DEUTSCHLAND/WELT

27.10.2010 | Frankfurt/Main
Ryanair streicht deutschen Flugplan zusammen
Der irische Billigflieger Ryanair streicht wegen der Luftverkehrssteuer den Flugplan für Deutschland zusammen. An der wichtigsten deutschen Basis am Hunsrück-Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz sollen 9 Strecken gestrichen werden - was etwa 30 Prozent der Flüge pro Woche im Sommer entspricht. Flüge nach Berlin werde es schon von Januar an nicht mehr geben.
Betroffen seien etwa eine Million Passagiere, 150 Arbeitsplätze bei Ryanair sowie weitere 1000 Jobs bei anderen Unternehmen. «Die Nachfrage nach Flügen ist vom Preis der Flüge abhängig», sagte Ryanair-Manager Michael Cawley am Mittwoch.

Die Bundesregierung hatte im Zusammenhang mit ihrem Sparpaket eine Luftverkehrssteuer von bis zu 45 Euro pro Ticket beschlossen und damit Proteste in der Luftfahrtbranche ausgelöst. Die Steuer gilt schon jetzt bei Buchungen für Abflüge vom 1. Januar 2011 an. Die nach Entfernung in drei Stufen gestaffelte Abgabe soll jährlich eine Milliarde Euro zur Haushaltskonsolidierung einbringen.
Die gestrichenen Flüge hätten nichts direkt mit dem Flughafen zu tun, betonte Cawley. «Wir werden weiter eng mit dem Flughafen zusammenarbeiten», sagte eine Sprecherin. Mit etwa 3,8 Millionen Fluggästen 2009 zählt der Airport Hahn zu den wichtigsten Regionalflughäfen in Deutschland. Größte Passagier-Airline mit einem Anteil von rund 95 Prozent ist Ryanair.
Der Terminalausbau des Flughafens Hahn war wegen der neuen Ticketsteuer gestoppt worden. Der Flughafenbetreiber wollte nach eigenen Angaben abwarten, welche Auswirkungen die Abgabe auf das Reiseverhalten der Passagiere hat.

Zu den anderen Flugzielen in Deutschland machte die Sprecherin nur Andeutungen: Weitere Kürzungen würden kommen, Details seien aber noch nicht geplant. Dass die Strecke von Hahn nach Berlin schon im Winter gestrichen wird, begründete Cawley mit einer doppelten Versteuerung. Die weiteren acht Strecken sollten erst zum Sommer entfallen.
Bereits Ende Juni hatte die Fluggesellschaft bekanntgegeben, im Winter Verbindungen in Großbritannien einzusparen - ebenfalls wegen einer dort erhobenen Luftverkehrsabgabe. Andere Länder wie Belgien, Griechenland und die Niederlande hatten entweder keine Flugsteuer eingeführt oder wieder abgeschafft.
Quelle: dpa
Verkehrszahlen für den Flughafen Hahn: http://dpaq.de/bt1qA

27.10.2010 | Hahn
Flughafen Hahn will keine Mitarbeiter entlassen
Trotz der von Ryanair angekündigten Streichung von neun Strecken sind die 380 Arbeitsplätze am Flughafen Hahn nach Betreiberangaben nicht in Gefahr. «Wir werden keine Mitarbeiter entlassen», erklärte der kaufmännische Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Wolfgang Pollety, am Mittwoch. Der Airport sei auf die Situation vorbereitet, das Geschäftsmodell stehe auf zwei starken Säulen. «Fracht ist derzeit unser Wachstumsmotor», sagte Pollety. Dadurch sollten schwächere Phasen im Passagiersegment ausgeglichen werden.
Quelle: dpa

27.10.2010 | Berlin
Air Berlin: Steuer vorerst folgenlos für Flugplan
Die neue Luftverkehrssteuer in Deutschland hat vorerst keine Folgen für die Flugpläne von Air Berlin. «Wir werden beobachten, ob und wie die Luftverkehrssteuer das Verhalten unserer Fluggäste verändert», sagte der Sprecher der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, Peter Hauptvogel, am Mittwoch auf Anfrage. Danach werde das Unternehmen entscheiden. Die Ankündigung des irischen Konkurrenten Ryanair, etwa 30 Prozent der Flüge an der Basis Hahn im Hunsrück zu streichen, wollte Air Berlin nicht kommentieren. Ryanair hatte die Streckenstreichung mit der Einführung der Steuer zum 1. Januar 2011 begründet. Sie lasse die Nachfrage sinken.
Quelle: dpa

27.10.2010 | Frankfurt/Main
Ticketsteuer ohne Folgen auf Lufthansa-Flugplan
Trotz der neuen Luftverkehrsabgabe bleibt der Flugplan der Lufthansa zunächst unverändert. «Wir hoffen, dass es keine eklatanten Folgen haben wird», sagte ein Sprecher der größten deutschen Fluggesellschaft am Mittwoch. Die Steuer werde zum Großteil an die Kunden weitergegeben. Es sei zu hoffen, dass die Regierung wie angekündigt möglichst schnell die Auswirkungen prüfe und Konsequenzen daraus ziehe. Die Fluglinie Ryanair hatte angekündigt, etwa 30 Prozent der Flüge an der Basis Hahn im Hunsrück zu streichen und die Pläne mit der Abgabe vom 1. Januar an begründet. Diesen Schritt kommentierte die Lufthansa nicht.
Quelle: dpa




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