DEUTSCHLAND/WELT

25.10.2010 | Gorleben/Berlin
Sitzblockaden vor dem Brandenburger Tor
Vor dem Brandenburger Tor in Berlin wollen Atomkraftgegner in dieser Woche Sitzblockaden üben. Bei einer Blockade-Übung soll an diesem Donnerstag (28.) in Sichtweite des Bundestages öffentlich das Verhalten bei polizeilicher Räumung trainiert werden. Die Initiatoren des Protestes wollen aber auch gegen die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke demonstrieren, kündigte die Anti-Atom-Initiative «X-tausendmal quer» am Montag an. «X-tausendmal quer» will Anfang November eine große gewaltfreie Sitzblockade gegen den nächsten Castor-Transport ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben organisieren.
dpa

24.10.2010 | Berlin
Atomkraftgegner machen bundesweit mobil
Vorgeschmack auf einen heißen Herbst: Atomkraftgegner in ganz Deutschland haben am Samstag gegen den geplanten Castor-Transport nach Gorleben mobil gemacht.
Etwa 20 000 Menschen kamen nach Angaben der Organisatoren zu den Aktionen an 120 Orten entlang der Castor-Strecken nach Ahaus, Gorleben und Lubmin zusammen. Ziel sei es gewesen, den politischen Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Allein in Niedersachsen seien an mehr als 60 Orten Menschen auf die Straße gegangen.
Am 6. oder 7. November wird der zwölfte Transport mit hochradioaktivem Atommüll im niedersächsischen Wendland erwartet, um ins Zwischenlager Gorleben transportiert zu werden. Die Deutsche Polizei-Gewerkschaft rechnet mit bis zu 50 000 Demonstranten, mindestens 16 500 Polizisten werden im Einsatz sein.

Die Grünen-Politikerin Rebecca Harms rechnet wegen der Atompolitik der Regierung mit einem weit größeren Protest gegen den Transport als früher. Der Widerstand werde viel breiter, sagte die aus dem Wendland stammende Fraktions-Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, der Nachrichtenagentur dpa.
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert von der Regierung das Verbot aller Atommülltransporte. «Die Sicherheit der Bevölkerung darf nicht der hochgefährlichen Atommüllverschieberei geopfert werden», erkärte der BBU am Sonntag.
«Angela Merkel muss sich von ihren radikalen Atomplänen verabschieden, denn wir akzeptieren es nicht, dass wir alle ein höheres Risiko tragen sollen, damit die Gewinne von vier Stromkonzernen weitersprudeln», hieß es in einer Mitteilung der Anti-Atom-Organisation «ausgestrahlt».
Auf einer der bundesweit größten Veranstaltungen beteiligten sich in Hannover nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen. Sie zogen mit Trillerpfeifen und Trommeln unter dem Motto «Es reicht! Atomkraft Schluss jetzt» durch die Innenstadt.

In Nordrhein-Westfalen versammelten sich Demonstranten am Forschungszentrum Jülich und in Düren, dann begannen Aktionen in Köln. Bei Ahaus versammelten sich knapp 200 Demonstranten. In der Duisburger Innenstadt spielte eine Gruppe symbolisch einen Atommülltransport nach.
Noch in diesem Jahr sollen auf der Strecke nach Ahaus radioaktive Abfälle des früheren Forschungsreaktors in Jülich transportiert werden. Die Castor-Gegner wollen hingegen, dass der Atommüll in Jülich bleibt, bis ein Endlager gefunden ist.
Rund 300 Atomkraftgegner demonstrierten in Landshut gegen eine Laufzeitverlängerung für den Atommeiler Isar 1. Etwa 50 Menschen protestierten in Berg in der Pfalz gegen den Castor-Transport, 500 demonstrierten im südhessischen Biblis. Auch in Berlin gingen rund 200 Atomkraft-Gegner auf die Straße.
Unter dem Motto «Wir bringen Euch den Müll vorbei» rollten etwa 30 Atomgegner in Greifswald Metallfässer mit dem Radioaktivitäts- Warnschild durch die Stadt. In Rostock starteten Atomkraftgegner zu einer Fahrrad-Demo entlang der Castor-Transportstrecke.




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