DEUTSCHLAND/WELT

11.12.2010 | Karlsruhe
Bankräuberpärchen stirbt nach Überfall in Karlsruhe
Bei einem bewaffneten Banküberfall in einer belebten Einkaufsstraße der Karlsruher Innenstadt haben Polizisten einen der Räuber erschossen. Dessen Komplizin tötete sich nach dem gescheiterten Überfall am späten Freitagnachmittag nach Angaben der Ermittler wahrscheinlich selbst.
Eine 28-jährige Polizistin wurde bei der heftigen Schießerei in den Oberschenkel getroffen. Wie durch ein Wunder wurde kein Passant verletzt.
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend bekanntgaben, handelte es sich sehr wahrscheinlich um die seit 15 Jahren gesuchten «Gentlemen-Räuber». Sie hatten bei ihren Raubzügen im Laufe der Jahre insgesamt etwa zwei Millionen Euro erbeutet.

Der Spitzname «Gentlemen-Räuber» bezieht sich auf den Umstand, dass die Täter anfangs bei ihren Überfällen vergleichsweise höflich waren; so gaben sie einmal einem Überfallopfer einen Schlüssel zurück oder entschuldigten sich für einen Überfall.
Die Täter hatten immer in der Region Nordbaden und in der Südpfalz zugeschlagen. Wieviel sie bei ihrem vermutlich 21. Coup am Freitagnachmittag erbeuteten, wurde zunächst nicht bekannt.
Die Räuber kamen kurz vor Feierabend in die Bank. Alles spielte sich in wenigen Minuten ab. Der Leitende Polizeidirektor Roland Lay vermutet, dass das mit Perücken, Brillen und Mützen maskierte und mit Pistolen bewaffnete Duo wohl überrascht war, dass zu dem Zeitpunkt noch Kunden in der Bank waren.
Die Streife, die kurz nach 16.00 Uhr alarmiert worden war, sah die Täter noch aus dem Gebäude laufen. Beim Anblick der Polizei flüchteten sie auf die andere Straßenseite. Der Mann soll dann auf dem Gehweg das Feuer auf die Beamten eröffnet haben. Dabei erhielt die Polizistin eine Kugel in den Oberschenkel. Der Räuber wurde nach diesen Angaben von einem Polizisten erschossen. Bei der Frau geht die Polizei wegen ihrer Verletzungen von einem Selbstmord aus. «Die Kugel ist wohl durch den Mund eingedrungen», sagte ein Ermittler.




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