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DEUTSCHLAND/WELT

 

Neue Staatschefin in Brasilien
Fotos
01.11.2010 | Brasília

Dilma Rousseff erste Präsidentin Brasiliens

 

Historische Wahl in Brasilien: Das fünftgrößte Land der Erde wird in nächsten vier Jahren erstmals von einer Präsidentin geführt.

Die 62-jährige Regierungskandidatin Dilma Rousseff setzte sich in der Stichwahl mit rund zehn Prozentpunkten Vorsprung gegen ihren oppositionellen Herausforderer José Serra durch. Das Votum galt auch als Abstimmung über die Politik von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der Rousseff im Wahlkampf massiv unterstützt hatte. Er scheidet mit Rekordsympathiewerten von über 80 Prozent aus dem Amt.

Die Anhänger Rousseffs feierten den Sieg ihrer Kandidatin auf der Hauptpromenade Brasílias, wo sich Rousseff am Abend (Ortszeit) noch selbst äußern wollte. Nach der Abstimmung wollte sie zunächst eine Woche Urlaub machen. Danach wird sie vermutlich Lula auf einer geplanten Auslandsreise nach Mosambik begleiten und anschließend zum G20-Gipfel am 11./12. November nach Südkorea fahren. Dort will sich Lula offiziell verabschieden und wenn möglich auch die künftige Präsidentin vorstellen.

Es waren die sechsten Präsidentschaftswahlen nach dem Ende der Militärdiktatur in Brasilien (1964-1985) und seitdem das erste Mal, dass Lula nicht selbst als Kandidat antrat. Für Serra blieb mit der Niederlage auch der zweite Anlauf aufs Präsidentenamt erfolglos. Er war bereits 2002 im zweiten Wahlgang gegen Lula gescheitert. Auf Rousseff entfielen nach offizieller Auszählung von rund 97 Prozent der Wahlzettel 55,72 der Stimmen, auf Serra 44,28 Prozent.

Der Wahlkampf war weniger von programmatischen Debatten, sondern mehr von gegenseitigen Anschuldigungen geprägt. So musste sich Rousseff gegen Vorwürfe wehren, sie trete für eine Legalisierung der Abtreibung ein, die in Brasilien derzeit nur nach einer Vergewaltigung oder bei bestehender Lebensgefahr für die Mutter erlaubt ist. Serra wurde vorgeworfen, er wolle im Falle einer Regierungsübernahme die Privatisierung vorantreiben und selbst vor dem staatlichen Ölkonzern Petrobras nicht haltmachen.

dpa

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