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  • Der Fall Mirco

DEUTSCHLAND/WELT

 

AKTUELL   |   RÜCKBLICK: APPELL DER ELTERN   |   CHRONOLOGIE: VERMISSTE KINDER

26.09.2011 | Krefeld

Lebenslange Haft für Mord an Mirco gefordert

Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Mörder des zehnjährigen Mirco lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert.

Der 45-jährige Olaf H. habe von Anfang an geplant, den Jungen aus Grefrath zu töten, sagte Anklägerin Silke Naumann vor dem Krefelder Landgericht. Die Nebenklage schloss sich der Forderung an.

Der Verteidiger sagte, er sehe keine Umstände für eine besondere Schwere der Schuld. Er bat das Gericht, diesen Vorwurf genau zu prüfen. Die besondere Schwere der Schuld verlängert die Haftdauer in der Regel um mehrere Jahre. Das Urteil ist für Donnerstag geplant.

Im vom Verteidiger verlesenen letzten Wort erklärte Olaf H.: «Mir ist bewusst, was für eine schreckliche Tat ich begangen habe.» Es sei ein Alptraum, dem er nicht entrinnen könne. «Ich kann mir meine Tat selbst nicht erklären. Ich erwarte keine Vergebung.»

Mirco war am 3. September 2010 auf dem Nachhauseweg am Niederrhein entführt und ermordet worden. Olaf H. hatte die Tat fünf Monate später gestanden und die Ermittler zur Leiche geführt.

Der psychiatrische Gutachter hatte den Angeklagten am vergangenen Freitag als voll schuldfähig eingestuft. Der Manager sei hochintelligent und vermutlich ein sadistisch-perverser Täter.

Quelle: dpa
28.01.2011 | Mönchengladbach

Tod von Mirco geklärt - Familienvater hat gestanden

Die Erleichterung ist den Ermittlern anzumerken - trotz schauriger Details. Aus reinem Frust über beruflichen Stress soll ein Familienvater den zehnjährigen Mirco umgebracht haben. Der Junge wurde demnach nur aus purem Zufall zum Opfer.

 

Das Verbrechen am 10-jährigen Mirco aus Grefrath am Niederrhein ist aufgeklärt. Täter sei ein 45 Jahre alter Familienvater, sagte der Leiter der Sonderkommission Mirco, Ingo Thiel, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Mönchengladbach. Olaf H. habe gestanden, den Jungen am 3. September vergangenen Jahres überfallen und getötet zu haben. «Mirco ist ein absolutes Zufallsopfer gewesen.» Gegen den Mann sei Haftbefehl wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs eines Kindes ergangen, sagte Staatsanwältin Silke Naumann.

Der Mann habe ausgesagt, er sei am Tattag in beruflichem Stress gewesen. Sein Chef habe ihn «zusammengefaltet». Danach sei er planlos in der Region Grefrath umhergefahren. Gegen 22.00 Uhr sei er auf Mirco gestoßen. Er habe ihn mit seinem Auto überholt, sei ausgestiegen und habe Mirco aufgefordert, in sein Auto zu steigen. Vermutlich sei es später zu einem Sexualdelikt gekommen. «Sie können davon ausgehen, dass da eine Zeitbombe unterwegs war», sagte Thiel.

Der 45-Jährige sei am Mittwochmorgen 6 Uhr in seinem Haus festgenommen worden. Seine Familie habe noch geschlafen. Er habe die Tat bei der Vernehmung rasch gestanden. Olaf H. sei erleichtert gewesen, sagte Thiel. Der Mann sei völlig ruhig gewesen und habe erklärt: «Okay, dann sag' ich euch, wo der Junge liegt.» Olaf H. habe keine Vorstrafen. Von pädophilen Neigungen sei nichts bekannt. Er sei in dritter Ehe verheiratet und habe drei Kinder im Alter von  2, 14 und 17 Jahren.

Eine wichtige Rolle bei der Suche habe das geleaste Auto des Mannes, ein VW Passat, gespielt. In dem Wagen seien Spuren von Mirco gefunden worden. Das Auto sei aber nicht der entscheidende Hinweis auf den Täter gewesen, erläuterte Thiel. Andere Aktivitäten hätten auf die Spur von Olaf H. geführt. «Technische Methoden.»

Quelle: dpa

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