DEUTSCHLAND/WELT
17.03.2009

17.03.2009 | Winnenden (dpa)
Winnenden: Weitere Opfer des Amoklaufs werden beigesetzt
Winnenden nimmt weiter Abschied: Sechs Tage nach den tödlichen Schüssen in der Realschule der Stadt werden heute weitere Opfer des Amokläufers Tim K. beigesetzt. Neben einer Schülerin und einer Lehrerin wird auch eine ihrer Kolleginnen der Albertville-Realschule beerdigt.
Diese hätte heute ihren 25. Geburtstag gefeiert. Schon am Montag hatten sich die Schüler der Realschule in Winnenden langsam an eine Rückkehr in den Schulalltag herangetastet. Mehr als 150 Kinder und Jugendliche hatten das Angebot eines freiwilligen Unterrichts genutzt. Anhalten wird auch die politische Diskussion um schärfere Waffengesetze.
Für die Betreuung der Schüler standen sechs Gemeindehallen zur Verfügung. Die Kinder besuchten auch Spielplätze, sprachen mit Psychologen und Seelsorgern, malten und bastelten. Heute will sich das Regierungspräsidium zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs äußern. Unklar ist bislang, ob das beschädigte Gebäude der Realschule je wieder bezogen wird.
Am Montag war eine weitere Schülerin beigesetzt worden. Vier Verletzte liegen noch in Krankenhäusern, darunter zwei Polizisten. Alle sind inzwischen außer Lebensgefahr.
Der 17-jährige Tim K. hatte an seiner ehemaligen Schule neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er einen weiteren Mann, nach einer Irrfahrt mit einer Geisel in Wendlingen (Kreis Esslingen) noch zwei Männer und schließlich sich selbst. Für den Amoklauf benutzte er eine Waffe seines Vaters, die frei verfügbar im Schlafzimmer der Eltern lag. Gegen den Vater wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung in 15 Fällen eingeleitet.




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