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DEUTSCHLAND/WELT

 

LOKI SCHMIDT IST TOT     |     PORTRAIT     |     IHRE STIFTUNG     |     ZITATE

03.11.2010 | Hamburg

Loki Schmidt in Hamburg beigesetzt

 

Loki Schmidt ist in Hamburg beigesetzt worden. Die Asche der engagierten Naturschützerin und Kanzlergattin wurde auf dem Parkfriedhof Hamburg-Ohlsdorf zur letzten Ruhe gebettet, wie das Büro von Altbundeskanzler Helmut Schmidt und ein Senatssprecher bestätigten.

Der «Bild»-Zeitung zufolge wurde die Urne am Dienstag bestattet, einen Tag nach der bewegenden Trauerfeier mit mehr als 2000 Gästen im Hamburger Michel. An der Beisetzung nahmen demnach nur ihr Witwer (91) und Tochter Susanne (63) teil. Loki Schmidt war am 21. Oktober im Alter von 91 Jahren gestorben.

Der Friedhof Ohlsdorf bezeichnet sich mit knapp 400 Hektar Fläche und rund 450 Laub- und Nadelgehölzarten als größter Parkfriedhof der Welt. Seit seiner Eröffnung 1877 sind rund 256 000 Grabstellen eingerichtet worden. Neben Bürgermeistern und Senatoren sind auch prominente Dichter, Musiker und Schauspieler dort bestattet, unter ihnen Hans Albers, Inge Meysel, Heinz Erhardt und Monica Bleibtreu. Jährlich gibt es rund 5 000 Bestattungen.

Der Hamburger SPD-Chef Olaf Scholz hat sich in der «Bild»-Zeitung dafür ausgesprochen, eine Straße oder auch einen Park nach der Hamburger Ehrenbürgerin zu benennen. Zu ihrem Engagement als Naturschützerin würde es auch sehr gut passen, wenn sie Namensgeberin für einen Park werden würde, meinte Scholz. Ein Senatssprecher verwies darauf, dass gewöhnlich erst zwei Jahre nach dem Tod des Namenspatrons eine Benennung erfolge.

 

dpa

 

Loki Schmidt Trauerfeier
Fotos
01.11.2010 | Hamburg

Bewegende Trauerfeier für Loki Schmidt

Begeisterte Naturschützerin, engagierte Pädagogin, Kanzlergattin und Hamburger Ehrenbürgerin: Bei einer bewegenden Trauerfeier haben mehr als 2000 Menschen im Hamburger Michel Abschied von der mit 91 Jahren gestorbenen Ehefrau des Altkanzlers Helmut Schmidt genommen.


Mit einer schlichten, aber ergreifenden Trauerfeier hat Deutschland Abschied von Loki Schmidt genommen. Ihr Mann, Altbundeskanzler Helmut Schmidt (91), verfolgte die Zeremonie am Montag in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis gefasst an der Seite seiner Tochter Susanne (63) und deren Mannes. «Wir sind unendlich traurig», stand auf der Schleife des Familienkranzes zu Füßen des mit weißen Lilien geschmückten Sargs. Mehr als 2000 Gäste waren in die Barockkirche gekommen, darunter auch Polit-Prominenz. Neben den Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Horst Köhler nahmen auch amtierende Politiker teil, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Loki Schmidt hatte sich im September einen Fuß gebrochen und musste operiert werden. Am 21. Oktober starb sie in ihrem Haus in Hamburg-Langenhorn.

 

Mit bewegter Stimme verabschiedete sich der frühere Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) von «unserer Freundin Loki»: «Ruhe sanft - Wir werden Dich nicht vergessen.» Er sei von «Loki» schon 2006 in die Pflicht für die Trauerfeier genommen worden: «Kann man bei dir noch eine Bestellung aufgeben?», habe sie ihn damals gefragt. «Angst vor dem Tod hatte sie nicht.»

Voscherau ließ Loki Schmidts Leben noch einmal Revue passieren - von der ärmlichen Kindheit in Hamburger Arbeitervierteln, über das Lehrerstudium bis zu den Jahren in Bonn und ihrem großen Naturschutzengagement. In all den turbulenten Jahrzehnten an der Seite von Helmut Schmidt sei sie eines geblieben: «Loki war der ruhende Pol der Familie, die Kraft, die zusammenhält.»

Voscherau bat Helmut Schmidt, der in Trauer versunken andächtig in seinem Rollstuhl saß, die Hilfe seiner Freunde anzunehmen - damit die Abende nun nicht in Einsamkeit mündeten. Schmidt blieb fast bis zum Ende der Zeremonie stark, dann weinte er kurz mit seiner Tochter.

Die einstündige Trauerfeier war auf Wunsch von Loki Schmidt von der h-moll-Suite von Johann Sebastian Bach geprägt. Zwischen einzelnen Sätzen des Stückes sprachen Bischof Eduard Lohse, Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) und Voscherau zu der Trauergemeinde. Loki Schmidt habe bis zuletzt viel Gutes tun können, sagte Lohse in seiner Predigt. Ihre Warmherzigkeit habe vielen geholfen. Grundlage seiner Predigt war der 90. Psalm mit den einleitenden Worten «Herr, du bist unsere Zuflucht für und für.» Dem Schöpfer aller Kreatur sei Loki Schmidt immer wieder begegnet.

«Mit ihrem Tod ist Hamburg ein Stück ärmer geworden», sagte Bürgermeister Ahlhaus (CDU) und wandte sich direkt an Helmut Schmidt: «Stellvertretend für alle Hamburgerinnen und Hamburger sage ich heute: Die Menschen in unserer Stadt sind stolz auf ihre Loki Schmidt. Hamburg wird Loki Schmidt niemals vergessen und ihr immer in großer Dankbarkeit verbunden bleiben.» Ahlhaus beschrieb die beliebte Naturschützerin als «willensstarke und selbstständige Frau, hanseatisch zurückhaltend, humorvoll und mit dem Herzen auf dem rechten Fleck».

Im Hamburger Wahrzeichen, dem Michel, nahmen auch die früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel und Franz Müntefering, Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), der Schriftsteller Siegfried Lenz und Fußballidol Uwe Seeler Platz. Der frühere französische Staatspräsident Valérie Giscard d'Estaing hatte aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Neben den prominenten Gästen nahmen viele hundert Bürger an der Trauerfeier teil, die auch live im Fernsehen übertragen wurde. Die Beisetzung sollte im engsten Familienkreis erfolgen.

Quelle: dpa
23.10.2010 | Hamburg

Tschüs, Loki: Hamburger trauern

 

Tschüs, Loki: Der Tod von Loki Schmidt hat bei vielen Menschen große Bestürzung und tiefe Trauer ausgelöst. In ihrer Heimatstadt Hamburg wehten die Fahnen am Freitag auf Halbmast, Trauernde zog es zu den ausgelegten Kondolenzbüchern.

In bewegenden Worten nahmen sie darin Abschied von ihrer beliebten Hamburger «Deern» - manche mit Tränen in den Augen und zittrigen Händen, Kinder kamen mit selbst gebastelten Blumen und guten Wünschen für die engagierte Naturschützerin. Die Gedanken der Trauernden galten besonders dem Ehemann, Altkanzler Helmut Schmidt: In ihren Einträgen wünschten sie ihm viel Kraft, um dieses traurige Ereignis zu verarbeiten.

Die Trauerfeier für Loki Schmidt wird am 1. November im Hamburger Michel abgehalten, teilte ein Sprecher des Senats mit. Die Zeremonie in der Hauptkirche St. Michaelis beginnt um 12.00 Uhr mittags. Die Ehrenbürgerin der Hansestadt war in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 91 Jahren gestorben.

Sofort nach Freigabe der Kondolenzbücher im Rathaus trugen sich die Ersten ein, um noch einmal persönlich an Loki Schmidt zu erinnern. Sie würdigten ihre «Aufrichtigkeit, Menschenliebe und Liebe zur Natur», wie es Gisela Plönnigs ins Buch schrieb. «Es war mir sehr wichtig, rechtzeitig hier zu sein. Ich bin in dem Jahr geboren, in dem Loki und Helmut Schmidt geheiratet haben», sagte die 68-Jährige. Eine «großartige Frau» sei sie gewesen, sagte Josef Raps aus Bayern, der sich bei seinem Eintrag kurzfasste: «Vergelt's Gott.» Sie habe sehr viel geleistet. Der «da oben» - er zeigte mit seiner rechten Hand gen Himmel - solle ihr das zugutehalten.

Bereits eine Stunde vor der Öffnung im Rathaus hatten sich Trauernde versammelt. Still bildeten sie geordnete Reihen vor zwei auf Holzpulten ausliegenden Büchern. Zwischen den beiden Tischen stand ein Blumengefäß mit einem farbenprächtigen Strauß aus Hortensien, Lilien, Gladiolen, Rosen und Blattgrün. Die Ruhe wurde unterbrochen, als eine Gruppe Kindergarten-Kinder hineinströmte. «Loki war die Schirmherrin unserer Kita an der Bucerius Law School», berichtete Erzieherin Janine Ernst. Ihre Schützlinge hatten 18 Blumen aus Papier gebastelt und gemalt. Jede Blume trug einen Wunsch oder einen schönen Gedanken für die leidenschaftliche Pflanzenliebhaberin. Seit 1980 hatte Loki Schmidt alljährlich die «Blume des Jahres» gekürt.

Als Erste hatten sich Christa Goetsch, Zweite Bürgermeisterin der Stadt, und Hamburgs CDU-Parteivorsitzender und Fraktionschef Frank Schira ins Kondolenzbuch eingetragen. «Für mich war sie eine starke Frau, eine große Hamburgerin», schrieb Goetsch. «Hamburg verliert eine hohe Persönlichkeit.» Schira würdigte Loki Schmidt als «Vorbild für uns alle» und sagte im Namen seiner Partei «Tschüs».

Am Nachmittag kondolierten auch Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) und seine Frau und schrieben ins Buch: «Mit unserer Loki Schmidt verliert Hamburg eine große Persönlichkeit - eine Hanseatin in bestem Sinne: gradlinig, bescheiden und mit dem Herzen bei den Menschen.» Die Stadt werde ihr ein ehrenvolles Andenken bewahren. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) sagte in einem Interview mit dem Sender Deutschlandradio Kultur: Loki Schmidt sei in ihren späteren Jahren wie eine «Mutter der Stadt» gewesen.

Ein weiteres Kondolenzbuch lag im Loki-Schmidt-Haus im Botanischen Garten aus. Auf einem Gedenktisch zeigt ein Foto die Frau, nach deren Tod sich hier alle «wie gelähmt» fühlten. «Es ist schwierig, nach so einer Nachricht zu funktionieren», sagte Leiterin Petra Schwarz. Bis auf eine Wilddahlie aus einer Sammlung, die die für den Naturschutz vielgereiste Loki Schmidt aus Mexiko mitgebracht hatte, und eine Frucht der «Blume des Jahres 2010» (Sibirische Schwertlilie) stellte sie keine Blumen auf. «Das wäre nicht in ihrem Sinne gewesen, sie mochte lieber das Natürliche, das Schlichte, das Einfache.» Unter der Büste Loki Schmidts im Botanischen Garten lag ein Kranz. Auch die Hamburger SPD hat in ihrer Parteizentrale in Kondolenzbuch ausgelegt.

Der Tod der 91-Jährigen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) «bescheiden, selbstbewusst und eigenständig - auf ihre Art und Weise» nannte, hatte für große Bestürzung gesorgt - weit über die Hansestadt hinaus. «Sie war eine ganz tolle und große Frau, vor der ich riesige Hochachtung hatte», sagte Fußball-Idol Uwe Seeler. «Ihre Volksnähe hat sie zu jeder Zeit ihres Lebens ausgezeichnet. Neben einem großen Mann stand eine große Frau - so war es immer bei Helmut und Loki Schmidt.

dpa
Loki Schmidt
Fotos
21.10.2010 | Hamburg

Loki Schmidt ist tot - Frau des Altkanzlers und Naturschützerin

Loki Schmidt ist nicht nur als Ehefrau von Altbundeskanzler Helmut Schmidt bekanntgeworden, mit dem sie fast 70 Jahre verheiratet war. Sie war auch Umweltschützerin und Autorin. Seit 1980 kürte sie die Blume des Jahres.

Loki Schmidt ist tot. Die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 91 Jahren in Hamburg. Das bestätigte das Büro von Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Die engagierte Naturschützerin und Stifterin setzte sich vor allem für gefährdete Pflanzen ein und kürte seit 1980 die «Blume des Jahres». Loki Schmidt erhielt zahlreiche Auszeichnungen. So wurde sie unter anderem Hamburger Ehrenbürgerin, Ehrensenatorin der Universität und erhielt auch die Ehrendoktorwürde.

Loki Schmidt lebte bis zuletzt mit ihrem Mann in ihrem ausgebauten Reihenhaus in Hamburg-Langenhorn. Dort war die 91-Jährige Ende September 2010 auch gestürzt und hatte sich den Fuß gebrochen. Nach einer Operation entließen die Ärzte sie Anfang Oktober nach Hause, weil sie sich dort besser erholen könne als im Krankenhaus.

 

Als Tochter eines Werftarbeiters kam Hannelore Glaser 1919 in Hamburg zur Welt und nannte sich selbst bald «Loki». Nach dem Abitur musste sie 1937 zunächst zum Arbeitsdienst. Ihr Wunsch, Biologin zu werden, scheiterte an den Studiengebühren. Später studierte sie Pädagogik und war bis 1972 Lehrerin. 1942 heiratete sie Helmut Schmidt, mit dem sie schon seit ihrer Schulzeit befreundet war. Im Mai 1944 wurde der Sohn Helmut Walter geboren, der noch im Säuglingsalter starb. Drei Jahre später folgte die Geburt von Tochter Susanne.

Die Repräsentationspflichten einer Kanzlergattin in Bonn übernahm die Hamburgerin 1974 mit gemischten Gefühlen. Auch damals ging sie lieber in den Botanischen Garten als auf Empfänge.

Loki Schmidt liebte das Reisen: In den 70er und 80er Jahren begleitete sie junge Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft auf ihren abenteuerlichen Expeditionen in die entlegensten Winkel der Welt. Daran dachte sie im später gern zurück, wenn sie mit den Gebrechen des Alters haderte: «Wat hebbt wi nich allns sehn», sagte sie im schönsten Hamburger Platt zu Reinhold Beckmann für das Buch «Erzähl doch mal von früher».

Einen besonderen Blick hatte die Frau des Altkanzlers aber nicht nur für seltene Pflanzen. Schon lange vor den «Grünen» machte sich die Frau mit dem frechen Kurzhaarschnitt für den Umweltschutz allgemein stark. Dabei half der «Botanikerin aus Leidenschaft» natürlich der Umstand, die Frau von Helmut Schmidt zu sein, wie sie selbst sagte.

In ihrem 90. Lebensjahr wurde «Loki» mit ihren Lebenserinnerungen «Erzähl doch mal von früher» noch zur Bestsellerautorin, im Oktober 2010 erschien ihr Buch «Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde».

Quelle: dpa

 

de.wikipedia.org/wiki/Loki_Schmidt

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