DEUTSCHLAND/WELT

14.01.2011 | Sydney
Ablaufendes Wasser in Brisbane offenbart Schäden
Mit ablaufendem Wasser wird in der australischen Stadt Brisbane das ganze Ausmaß der Flutkatastrophe deutlich. 33 000 Häuser in der Millionenstadt wurden durch das Hochwasser überflutet oder beschädigt.
Die Premierministerin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh forderte die vor den Fluten geflüchteten Bewohner am Freitag auf, sich bei ihrer Rückkehr auf das Schlimmste einzustellen.
«Viele Menschen werden heute, morgen und in den nächsten Tagen damit beginnen, erstmals wieder in ihre Häuser und ihre Vororte zurückzukehren», sagte Bligh. «Einige dieser Häuser werden abgerissen werden müssen.» Die Menschen sollten sich auf zerstörte Wohnungen und Geschäfte vorbereiten.

171 000 Haushalte haben inzwischen wieder Strom. 66 000 weitere müssen wegen drohender Kurzschlüsse vor einem Wiederanschluss noch überprüft werden. Auch der öffentliche Nahverkehr nahm den Betrieb wieder auf. Die Stadt stellte 150 Müllcontainer in den vom Hochwasser betroffenen Vierteln auf, damit die zurückkehrenden Bewohner ihre von der Flut zerstörten Möbel und andere Habseligkeiten loswerden können.
Bei der schweren Überschwemmungen kamen in Queensland in den vergangenen zwei Wochen mindestens 15 Menschen ums Leben. 55 weitere werden noch vermisst. Zwei Drittel des Bundesstaates - größer als Deutschland und Frankreich zusammen - stehen unter Wasser.
Quelle: dpa

13.01.2011 | Sydney
Schäden in Brisbane «wie nach Krieg»
Das Hochwasser in Australiens drittgrößter Stadt ist unter der befürchteten Rekordmarke geblieben. Dennoch lagen ganze Stadtteile am Donnerstag unter Wasser. Mehr als 10 000 Häuser wurden überschwemmt und immense Schäden angerichtet. 100 000 Haushalte waren ohne Strom.
«Auf uns kommt ein Wiederaufbau wie nach einem Krieg zu», sagte die Regierungschefin von Queensland, Anna Bligh. Eine solche Naturkatastrophe habe der Bundesstaat noch nie erlebt. Am Donnerstag wurde im Lockyer-Tal westlich von Brisbane die Leiche eines Mannes gefunden. Damit kamen durch das Hochwasser, das eine Fläche größer als Deutschland und Frankreich zusammen überschwemmt hat, mindestens 13 Menschen ums Leben. Dutzende wurden vermisst.

Das Hochwasser in Brisbane stieg nicht über die Marke von 4,46 Metern. Das war zwar rund ein Meter weniger als bei der verheerenden Überschwemmung 1974, doch ist die Stadt seitdem erheblich gewachsen, so dass die Schäden deutlich höher liegen. Der Brisbane River rauschte mit zerstörerischer Kraft durch die Zwei-Millionen-Stadt und riss alles mit sich, was am Ufer stand. In tief gelegenen Stadtteilen waren nur noch die Dächer der Häuser über der Wasseroberfläche zu sehen. «Viele Leute werden zu ihren Häusern zurückkehren und feststellen, dass sie dort nie wieder wohnen können», sagte Bligh.
Die Regierungschefin erinnerte daran, dass die Flutkatastrophe dreiviertel von Queensland unter Wasser gesetzt hat. Auch in Rockhampton 650 Kilometer weiter nördlich kämpften die Menschen immer noch mit den Folgen des Hochwassers. Die Stadt ist immer noch weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Militärmaschinen seien im Einsatz, um Orte wie Townsville und Bundaberg mit dem Nötigsten zu versorgen.
Quelle: dpa

03.01.2011 | Sydney
Land unter in Australien: Kein Ende der Überschwemmung in Sicht
An der australischen Ostküste kämpfen die Menschen weiter gegen die Fluten: Die 75 000 Einwohner von Rockhampton sind inzwischen auf die Armee angewiesen. In den Häusern lauert neue Gefahr: Schlangen. Und deutsche Touristen bleiben in einem Fluss voller Krokodile stecken.
Die Überschwemmungskatastrophe in Australien hat die Küstenstadt Rockhampton weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Am Montag überfluteten die Wassermassen des Fitzroy-Flusses wie befürchtet die Innenstadt. 150 Häuser seien bereits vollgelaufen, und bei mehreren tausend Gebäuden schwappe das Wasser bereits an die Stufen, sagte die Regierungschefin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh.

Bligh war selbst vor Ort, um die Hilfsmaßnahmen für die 75 000 Einwohner zu koordinieren. Die Armee brachte noch Konvois mit Lebensmitteln in die Stadt, ehe auch die letzte Zufahrtstraße gesperrt werden muss. Die Stadt dürfte dann tagelang nur noch per Boot und Helikopter zu erreichen sein. Die Regierungschefin sprach im Rundfunk von einem Desaster nie dagewesenen Ausmaßes. Queensland sei als tropischer Bundesstaat Überschwemmungen gewohnt. Es sei aber noch nie passiert, dass alle Flüsse gleichzeitig Hochwasser führten.
Das Überschwemmungsgebiet ist so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. Die Region ist aber dünn besiedelt: Viele Viehstationen liegen im Outback oft mehr als 100 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt. Rund 200 000 Menschen sind insgesamt von der Katastrophe betroffen. Drei Menschen ertranken seit dem Wochenende. Höhere Opferzahlen einzelner Medien bezogen sich auf längere Zeiträume.

Unterdessen wurden am Montag vier deutsche Touristen aus einem Fluss voller Krokodile gerettet. Die vier wollten trotz Warnungen im Kakadu-Nationalpark bei Darwin über eine überschwemmte Straße fahren, die bei Niedrigwasser über den Magela-Fluss führt, wie die Polizei berichtete. Sie blieben in der Mitte stecken, weil ihr Motor ausfiel, und flüchteten sich erschrocken auf das Wagendach. Es dauerte 30 Minuten, bis die Polizei sie in Sicherheit gebracht hatte.
Premierministerin Julia Gillard versprach den Opfern, die Felder und Häuser verloren haben, Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. «Dies ist eine große Naturkatastrophe, und es wird eine ganze Weile dauern, bis wir uns davon erholt haben», sagte sie. «Die Aufräumarbeiten dürften drei bis sechs Monate dauern», sagte der Katastrophenkoordinator Ian Stewart im Rundfunk. Eine neue Sturmwarnung wurde am Montagabend aufgehoben. Das Wettersystem schwächte sich im Laufe des Tages ab.
Während sich die Situation im Landesinnern entspannte, rüsteten sich die Rockhamptoner für mindestens eine weitere Krisenwoche. Manche Messstationen meldeten Wasserpegel von acht Metern über dem Meeresspiegel. So hoch steht das Wasser allerdings nicht, vielmehr breitet es sich in der Fläche aus. Überall wateten die Menschen mit Körben auf dem Kopf durch das Wasser, um Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen. «Wir rechnen mit dem Wasserhöchststand in den nächsten 48 Stunden», sagte Rockhamptons Polizeichef Ian Stewart am Montagmorgen. «Gott sei Dank hat die Stadt einige Anhöhen, und wenn die Einwohner auf die Anweisungen hören, hoffen wir, keine Todesopfer beklagen zu müssen.»

Außer dem Highway Richtung Norden, über den die Armee die Nahrungsmittel in die Stadt schleuste, waren alle Wege nach Rockhampton abgeschnitten. Bahnhof und Flughafen sowie alle anderen Zufahrtsstraßen waren gesperrt. Die eine Straße war eigentlich nur noch für abreisende Einwohner offen gehalten worden. Sie dürfte spätestens Mittwoch überflutet sein und gesperrt werden.
Nach Angaben von Bürgermeister Brad Carter hatte die Stadt mit der Lieferung genügend Lebensmittel und Medikamente für mehr als eine Woche. Der Gesundheitsdienst stockte seine Vorräte von Schlangen- Gegengift auf, berichtete die Zeitung «Australian». In den Überschwemmungsgebieten werden immer mehr Reptilien gesichtet, die sich etwa in trockenen Häusern einnisten. Viele australische Schlangen sind höchst gefährlich.




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