DEUTSCHLAND/WELT

22.10.2010 | Berlin
Chiles Präsident dankt Merkel für deutsche Hilfe
Chiles Präsident Sebastián Piñera hat sich für die deutsche Unterstützung bei der glücklichen Rettung von 33 verschütteten Bergleuten in seinem Land bedankt. In Berlin überreichte er am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Gesteinsstück aus der Kupfermine, das künftig im Kanzleramt ausgestellt werden soll. Die Deutschen seien Chile während der gesamten Rettungsaktion «in den Köpfen und im Herzen ganz nah» gewesen, sagte die Kanzlerin. «Der Sieg der Menschlichkeit» vor gut einer Woche habe viele angerührt.
Beide vereinbarten engere Wirtschaftsbeziehungen. Diese Zusammenarbeit sei längst noch nicht ausgeschöpft, sagte Merkel. Dazu müssten auch noch bestehende Handelshemmnisse beseitigt werden.

Nach den Worten Piñeras will Chile in den nächsten acht Jahren die Armut besiegen und als erste Nation Lateinamerikas zu einem entwickelten Land werden. Voraussetzung sei ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich mindestens sechs Prozent pro Jahr, für das seine Regierung die Voraussetzungen schaffen werde, sagte der konservative Politiker und Unternehmer am Donnerstagabend bei einem Vortrag in der Humboldt-Universität in Berlin. Er kündigte unter anderem mehr Investitionen in die Bildung, eine bessere Gesundheitsvorsorge und eine «digitale Revolution» an.
Linke Gruppen und Vertreter der Mapuche-Indianer protestierten gegen den Besuch Piñeras. Sie verlangten die Freilassung von Mapuche- Aktivisten im Süden Chiles, denen vorgeworfen wird, bei Demonstrationen für die Rückgabe von Land Gewalt angewendet zu haben.
Quelle: dpa
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