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  • Hermann Scheer gestorben

DEUTSCHLAND/WELT

 

15.10.2010 | Berlin/Stuttgart

SPD-Politiker Hermann Scheer gestorben

 

Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete und Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer, ist tot. Das bestätigte sein Abgeordnetenbüro in Berlin am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Scheer starb demnach am Donnerstagmittag in einem Berliner Krankenhaus. Es sei ein plötzlicher, unerwarteter Tod gewesen. Zuerst hatte am Morgen der Südwestrundfunk darüber berichtet.

Der 66-jährige verheiratete Politiker hinterlässt ein Kind. Scheer war seit 1980 Mitglied des Bundestages für die SPD Baden-Württemberg, von 1993 bis 2009 auch Mitglied des SPD-Bundesvorstandes. 1998 erhielt er für sein Umwelt-Engagement den Weltsolarpreis, 1999 den Alternativen Nobelpreis. Er wurde vom amerikanischen «Time Magazine» als «Hero for the Green Century» (Held des grünen Jahrhunderts) ausgezeichnet.

Quelle: dpa

www.bundestag.de/abgeordnete17/biografien/S/scheer_hermann.html

15.10.2010 | Stuttgart/Berlin

Hermann Scheer - SPD-Querdenker und «Solar-Papst»

Spott und sogar Feindschaften wegen seines Engagements für erneuerbare Energien war der SPD-Politiker Hermann Scheer gewohnt. Das hielt ihn aber von keiner seiner wortgewaltigen Parteitagsreden ab. Bereits in den 80er Jahren, als Alternativen zur Atomkraft noch belächelt wurden, setzte sich der Bundestagsabgeordnete vor allem für Sonnenenergie ein.

Dies brachte dem häufig als «Solar-Papst» bezeichneten Querdenker viele Auszeichnungen ein. Die wohl wichtigste war der Alternative Nobelpreis, den er 1999 erhielt. Am Donnerstag starb der profilierte SPD-Umweltpolitiker aus Waiblingen bei Stuttgart im Alter von 66 Jahren.

Der 1944 im hessischen Taunusort Wehrheim geborene Scheer nahm nicht nur beim Thema alternative Energien kein Blatt vor den Mund. Seit 1985 saß er im Bundestag und fiel dort wegen zahlreicher abweichender Positionen etwa zur Sicherheits- und Asylpolitik auf. Dennoch war seine Nominierung auf der Landesliste der SPD Baden-Württemberg nie in Gefahr. In Hessen war er 2008 im Schattenkabinett der früheren SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti als Wirtschaftsminister vorgesehen.

Im SPD-Vorstand brachte Scheer Ende der 90er Jahre mit Äußerungen, das NATO-Vorgehen im Kosovo sei ein «Kriegsverbrechen», den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gegen sich auf. Dieser meinte seinerzeit sogar, Scheer gehöre aus der Partei geworfen.

Seit 1965 war der frühere Fünfkämpfer Mitglied der SPD. Er mischte in der Studentenbewegung mit und spielte danach bei den Jusos eine führende Rolle. Seit zwei Jahrzehnten war der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Präsident von Eurosolar, der Europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien. Seit 2001 gehörte Scheer dem im Weltrat für erneuerbare Energien an.

Quelle: dpa

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