DEUTSCHLAND/WELT

30.09.2010 | New York/Berlin
«Ein Leben wie ein Film»: Hollywoodstar Tony Curtis ist tot
Eine Hollywoodlegende ist tot: Tony Curtis ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Obwohl er nie einen Oscar bekam, gehörte er zu den größten Schauspielern - und Herzensbrechern - Hollywoods.
Tony Curtis ist tot. Die Hollywoodlegende starb am späten Mittwochabend (Ortszeit) im Alter von 85 Jahren in Henderson im US-Bundesstaat Nevada. In der Stadt bei Las Vegas hatte Curtis mit seiner fünften Frau die letzten Jahre seines Lebens verbracht. Seine Tochter Jamie Lee Curtis und seine frühere Frau Christine Kaufmann bestätigten in verschiedenen Medien den Tod des weltbekannten Schauspielers. «Es ist, wie wenn die Zeit stirbt», sagte Kaufmann.

«Ich war trauriger, als ich gedacht habe», bekannte die Schauspielerin, die von 1963 bis 1967 mit Curtis verheiratet war. Das Paar hat zwei Kinder. Kaufmann war Curtis' zweite Frau; zuletzt war er in fünfter Ehe mit Jill Vandenberg verheiratet. Als er die blonde Reitlehrerin, die ihn deutlich überragte, 1998 mit großem Presserummel heiratete, gaben viele der Ehe wieder nur wenig Zeit. Doch Vandenberg saß jetzt am Sterbebett, als Curtis starb.
Curtis hatte die letzten Jahre immer wieder Probleme mit der Gesundheit. Vor drei Jahren überlebte er nur knapp eine Lungenentzündung. Im Juli musste er mit einem schweren Asthmaanfall ins Krankenhaus. Als er vor zwei Jahren gefragt wurde, was einmal auf seinem Grabstein stehen solle, hatte er laut «New York Times» geantwortet: «Nobody's perfect» - «Niemand ist vollkommen», der Schlusssatz der Billy-Wilder-Komödie «Manche mögen's heiß».

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Curtis hatte sich mit blendendem Aussehen, aber auch viel Talent in Hollywood nach oben gespielt. «Aus seinem Leben hätte man selbst einen Film machen können», schrieb die «New York Times». Er wirkte in mehr als 140 Filmen mit und war Charakterdarsteller, aber auch Komödiant. Filmgeschichte schrieb er mit «Manche mögen's heiß» von 1959, wo er an der Seite von Marilyn Monroe und Jack Lemmon spielte. Danach brillierte er immer wieder in Komödien, spielte aber auch Mörder, Seeräuber und andere illustre wie finstere Gestalten.
Erfolg feierte er auch im Fernsehen: Die englische Serie «Die Zwei» mit Curtis und James-Bond-Darsteller Roger Moore war in den USA zwar ein Misserfolg, in Europa aber sehr beliebt. In Deutschland genießt sie, auch dank der Synchronisation von Rainer Brandt, Kultstatus und wird noch heute, vier Jahrzehnte später, immer wieder gezeigt. Curtis malte zuletzt und machte Kunstcollagen, im Fernsehen trat er nur noch in Gastrollen auf. In den letzten Jahren spielte er allerdings auch noch in Filmchen der Tourismuswerbung Ungarns mit, der Heimat seines Vaters - mit einem Blick auf eine schöne Ungarin und dem Satz «Sie wissen doch: Manche mögen's heiß».
Quelle: dpa
30.09.2010 | Berlin
Hintergrund: Filme mit Tony Curtis
Der US-Schauspieler Tony Curtis (1925-2010) hat in mehreren Leinwand-Klassikern mitgewirkt. Einige seiner bekanntesten Filme in Kino und Fernsehen:

1958: «Flucht in Ketten» (The Defiant Ones) - Curtis bekommt eine Oscar-Nominierung für die Darstellung eines von der Polizei gejagten Häftlings - mit Handschellen an seinen Filmpartner Sidney Poitier gefesselt.
1959: «Manche mögen's heiß» (Some Like It Hot) - In Frauenkleidern zeigt er an der Seite von Jack Lemmon und Marilyn Monroe in dem Kino-Klassiker um eine Damen-Kapelle sein komisches Talent.
1971/1972: «Die Zwei» (The Persuaders) - Witzige Dialoge mit Filmpartner Roger Moore machen die TV-Krimiserie zu einem großen
Publikumserfolg.
1988: «Der Passagier» (Welcome to Germany) - Der bis dahin weitgehend aus Abenteuerstreifen und Komödien bekannte Schauspieler bekommt viel Lob von der Kritik für die Darstellung eine jüdischen Emigranten, der in Hollywood Karriere macht und nach Deutschland zurückkommt.
2008: «David & Fatima» - Unter der Regie des Ägypters Alain Zaloum steht der gesundheitlich angegriffene Curtis in dem Drama um eine Liebe in Jerusalem für einen seiner letzten Filme vor der Kamera.




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