• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Deutschland/Welt
  • Trauerfeier nach Anschlag von Arizona

DEUTSCHLAND/WELT

 

AKTUELL    |    REAKTION WESTERWELLE    |    PORTRAIT GIFFORDS    |    REPORT

13.01.2011 | Washington

Obama ruft Amerika zu Geschlossenheit auf

 

Nach dem blutigen Anschlag von Arizona hat US-Präsident Barack Obama die Amerikaner zu mehr Toleranz und Geschlossenheit aufgerufen. Die Tragödie müsse als Chance genutzt werden, den Umgang miteinander auf den Prüfstand zu stellen.

«In einer Zeit, in der unsere Debatten so stark polarisieren, ist es wichtig für uns für einen Moment innezuhalten und sicher zu gehen, dass wir miteinander in einer Art reden, die heilend wirkt, nicht verletzend», sagte der Präsident bei einer Trauerfeier für die Opfer am Mittwochabend (Ortszeit) in Tucson.

Am Samstag hatte ein offenbar geistig verwirrter 22-jähriger die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords niedergeschossen und sechs weitere Menschen getötet, darunter einen Bundesrichter und ein 9-jähriges Mädchen. In Folge des Blutbades kochte in den USA eine Debatte über die politische Radikalisierung hoch. Während die Linke in dem Land die mitunter militante Rhetorik der Konservativen für die Tragödie mitverantwortlich macht, weisen Amerikas Rechte dies als politisches Manöver zurück.         

Obama appellierte an Politiker und Kommentatoren, keine vorschnellen Schlüsse aus dem Anschlag zu ziehen und die Debatte nicht zusätzlich anzuheizen. «Wenn eine Tragödie wie diese zuschlägt, ist es Teil unserer Natur, nach Erklärungen zu verlangen, zu versuchen, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen», sagte der Präsident. Aber das dürfe nicht als weitere Möglichkeit genutzt werden, sich gegenseitig anzugreifen. «Ich glaube, wir können besser sein.»

Obama würdigte bei der Trauerzeremonie an der Universität von Arizona die durch einen Kopfschuss schwer verletzten Abgeordnete und die Toten. Über jedes einzelne Opfer sprach er persönliche Worte. «Unsere Herzen sind gebrochen durch ihren plötzlichen Tod», sagte er. Zahlreiche hochrangige US-Politiker wohnten der Gedenkfeier bei, darunter Heimatschutzministerin Janet Napolitano und Justizminister Eric Holder. Auch Giffords' Ehemann, der Nasa-Astronaut Mark Kelly, nahm teil.

Zuvor hatten Obama und seine Frau Michelle Giffords und weitere bei dem Anschlag Verletzte im Krankenhaus besucht. Der Zustand der 40-Jährigen hat sich verbessert. Sie habe erstmals seit dem Attentat ihre Augen geöffnet, sagte der Präsident, der damit Jubel bei den Anwesenden auslöste. «Sie weiß, dass wir hier sind und sie weiß, dass wir sie lieben und sie weiß, dass wir sie anfeuern werden auf ihrem schwierigen Weg.»

Das Repräsentantenhaus in Washington traf unterdessen am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen und verabschiedete einmütig eine Resolution gegen Gewalt. Die Sitzung war streckenweise hochemotional. «Unsere Herzen sind gebrochen, aber unser Geist ist es nicht», sagte der Präsident der Kammer, John Boehner, mit Tränen in den Augen. Der republikanische Mehrheitsführer Eric Cantor nannte das Verbrechen eine «Attacke auf den Kern der Demokratie».

Die Republikanerin Sarah Palin - die Galionsfigur der populistischen Tea-Party-Bewegung - wies derweil in einer Videobotschaft Kritik zurück, durch radikale Rhetorik das politische Klima vergiftet zu haben. Es dürfe keine «Blutanklage» geben, die lediglich zu mehr Hass und Gewalt führe. «Wir müssen Gewalt verurteilen», sagte die ehemalige Gouverneurin von Alaska.

 

Quelle: dpa

 

Anschlag auf US-Politikerin
Fotos
09.01.2011 | Washington

Schütze von Arizona handelte allein - Erste Anklagen

 

Einen Tag nach dem Anschlag auf die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords und einem Blutbad mit sechs Toten ist der Schütze von Arizona angeklagt worden.

Die Polizei geht nach Angaben vom Sonntag nunmehr davon aus, dass der anscheinend verwirrte 22-jährige Amerikaner Jared Loughner allein handelte. Er soll an diesem Montag erstmals vor einem Richter erscheinen.

Unterdessen ging die Diskussion in den USA darüber weiter, ob das zunehmend erhitzte politische Klima der vergangenen zwei Jahre mitverantwortlich für das Blutbad ist. Dabei konzentrierten sich Vorwürfe von der demokratischen Seite zunehmend auf die radikalkonservative Tea Party und deren indirekte Leitfigur Sarah Palin, der ehemaligen republikanischen Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten.

So gehörte der Wahlkreis der Demokratin zu jenen, die auf Palins Webseite vor der Kongresswahl mit einem Fadenkreuz versehen war. Die Exgouverneurin von Alaska hatte ihre Gefolgsleute auch aufgerufen: «Zieht euch nicht zurück - ladet neu!». Derartige «gewalttätige Rhetorik» trage zu einem vergifteten Klima bei, sagte der demokratische Senator Richard Durbin in einer CNN-Sendung. Sein republikanischer Kollege Lamar Alexander warnte davor, das Blutbad mit Tea Party-Äußerungen oder der Rhetorik anderer Gruppen in Verbindung zu bringen.

US-Präsident Barack Obama rief für 11 Uhr am Montagvormittag (17 Uhr MEZ) zu einer Schweigeminute auf. An Bundesgebäuden wurden die Flaggen auf Halbmast gesenkt - unter den Todesopfern sind ein hochrangiger Bundesrichter und ein erst 30-jähriger Wahlkreis- Spitzenmitarbeiter der Abgeordneten. Auch ein neunjähriges Mädchen starb: Geboren wurde die kleine Christina nach Medienberichten am 11. September 2001, dem Tag der verheerenden Terroranschläge in den USA.

Jared Loughner war am Tatort, einem Parkplatz vor einem Supermarkt in Tucson, von Passanten überwältigt worden, bevor ein noch schlimmeres Blutbad anrichten konnte. 14 Menschen hatten den Anschlag mit einer halbautomatischen Pistole teils schwer verletzt überlebt, so auch die Demokratin Giffords. Ärzte beschrieben ihren Zustand am Sonntag als weiterhin kritisch, sind aber zunehmend zuversichtlich, dass die 40-Jährige das Attentat übersteht.

Loughner wurde zunächst in fünf Punkten angeklagt, wegen dreifachen versuchten Mordes und zweifachen Mordes. Dabei geht es um die Opfer, die Bundesbedienstete waren. Dazu gehören Giffords und zwei ihrer Helfer, die überlebten, sowie der getötete Richter und der Wahlkreis-Mitarbeiter. Weitere Anklagen gelten als wahrscheinlich.

Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei in einem Safe Hinweise darauf, dass der Schütze die Tat geplant hatte. So wurde ein Briefumschlag mit verschiedenen «Botschaften» Loughners wie «Mein Attentat» und mit dem Namen Giffords entdeckt. Gefunden wurde außerdem ein Schreiben mit dem Briefkopf der Abgeordneten, in dem sich die Politikerin für Loughners Teilnahme an einem Wähler-Treffen 2007 bedankte.

Die Motive des Täters blieben weiterhin unklar. Bizarre Erklärungen und Videos des jungen Mannes im Internet weisen jedoch auf einen wirren politischen Hintergrund hin. Ein Mann, der als möglicher Komplize gesucht worden war, entpuppte sich als harmloser Taxifahrer, der nichts mit dem Blutbad zu tun hatte, berichteten Medien unter Berufung auf Polizeikreise.

 

 

Giffords ist seit 2007 Kongressabgeordnete. Sie gilt als moderate, aber kämpferische Demokratin, die nicht immer auf Parteilinie liegt. So trat sie etwa im Widerspruch zu vielen Parteifreunden seit langem für das Recht auf Schusswaffen ein. Vor allem ihr entschiedenes Eintreten für die Gesundheitsreform machte sie zur Zielscheibe der fundamentalistischen Tea-Party-Bewegung und anderer Radikalkonservativer. Im Kongresswahlkampf 2010 gehörte ihr Wahlkreis zu jenen, die auf der Webseite der Exgouverneurin von Alaska, Sarah Palin, mit einem Fadenkreuz versehen waren.

 

Palin sprach der Familie von Giffords und den Angehörigen der Opfer kurz nach dem Blutbad ihre Anteilnahme aus. Sie und ihre Familie beteten für die Opfer «und für Frieden und Gerechtigkeit».

Quelle: dpa
  • 1
  • 2
  • 3
  • »

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap