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DEUTSCHLAND/WELT

 

10.02.2011 | Potsdam

Lebenslang für Jura-Studenten nach Elternmord

Ein früherer Jura-Student, der seine Eltern ermordet hat, ist in Potsdam am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden.  Der 28-Jährige hat laut Urteil im Juni 2010 seinen Vater (67) erstochen und dann seine Mutter (60) erschlagen. Danach zerstückelte er ihre Leichen und versteckte sie auf dem Grundstück. Die Überreste des Vaters versuchte er zu verbrennen. Die grausige Tat wurde erst einen Monat später entdeckt.

Der Mann hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Motiv für die Taten waren heftige Vorhaltungen der Eltern zu seiner beruflichen Ausbildung.

Quelle: dpa
11.01.2011 | Potsdam

Grausiges Geständnis: Eltern getötet und zerstückelt

Das Geständnis gleicht einem Horrorfilm: Der Sohn tötet die Eltern, zerstückelt dann ihre Leichen. Zwei Wochen müht er sich ab, Spuren der grausigen Tat verschwinden zu lassen. Nüchtern und ohne Tränen schildert der Angeklagte vor Gericht das Unfassbare.

Er konnte die Vorhaltungen der Eltern nicht mehr ertragen: Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Potsdam hat ein 28-Jähriger am Dienstag gestanden, seine Eltern getötet und ihre Leichen zerstückelt zu haben. «Etwas machte klick. Ich wollte nur noch meine Ruhe haben», hieß es in dem Geständnis, das der Verteidiger des Angeklagten aus Rathenow (Havelland) vor Gericht verlas. Demnach hat der frühere Jura-Student am 9. Juni 2010 zunächst seinen Vater (67) erstochen, dann seine Mutter (60) erschlagen. Um die Tat zu vertuschen, habe er die Leichen zerstückelt. Am 13. Juli 2010 wurde die grausige Tat entdeckt - ein Nachbar hatte sich Sorgen gemacht, weil er das Ehepaar lange Zeit nicht gesehen hatte.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam wirft dem 28-Jährigen Mord und Totschlag vor. Hintergrund des Familiendramas war nach Angaben des Sohnes vor Gericht, dass ihm seine Eltern berufliches Versagen vorwarfen. Nach eigenen Angaben hatte er Ende 2009 das Studium beendet, nachdem er zuvor einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Anschließend wollte er Finanzbeamter werden und bewarb sich bei verschiedenen Landesverwaltungen. Bei seinen Eltern stieß dies auf wenig Begeisterung. «Sie empfanden das als Abstieg», sagte der schmächtige Mann, der weitaus jünger wirkt als er ist.

Am Tattag stand eine Reise nach Hamburg zu einer Aufnahmeprüfung an. «Ich hatte ein gutes Gefühl», schilderte der Angeklagte. Wohl behütet - fast vereinsamt - wuchs er als Einzelkind auf. Freunde hatte der junge Mann nicht, der eine Leidenschaft zu Computern und Informatik verspürte, sich aber der Mutter beugte und Jura studierte.

Unmittelbar vor der Abreise nach Hamburg sei es zu einem Streit mit dem Vater gekommen - da habe er zugestochen. Etwa eine halbe Stunde später habe er die Mutter mit einem Hammer erschlagen. «Sie fing auch an, mich runterzumachen», sagte der 28-Jährige. Anschließend wickelte er die Leichen in Malerfolie - und fuhr in die Hansestadt zu der Prüfung.

Erst nach seiner Rückkehr zerstückelte der Angeklagte nach seinen Angaben mit einer Kettensäge die Leichen der Eltern. Leichenteile seines Vaters habe er Stück für Stück verbrannt - nachts wegen des Rauchs und des Geruchs. Die Leichenteile seiner Mutter versteckte er auf dem Grundstück in Tonnen. Rund zwei Wochen verbrachte der Angeklagte damit, die Spuren der grausige Tat zu beseitigen. Seine Beschreibung dazu vor Gericht wirkten rational und emotionslos.

Strafrechtlich ist die Beseitigung der Leichen nicht von Relevanz. Die Anklage nennt ausschließlich die Tötungen. Bei der Beurteilung der Tat wird sie jedoch eine Rollen spielen. Der Psychiater Alexander Böhle aus Berlin ging nach Gerichtsangaben in seinem vorläufigen Gutachten davon aus, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war. Für den Prozess sind sechs Prozesstage angesetzt. Das Urteil ist zunächst für den 17. Februar geplant. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Quelle: dpa

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