DEUTSCHLAND/WELT

06.10.2010 | Herzberg
Brandenburger Kreis hebt nach Flut Katastrophenalarm auf

Der Landkreis Elbe-Elster hat den Katastrophenalarm für das Flussgebiet der Schwarzen Elster in Brandenburg aufgehoben. Davon sei allerdings die Stadt Herzberg vorerst ausgenommen, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit. Dort soll der Alarm am Nachmittag enden.
Aufgrund weiter sinkender Pegel an der Schwarzen Elster - einem Nebenfluss der Elbe - habe sich die Situation stabilisiert. Mit der Entwarnung ist auch die Aufhebung der Hochwasser-Alarmstufe 4 für den Fluss bis zur Landesgrenze von Sachsen-Anhalt verbunden. Der Katastrophenstab wird voraussichtlich am Nachmittag seine Arbeit einstellen.
Für die Schwarze Elster im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt galt der Katastrophenalarm dagegen noch. «Wir werden heute zwischen 16 und 18 Uhr eine Entscheidung treffen, ob wir ihn aufheben», sagte Angelika Vorig, Sprecherin des Landkreises. Die Alarmstufe 4 wurde allerdings bereits aufgehoben.
Quelle: dpa

03.10.2010 | Potsdam/Herzberg/Wittenberg
Weiterhin kritische Lage im Hochwassergebiet
In den Hochwassergebieten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind die Helfer trotz zurückgehender Fluten weiter im Dauereinsatz.
Die Wassermassen drückten am Sonntag im Überschwemmungsgebiet Elbe-Elster in Südbrandenburg noch immer auf die völlig durchfeuchteten Deiche, sagten Experten des Bundeslandes. An der Schwarzen Elster in Sachsen-Anhalt galt weiter Katastrophenalarm. Trotz des Einsatzes von 600 Helfern sei es immer noch nicht gelungen, den am Donnerstag gebrochenen Deich bei Meuselko wieder restlos zu schließen. «Aber wir sind zuversichtlich, dass dies bald gelingt.»

«Die Situation ist unverändert angespannt», sagte die Sprecherin des Landkreises Wittenberg an der Schwarzen Elster, Angelika Vorig, am Sonntag. Zwar sei der Pegelstand des Flusses in Löben seit Samstag um etwa 20 Zentimeter auf rund drei Meter gesunken, doch der Druck auf die Deiche sei nach wie vor enorm. «Die Wälle sind weich wie Pudding.» Bislang seien die Deiche mit etwa 700 000 Sandsäcken verstärkt worden. Der Scheitel des Hochwassers an der Schwarzen Elster hatte in der Nacht zum Sonntag den Landkreis Wittenberg erreicht.
In der Schwarzen Elster komme zwar kein weiteres Wasser hinzu, aber es könne auch nicht schnell abfließen, sagte eine Sprecherin der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg. Grund sei unter anderem der Wasserstau auf der angeschwollenen Elbe, in die der Fluss mündet.

In Südbrandenburg wurden 179 Kilometer Deiche rund um die Uhr kontrolliert. Zum Schutz vor Brüchen seien seit vergangenen Mittwoch weit mehr als 100 Schadstellen ausgebessert worden, teilten die Behörden mit. Die Einsatzkräfte, die von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt werden, arbeiten ständig an der Sicherung der Schutzdämme. Größere Deichschäden und Überflutungen habe es in Saathain gegeben.
Fassungslos sind die Einsatzkräfte über den Hochwassertourismus. Bei warmer Herbstsonne nutzen viele Schaulustige die butterweichen Deichanlagen für Spaziergänge, berichtete die Polizei. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden die Deiche auch von Fahrradfahrern benutzt. Tiefe Spuren von Reifen oder auch Füßen könnten der Anfang von Deichbrüchen sein, wurde gewarnt. Die Polizei habe das Recht, solche Touristen in Gewahrsam zu nehmen.




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