Ergebnisse des bundesweit  ersten TÜV-Busreport, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Er basiert auf 50 000 Hauptuntersuchungen von Reise- und Linienbussen.

«Rein statistisch ist der Bus eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt», betonte das geschäftsführende Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV, Klaus Brüggemann. «Die Gefahr mit einem Pkw zu verunglücken ist um ein vielfaches höher.» Die Sicherheit müsse aber stets an erster Stelle stehen, da Busse in Deutschland 5,5 Milliarden Fahrgäste pro Jahr befördern. Ein Problem bei Notfällen sei, dass Passagiere oft Nothammer als Souvenir mitgehen ließen.

«Der Sicherheitsstandard ist enorm hoch», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, Gunther Mörl, der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben seines Verbandes haben Busse mit 0,3 Prozent den geringsten Anteil an den Verkehrstoten. Der TÜV betont, die jetzt ermittelten Ergebnisse ließen sich auch auf das dichte Prüfungsintervall zurückführen - einmal jährlich ist eine Hauptuntersuchung fällig, dazwischen müssen die Busse auch noch zu Zwischenuntersuchungen.

Aber schwere Unfälle wie 2008, als bei Hannover 20 Menschen in einem Bus starben, heizen immer wieder die Sicherheitsdebatte an. Generell gilt: Je älter das Fahrzeug, desto mehr Mängel gibt es. Im Durchschnitt lag die Mängel-Quote bei ein Jahr alten Fahrzeugen bei 3,8 Prozent. Nach fünf Jahren betrug sie 9,7 Prozent, nach zehn Jahren 13,9 Prozent. Bei zwanzig Jahre alten Bussen stellten die TÜV-Experten eine Mängel-Quote von 23 Prozent fest. Der Durchschnitt lag bei 12,4 Prozent.

Nur geringe Mängel wurden an 31,6 Prozent der geprüften Busse festgestellt, mängelfrei waren 55,8 Prozent. Insgesamt weist die deutsche Bus-Flotte ein Durchschnittsalter von 8,5 Jahren auf.

Die häufigsten Mängel fanden die TÜV-Ingenieure an den Achsen (5,2 Prozent der geprüften Busse) an Motor und Antrieb (4,9 Prozent) und Korrosion an tragenden Teilen (4,9 Prozent). Besonders häufig stellte der TÜV Mängel an der Beleuchtung fest. Über alle Altersgruppen waren im Durchschnitt 18,6 Prozent der Busse betroffen. TÜV-Experte Brüggemann riet den Unternehmen, nicht am falschen Ende zu sparen.

Quelle: dpa

TÜV Bus-Report zum Download... »
Bus-Report... »

Tipps für Fahrgäste

Ob Klassenfahrt, Betriebsausflug oder Vereinswochenende: Auch Verbraucher können die Sicherheit ihrer geplanten Busreise beeinflussen. Das Thema Bussicherheit beginnt bereits, wennman eine Reise plant und sich ein Unternehmen für die Reise aussucht.

- Bei der Gesamtplanung solltemöglichst auf Nachtfahrten verzichtet werden, auch wenn sich dadurch eine Übernachtung sparen lässt. Nachts ist auch bei erfahrenen Busfahrern der Biorhythmus auf Schlaf und Erholung eingestellt.

- Bei der Reiseplanung sollten genug Pausen eingeplant werden, damit die die Busfahrer ihre Lenkund Ruhezeiten einhalten können.

Bevor man sich für ein Busunternehmen entscheidet, sollte man es sich vorher einmal anschauen.

- Wichtig ist zunächst der Gesamteindruck. Wie werden Kundenwünsche behandelt, werden Fragen zur Sicherheit ernst genommen?

- Sprechen Sie das Thema Sicherheit offen an und lassen sich vom Busunternehmen die Sicherheitsmaßnahmen erläutern

- Lassen sie sich auch einen Bus zeigen.

 

Bei Bussen gibt es sicherheitsrelevante Mängel, die auch für Laien sichtbar sind

- Die Reifen müssen über ein ausreichendes Profil verfügen und der Jahreszeit angepasst sein.

- Bei Reisebussen sind Sicherheitsgurte auf allen Plätzen Pflicht!

- Die Nothämmer an den Notausstiegenmüssen vorhanden sein.

- Der Busfahrer muss die Fahrgäste vor Abfahrt auf die Sicherheitseinrichtungen aufmerksam machen.

- Achten Sie darauf, dass die HU-Plakette aktuell ist.

- Achten Sie auf die Plakette der Sicherheitsprüfung (hinten links am Fahrzeug).

 

Während der Fahrt müssen die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden

- Nach 4,5 Stunden ununterbrochener Fahrt muss der Busfahrer eine Pause von 45Minuten einlegen. Wichtig: Hier zählt auch die Fahrzeit vomBusunternehmen zumAusgangspunkt der Reise!

- Pausen dienen der Erholung des Busfahrers.

- Bei sehr langen Fahrten: Fahrer dürfen maximal neun Stunden, an zwei Tagen proWoche auch zehn Stunden am Tag amSteuer sitzen. Deshalb muss unter Umständen ein zweiter Fahrer eingesetzt werden.

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