DEUTSCHLAND/WELT

12.10.2010 | Warschau/Kiew
Polen und Ukraine: Mehr als 50 Tote bei Busunfällen
Bei schweren Unfällen in Polen und der Ukraine sind mehr als 50 Menschen gestorben. Beim Zusammenprall eines Linienbusses mit einem Zug kamen in der Ukraine mindestens 38 Menschen ums Leben. In Polen starben bei einem Verkehrsunfalls 18 Saisonarbeiter.
Der Unfall in der Ukraine ereignete sich nach ersten Ermittlungen als ein Bus in der Region Dnjepropetrowsk südöstlich von Kiew trotz einer blinkenden Signalanlage auf einen Bahnübergang führ. «Die Ampel war intakt und zeigte an, dass der Übergang gesperrt ist», sagte ein Bahnsprecher. Der Fahrer des Busses habe das Signal offenbar ignoriert. Neben den Toten seien weitere 12 Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.
Zahlreiche Rettungskräfte waren am Ort. Auch eine Delegation des Innenministeriums der früheren Sowjetrepublik reiste zum Unfallort in der Nähe der Stadt Nikopol. Ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch sagte, der Staatschef lasse sich laufend über die Tragödie informieren und wolle Staatstrauer anordnen.

In Polen war ein Kleinbus am frühen Dienstagmorgen in Nowe Miasto nad Pilica südlich von Warschau frontal mit einem Lastkraftwagen zusammengestoßen, sagte Polizeisprecher Mariusz Sokolowski. 16 Businsassen starben am Unfallort, zwei im Krankenhaus. Es waren Saisonarbeiter, die zum Arbeitsplatz in einem Obstgarten gebracht werden sollten. Leicht verletzt wurde auch der Fahrer des entgegenkommenden Lastwagens.
Der VW-Transporter kam plötzlich auf die linke Fahrbahn und prallte mit voller Wucht auf den entgegenkommenden Laster, wie die Polizei berichtete. «Der Fahrer des Busses wollte offensichtlich überholen», sagte der Verwaltungschef der Region, Jacek Kozlowski. Das Fahrzeug soll für den Transport von so vielen Menschen nicht geeignet gewesen sein. Die nicht angeschnallten Passagiere hätten auf Kisten und auf dem Boden gesessen. Der Unglückswagen sei ei völlig zertrümmert, hieß es von der Polizei. Die Region Mazowsze ordnete eine dreitägige Trauer an.
Zum Zeitpunkt des Unglücks habe dichter Nebel geherrscht. Polens Straßen gelten als gefährlich: Bei 100 Unfällen sterben zehn Menschen - eine der höchsten Zahlen an Verkehrstoten in der EU.
Am 26. September waren bei einem schweren Reisebusunglück am Schönefelder Kreuz nahe Berlin 14 polnische Touristen tödlich verletzt worden.




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