DEUTSCHLAND/WELT


24.02.2011 | Berlin
Mineralölindustrie: 70 Prozent tanken falsch
Die Diskussion um den Bio-Kraftstoff E10 verunsichert die Autofahrer. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) tanken bis zu 70 Prozent der Autofahrer in Deutschland unnötig den falschen Kraftstoff. «Dabei sind 90 Prozent der Fahrzeuge für Super E10 geeignet», teilte der MWV am Wochenende in Berlin mit. Hält dieser Trend an, «laufen die Tankstellen Gefahr, bei E5 Kraftstoffen mit 98 Oktan leerzulaufen.»
Hintergrund des Appells: Seit Jahresbeginn müssen die Tankstellen Benzin mit einem Anteil von maximal zehn Prozent Ethanol verkaufen, den sogenannten Kraftstoff E10. Wenn die Mineralölwirtschaft nicht eine bestimmte Menge E10 verkauft, drohen Strafen. Daher wurden die Lagerkapazitäten auf E10 ausgerichtet. Neben der Hauptsorte Super E10 kann daher nur noch eine Menge des Superbenzins mit 98 Oktan angeboten werden.
Quelle: dpa

27.02.2011 | Düsseldorf
Kartellamt: «Marktbeherrschendes Oligopol» im Benzinmarkt
Das Bundeskartellamt vermutet, dass im deutschen Benzinmarkt wenige Anbieter das Preisgeschehen zum Schaden der Verbraucher diktieren.
«Wir gehen davon aus, dass die Sektoruntersuchung am Ende unsere Schlussfolgerungen zu einem marktbeherrschenden Oligopol für die Branche untermauert», sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt dem «Handelsblatt» (Montagsausgabe). Mit einem Oligopol meinen Wirtschaftsexperten einen Markt, der von wenigen Anbietern bestimmt wird - im Gegensatz zu einem Monopol, bei dem es lediglich einen einzigen Anbieter gibt.

Das Kartellamt nimmt seit mehr als zwei Jahren den Tankstellenmarkt genau unter die Lupe - und hat diese Untersuchung vor einigen Monaten vertieft. Im Detail geht es früheren Angaben zufolge unter anderem darum, ob es immer dieselben Unternehmen sind, die bei Preiserhöhungen vorpreschen. Frage ist auch, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Benzinpreis oft mehrfach an einem Tag rasant steigt, aber nur ganz langsam wieder sinkt. Untersucht werden die Preisbewegungen an der Zapfsäule an jeweils 100 Tankstellen in den vier Modellregionen Hamburg, Köln, Leipzig und München.
Auf die Frage, ob diese Untersuchung zu Verfahren gegen die Mineralölanbieter führen werde, sagte Mundt dem «Handelsblatt» zufolge: «Ich halte dies nicht für ausgeschlossen.»
Quelle: dpa

25.02.2011 | Hamburg
Atempause an den Ölmärkten - USA, EU und Saudis beruhigen
Atemholen an den Ölmärkten: Nach Anflügen von Panik durch die Eskalation der Unruhen in Libyen deutet sich eine Stabilisierung an. USA, EU und auch Saudi-Arabien sind offensichtlich bemüht, die Lage an der Ölpreisfront zu entschärfen. An den heimischen Tankstellen kletterten die Preise für Benzin und Diesel aber weiter. An den teuersten Stationen mussten die Autofahrer zeitweise 1,57 Euro je Liter bezahlen. Das liegt nur noch zwei Cent unter dem Rekord vom Sommer 2008. Nach Einschätzung von Experten ist das größte Problem derzeit die Angst an den Märkten vor einer Ausweitung der Unruhen im Nahen Osten. Eine Ölkrise drohe nur, wenn die Lage auch in anderen Ölstaaten kippt.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent pendelte sich am Freitag im Handelsverlauf bei 111 bis 112 Dollar ein. Noch am Vortag war der Preis für Brentöl in der Spitze bis auf knapp 120 Dollar geklettert. Danach gab der Preis wieder spürbar nach, weil Saudi-Arabien sich bereit erklärt hatte, das fehlende Ölangebot aus Libyen ausgleichen zu wollen. Zum Jahresanfang lagen die Ölpreise noch unter 100 Dollar.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) rechnet fest damit, dass sich die Ölpreise trotz der Libyen-Krise in Kürze wieder entspannen werden. «Entscheidend, ist das wir keine Versorgungsengpässe haben», sagte Oettinger am Freitag in Berlin bei einer Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrats. Zudem habe das libysche Öl mit zehn Prozent einen eher geringen Anteil an den europäischen Ölimporten.
An deutschen Tankstellen kletterten die Preise für einen Liter Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt auf 1,53 Euro am Freitag im Netz des Marktführers Aral. Diesel kostet 1,43 Euro und ist noch ein Stück vom Rekordhoch entfernt. Ein Liter Heizöl kostet etwa 83 Cent; der Höchststand vom Sommer 2008 betrug knapp einen Euro.

Die Unsicherheit am Ölmarkt ist von widersprüchlichen Nachrichten und Einschätzungen hervorgerufen. Grundsätzlich sehen die meisten Branchenkenner die Ölversorgung als gesichert und die Marktlage als ausgeglichen an. Auch verfügen die Industrieländer ausreichend über private und staatliche Ölreserven, um Lieferausfälle bedeutender Ölförderländer auch über eine längere Zeit zu überbrücken. Das würde für eher sinkende Preise sprechen.
Sollten Libyen-Lieferungen ausfallen, stünden andere Länder als Lieferanten bereit. Die Commerzbank schürte am Freitag jedoch Zweifel, ob zum Beispiel Saudi-Arabien das leichte libysche Öl ersetzen könne.
Quelle: dpa
Benzinpreis: http://benzinpreis.de/statistik.phtml




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