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DEUTSCHLAND/WELT

 

The Social Network - Kinotrailer
Video
25.09.2010 | Berlin/New York

Film-Epos über Facebook: Kein süßer Zuckerberg


Hollywood holt aus: Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kommt in einem neuen Film aus der Traumfabrik nicht gut weg. Am Freitag eröffnete «The Social Network» das 48. New York Film Festival, in Deutschland kommt der Streifen von David Fincher («Fight Club») am 7. Oktober in die Kinos.


Ramponiert der Film Zuckerbergs Ruf, der schon angeschlagen ist, unter anderem weil in seinem Online-Netzwerk die Privatsphäre-Einstellungen immer wieder verändert werden?


Sicher ist: Hollywood zeigt seine alte Macht, das öffentliche Bild einer Person zu prägen - diesmal bei einem Web-2.0-Star. Anderen Größen des Computer-Zeitalters wie Microsoft-Gründer Bill Gates, Apple-Chef Steve Jobs oder den Gründern von Google blieb bislang ein Film über ihren Aufstieg erspart. Zuckerberg bekommt bereits mit 26 Jahren ein böses Denkmal gesetzt. Die unterschwellige Frage des Films geht für Facebook ans Eingemachte und macht den Film so gefährlich für die Firma: Kann man diesem Mann vertrauen?

Zum Auftakt sieht der Zuschauer einen sozial ungelenken Studenten, der seine Freundin ziemlich unsympathisch zutextet. Erica (Rooney Mara) macht daraufhin Schluss, nicht ohne Mark (Jesse Eisenberg) etwas mitzugeben: Er werde eines Tages reich sein und Erfolg haben, aber er werde wohl immer denken, dass Mädchen ihn nicht mögen, weil er ein Streber sei. Die Wahrheit sei jedoch, dass sie ihn nicht mögen, weil er ein Arschloch sei. Später im Film sagt eine andere Frau: «Sie sind kein Arschloch - Sie kommen nur so rüber.»


So oder so: Zuckerberg dürfte sein Abbild ganz und gar nicht gefallen. Hinter den Kulissen versuchte Facebook, gegen den Film vorzugehen, der auf einem - sagt der Autor Ben Mezrich selbst - zugespitzten Buch beruht: «Milliardär per Zufall. Die Gründung von Facebook - eine Geschichte über Sex, Geld, Freundschaft und Betrug». Böse Zungen behaupten, es sei eine gezielte Rache-Aktion des früheren Zuckerberg-Mitstreiters Eduardo Saverin, um der Firma zu schaden.

Zuckerberg sagt: «Dieser Film ist Fiktion.» Mit Facebook habe er die Welt zu einem offeneren Ort machen wollen. Der Film lege stattdessen nahe, er habe das Netzwerk eingerichtet, um leichter Frauen kennenzulernen. Betont locker gibt Zuckerberg zu Protokoll, Finchers Werk nicht angucken zu wollen. Doch der Kinostreifen setzt ihn unter Druck - es dürfte kein Zufall sein, dass Zuckerberg rechtzeitig zur New Yorker Filmpremiere medienwirksam eine 100-Millionen-Dollar-Spende für Schulen in den USA bekanntgibt.


Den Trailer zum Film unterlegt der belgische Mädchenchor Scala mit dem Radiohead-Song «Creep» (Widerlicher Mensch). Der Werbespruch des Films lautet «Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne dir ein paar Feinde zu machen». Er spielt auf die halbe Milliarde Menschen an, die Facebook inzwischen als Nutzer zählt, sowie die Freundschaften, die zerbrachen, als Zuckerberg frühere Weggefährte hinter sich ließ. Einige zerrten ihn sogar vor Gericht, weil sie sich übers Ohr gehauen fühlten und ihm vorwarfen, ein Ideen-Dieb zu sein.

 

Quelle: dpa

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