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DEUTSCHLAND/WELT

 

07.11.2010 | Schamlkalden

7000 Tonnen Kies: Krater von Schmalkalden ist gefüllt

 

Der Krater in Schmalkalden ist mit mehr als 7000 Tonnen Kies gefüllt. Bei Einbruch der Dämmerung sei das 20 Meter tiefe Erdloch komplett zugeschüttet worden, sagte Landrat Ralf Luther (CDU) am Sonntagabend.

 

Die Bagger blieben aber noch. Sie sollen von Montag an bis zu 6000 Tonnen weiteren Kies zu einer Kuppe aufschütten, damit Material nachrutschen kann, wenn sich das Material im Untergrund festigt.

 

17 der in Sicherheit gebrachten Anwohner könnten ihre Häuser in den kommenden sechs Wochen noch nicht wieder beziehen, sagte Bürgermeister Thomas Kaminski. «Mit Hilfe von Kreis und Land wollen wir den finanziellen Schaden minimieren.» Je nach Bedarf sollen Betroffene bis zu 10 000 Euro Unterstützung bekommen. Fünf Häuser am Krater sind noch gesperrt, die Familien haben sich in Ersatzunterkünften eingerichtet. Die Kommune hat die Mietkosten übernommen.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte bei einem Besuch, die Landesregierung werde unbürokratisch helfen. Das Kabinett berät an diesem Dienstag über die genaue Höhe der Soforthilfen und wird voraussichtlich einen Fonds für künftige Naturkatastrophen beschließen. Der rund 40 Meter breite Krater war in der Nacht zum vergangenen Montag in der Fachwerkstadt aufgebrochen.

 

Für fünf Autos, die in einer Garage direkt am Kraterrand geparkt sind, besteht wieder Hoffnung. Wenn der Hang stabil genug sei, sollten die Fahrzeuge am Montag herausgezogen werden, sagte Landrat Luther. Vorher beurteilen Statiker und Geologen die Lage. Sie überwachen außerdem den Beginn von Bohrungen, bei denen rund 120 Meter in die Tiefe vorgedrungen werden soll.

Dort vermuten Experten einen natürlichen Hohlraum, der weiter einbrechen und erneut Erdmassen mitreißen könnte. «Deshalb müssen wir die Garagen abreißen und in der kommenden Woche weitere Kunststoffmatten über dem Kies verlegen lassen, um dem Hang mehr Halt zu geben», sagte Luther. «Möglicherweise rutscht in den kommenden fünf bis zehn Jahren noch Erde von oben nach, so dass die Kiesfüllung einsackt», erklärte Kaminski. Der Bereich müsse daher überwacht und immer wieder Material aufgefüllt werden.

 

Ein junger Kfz-Mechaniker, dessen Auto das Loch verschlang, hat laut Bürgermeister von der Stadt 1000 Euro bekommen, damit er den Weg zu seiner Arbeitsstelle bewältigen kann. Wann die Soforthilfe des Landes fließt, ist laut einem Sprecher Lieberknechts noch nicht klar. Die Kommune wolle damit beginnen, Kontonummern abzufragen.

Quelle: dpa
Krater in Thüringen
Fotos
02.11.2010 | Schmalkalden/Suhl

Krater in Thüringen soll schnell gesichert werden

 

An dem gewaltigen Krater in einem Wohngebiet im südthüringischen Schmalkalden sollen so schnell wie möglich die Sicherungsarbeiten beginnen. Der riesige Schlund müsse mit Kies verfüllt werden, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU).

 

Allerdings sei die Stabilisierung des Erdloches schwierig. So brach am Montag an den Rändern der Grube immer wieder neue Erde ein. Auch bereiten die Hanglage und die enge Straße Probleme für den Einsatz schwerer Technik. Das weiträumig abgesperrte Erdloch wird rund um die Uhr von Polizei und Feuerwehr beobachtet.

In der Nacht habe der Krater nicht mehr gebröckelt, hieß es am frühen Dienstagmorgen im Lagezentrum des thüringischen Innenministeriums. Es habe auch keine weiteren Absenkungen gegeben. Unklar sei aber, ob das für die Sicherung nötige Gerät schon am Dienstagmorgen am Unglücksort einsatzbereit sei.

 

Der Krater hatte sich urplötzlich in der Nacht zum Montag in der Wohnsiedlung aufgetan. Ein Auto rutschte in die Tiefe, die Straße und Teile von Garagen brachen weg. Das fast kreisrunde Loch hatte zunächst einen Durchmesser von gut 35 Metern. Neun Häuser wurden geräumt, 25 Menschen mussten vorerst eine neue Bleibe suchen. Wann sie wieder in ihre Häuser zurückkehren können, ist offen. Wie durch ein Wunder war durch das Unglück niemand verletzt worden.

Geologen gehen von einer natürlichen Ursache für den Krater aus. Bergbau wurde als Grund ausgeschlossen. Schätzungen zufolge sackten mehr als 20 000 Kubikmeter Erde weg. Um ein Loch von diesem Ausmaß zu verfüllen, ist die Ladung von etwa 1000 riesigen Lastwagen nötig.

 

Wie lange die Arbeiten dauern, ist noch völlig ungewiss. Auch zu den Kosten konnte Reinholz vorerst noch keine Angaben machen. Er wollte am Dienstag zunächst seinen Kabinettskollegen Bericht erstatten.

 

Außer in Bergbauregionen sind solche Vorfälle auch in Karstgebieten häufiger. Allein in Thüringen gibt es Geologen zufolge rund 20 Erdfälle im Jahr. Rund die Hälfte der Thüringer Landesfläche sei davon potenziell bedroht.

Quele: dpa

 

MDR: Großes Loch nach Erdfall in Schmalkalden - mit Bildern... »

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