DEUTSCHLAND/WELT
21.09.2010 | Berlin
Spot gegen sexuellen Kindesmissbrauch gestartet
«Sprechen hilft!» - unter diesem Motto hat die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, am Dienstag eine Kampagne gegen sexuellen Kindesmissbrauch gestartet. Die Spots sollen Opfern Mut machen, ihr Schweigen zu brechen und über das Erlebte zu reden. «Wenn wir Kinder besser schützen wollen, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass Täter nicht geschützt sind», sagte sie in Berlin. Die Spots, bei denen der Filmemacher Wim Wenders Regie führte, sind ab sofort auf allen großen Fernsehsendern zu sehen.
Nach zahlreichen bekannt gewordenen Missbrauchsfällen hatte die Bundesregierung Anfang des Jahres das Amt einer Missbrauchsbeauftragten und einen Runden Tisch eingerichtet. Bergmann nahm ihre Arbeit im April auf.

Betroffene können sich telefonisch oder schriftlich an die frühere SPD-Familienministerin und ihre Mitarbeiter wenden. Bislang gingen 800 Briefe und 1700 Anrufe ein. Der älteste Anrufer war 80 Jahre alt - der jüngste 10 Jahre. 60 Prozent der Opfer sprachen das erste Mal über den zumeist lange zurückliegenden Missbrauch.
Die Opfer forderten mehr Therapie- und Beratungsangebote sowie eine Verlängerung von zumeist zivilrechtlichen Verjährungsfristen, wie Bergmann sagte. Zudem möchten sie erreichen, dass das Thema stärker in der Öffentlichkeit behandelt wird, um Kinder künftig besser zu schützen. Auch Entschädigungen seien ein Thema. Bergmann wollte sich noch nicht festlegen, wie Entschädigungen konkret aussehen könnten. Unter anderem wird ein Fonds diskutiert, in den Institutionen einzahlen. Bergmann begrüßte die Ankündigung des Jesuitenordens, Missbrauchsopfer zu entschädigen.
Spot(s) ansehen und weitere Infos unter:
www.sprechen-hilft.de
www.beauftragte-missbrauch.de





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