DEUTSCHLAND/WELT

28.10.2010 | Nürnberg
Die offiziellen Zahlen aus Nürnberg: Arbeitslosenzahl sinkt unter drei Millionen
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober um 86 000 auf 2 945 000 gesunken. Das waren 283 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,7 Prozent gelegen.Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: «Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur. Die Arbeitslosigkeit sinkt, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und Erwerbstätigkeit wachsen weiter kräftig, und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch.» Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Oktober lediglich um 3000 auf 3,153 Millionen gesunken. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 4000 ab, im Osten hingegen um 1000 zu.

28.10.2010 | Berlin
Arbeitslosenquote in Berlin unter 13 Prozent
Die Arbeitslosenzahl in Berlin ist im Oktober weiter gesunken. Die Arbeitslosenquote fiel auf 12,8 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in einem Oktober seit 15 Jahren, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Im Oktober waren in der Hauptstadt 219 388 Arbeitslose gemeldet, 5964 weniger als im September und 9339 weniger als vor einem Jahr. Die Quote sank um 0,4 Prozentpunkte verglichen mit dem Vormonat und um 0,8 Punkte im Vergleich zu Oktober 2009. Die Berliner Arbeitsagentur hatte im Oktober 10 693 offene Stellen im Bestand, das waren 231 mehr als vor einem Jahr.
Arbeitslosenzahl in Brandenburg unter 10 Prozent
Die Arbeitslosenzahl in Brandenburg ist im Oktober zurückgegangen. Die Quote sank unter zehn Prozent und lag bei 9,8 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Dies waren 0,2 Punkte weniger als im September und 1,2 Punkte weniger als im Oktober vergangenen Jahres. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen sank in diesem Oktober auf 131 283. Das waren 3201 Menschen weniger als im Vormonat und 15 157 weniger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der offenen Stellen im Land lag bei 8316. Das waren 1475 mehr als vor einem Jahr.

27.10.2010 | Berlin/Nürnberg
Deutsches Jobwunder: Arbeitslosigkeit unter drei Millionen
Der Aufschwung zahlt sich aus: Im Oktober gibt es in Deutschland weniger als drei Millionen Arbeitslose. Die Zahlen sind so gut, dass die Arbeitsministerin die Verkündung gleich um einen Tag vorzieht.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Oktober unter die magische Drei-Millionen-Grenze und damit auf den niedrigsten Stand seit 1992 gesunken. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bezifferte die Zahl der Jobsucher am Mittwoch mit 2,945 Millionen. Das ist der niedrigste Oktoberwert seit 18 Jahren.
«Das ist ein ganz großer Erfolg für die Menschen», sagte die CDU- Politikerin. Sie gab am Mittwoch überraschend die Zahlen persönlich bekannt. Sie sollten eigentlich erst am Donnerstag von der Bundesagentur veröffentlicht werden.

Die Arbeitslosenquote sank auf 7,0 Prozent - um jahreszeitliche Sondereffekte bereinigt lag sie bei 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat ging die Zahl der Arbeitslosen um 86 000 zurück. Vor einem Jahr waren noch 283 000 mehr Menschen arbeitslos gewesen. Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl zum Vormonat nur um 3000.
Arbeitsmarktexperten hatten in einer dpa-Umfrage allerdings einen noch stärkeren Rückgang der Oktober-Arbeitslosigkeit erwartet. Nach ihren Berechnungen ist die Erwerbslosigkeit im zu Ende gehenden Monat sogar auf 2,93 Millionen gesunken.
Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) dürfte die Arbeitslosigkeit 2011 im Jahresschnitt dauerhaft unter drei Millionen liegen. Bald seien 41 Millionen Menschen erwerbstätig - so viel wie noch nie in der bundesdeutschen Geschichte. «Wir sind auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung.»

Der DGB erklärte, trotz der erfreulichen Zahlen gebe es keinen Anlass zur Euphorie. «Es gibt immer noch keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit und keine flächendeckenden Mindestlöhne», sagte DGB-Vize Claus Matecki. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach von einem Jobwunder, das Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik gemeinsam geschafft hätten.
Die Grünen-Expertin Brigitte Pothmer dagegen warf von der Leyen statistische Tricks vor. So tauchten 185 000 Menschen nicht in der Statistik auf, weil sie von privaten Stellen vermittelt oder betreut würden. 80 000 Ältere seien aus der Statistik verschwunden, weil ihnen ein Jahr lang kein Beschäftigungsangebot gemacht wurde. Die SPD forderte die Koalition auf, sich nicht auf den guten Zahlen auszuruhen.
Von der Leyen sagte, der Aufschwung und die gute Arbeit der Jobcenter zahlten sich aus. Die Regierung wolle diesen historischen Erfolg aber nicht nur feiern, sondern die verbleibenden Arbeitslosen schnell in Arbeit bringen. Bemerkenswert sei, dass es inzwischen 100 000 Langzeitarbeitslose weniger als vor der Wirtschaftskrise gebe. «Zum ersten Mal nach einer Krise ist die Sockelarbeitslosigkeit nicht gestiegen.»

Eine große Herausforderung bleibe der Fachkräftemangel. Mit heimischen Arbeitskräften könne dieser in den nächsten Jahrzehnten nicht gelöst werden. Deutschland brauche eine gesteuerte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte, sagte von der Leyen.
In Kreisen der Bundesagentur für Arbeit hatte die vorzeitige Bekanntgabe für Überraschung gesorgt. Die Ministerin begründete ihr Vorpreschen damit, dass sie am Donnerstag im Bundestag bei mehreren wichtigen Abstimmungen präsent sein müsse und die Oktober-Zahlen nicht entsprechend hätte würdigen können.
Quelle: dpa
Arbeitsmarktbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 2010... »
Bundesministerium für Arbeit und Soziales: http://www.bmas.de




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