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DEUTSCHLAND/WELT

 

07.11.2010 | Jakarta

Merapi spuckt erneut Asche

 

Mit einer 6000 Meter hohen Aschefontäne hat der indonesische Vulkan Merapi seine Gefährlichkeit am Sonntag erneut gezeigt. Aus dem Krater waren donnernde Explosionen zu hören.

 

Lufthansa und zahlreiche andere Fluggesellschaften strichen wegen der Vulkanasche ihre Flüge in die 550 Kilometer entfernte Hauptstadt Jakarta. Der Flughafen in Yogyakarta nur 25 Kilometer vom Vulkan entfernt blieb geschlossen.

«Mit den uns zur Verfügung stehenden Informationen wie Satellitenbildern und Wettervorhersagen haben wir beschlossen, die Flüge abzusagen», sagte Lufthansa-Sprecher Frank Püttmann in Singapur. Am Samstag wurden 45 internationale Flüge abgesagt, am Sonntag 10, sagte Flughafenchef Frans Yosef. Kleinere Mengen Asche hatten die Hauptstadt erreicht, bestätigte der Wetterdienst. Der Flughafen sei aber nicht betroffen, teilte ein Sprecher mit.

 

Wenn der Wind aber dreht oder die Vulkaneruptionen noch stärker werden, könnte dies US-Präsident Barack Obamas Reisepläne durchkreuzen. Er wollte Jakarta, wo er als Kind ein paar Jahre gelebt hatte, am Dienstag einen schon zweimal wegen innenpolitischer Dringlichkeiten abgesagten Besuch abstatten.

Die neue Eruption am Merapi behinderte am Sonntag die Suche nach weiteren Opfern der schweren Eruptionen der vergangener Tage. Wieder rasten heiße Glutwolken die Hänge hinab und drängten Helfer zurück. Seit Freitag waren 88 Menschen gestorben und 130 wurden mit teils schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Eine mächtige Glutwolke hatte die meisten im Schlaf überrascht.

 

Noch am Sonntag waren bestimmte Hänge wegen der heißen Asche unzugänglich. Rund 200 000 Menschen mussten bereits fliehen. Vulkanologen haben nach detaillierten Messungen bestätigt, dass die Eruption am Freitag die schwerste am Merapi seit mehr als 100 Jahren war.

Quelle: dpa

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